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Kopfsteinpflaster soll verschwinden

Einigung zur Stahnsdorfer Mühlenstraße Kopfsteinpflaster soll verschwinden

Nach langem Streit haben sich Anlieger der Mühlenstraße und die Stahnsdorfer Gemeindeverwaltung auf den Umbau der Straße geeinigt. Laut Kompromiss soll das Kopfsteinpflaster weichen, die Trasse wird zur Einbahnstraße. Fuß- und Radwege sollen für mehr Sicherheit, insbesondere für Schulkinder sorgen.

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Die Väter des Kompromisses: Thomas Michel (Die Grünen), Carsten Lobbedey von der Bürgerinitiative Mühlenstraße und Georg Lehrmann vom Regionalen Gewerbeverein (von links).

Quelle: kkh

Stahnsdorf. Eine 600 Meter lange Einbahnstraße, in der es keine Möglichkeit zum Überholen gibt – das soll die Stahnsdorfer Mühlenstraße nach der Sanierung werden. In einem ersten Votum sprach sich die deutliche Mehrheit der Grundstücksbesitzer für das neue Konzept der Verwaltung aus, das in den vergangenen Wochen gemeinsam mit den Vertretern der Bürgerinitiative erarbeitet worden war. Auch wenn es bei einem ersten Informationstreffen Ende Februar noch geheißen hatte, der damals präsentierte Entwurf sei „die einzige genehmigungsfähige Variante“, so wurde doch beinahe alles Bisherige über den Haufen geworfen und zahlreiche Wünsche der Anlieger eingebaut.

Der komplette Abschnitt wird zur Einbahnstraße

Die wichtigste Änderung ist, dass nun die komplette Mühlenstraße zur Einbahnstraße erklärt werden soll. Die nur 3,50 Meter breite Fahrbahn liegt im Norden, direkt vor der Schule bleibt ein schmaler Gehweg, der durch ein sogenanntes Drängelgitter abgesichert wird. Auf der südlichen Seite folgen direkt neben der Fahrbahn ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg und anschließend ein Grünstreifen von bis zu drei Metern Breite, bevor schließlich die Hausgrundstücke beginnen. Die Straße wird asphaltiert, das historische Kopfsteinpflaster wird also – aus Kostengründen – auch in dieser Variante nicht erhalten, auf dem Gehweg werden Betonsteine verlegt.

Viele Anliegerparkplätze werden verschwinden

Für heftige Diskussionen sorgte die Tatsache, dass in diesem Plan zahlreiche Parkplätze wegfallen. „Wo sollen denn Gäste parken, wenn gefeiert wird?“, wurde auf der jüngsten Info-Veranstaltung gefragt, und für ein Mietshaus wurden fünf Parkplätze vor dem Haus reklamiert, die bisher auch vorhanden seien: „Das ist eine Wertminderung für unser Haus!“ Delikat dabei: Der geplante Grünstreifen wird überwiegend auf dem Grund der Anlieger umgesetzt, die Flächen müssen den Eigentümern also erst noch von der Gemeinde abgekauft werden. Da diese Bereiche aber bereits seit Jahrzehnten außerhalb der eingezäunten Grundstücke liegen und aktuell als Straßenraum genutzt werden, seien die Flächen quasi schon öffentlich gewidmet und es handle sich dabei um „rückständigen Grunderwerb“. Die Entschädigung, mit der die Eigentümer rechnen können, liege daher auch nur in Höhe von rund einem Euro pro Quadratmeter, wurde in der Versammlung angekündigt.

Stolperfalle in der Mühlenstraße

Stolperfalle in der Mühlenstraße.

Quelle: Friedrich Bungert

Den Anliegern wurde aber versichert, dass sie und ihre Gäste den Campus-Parkplatz nutzen könnten. Dieser sei öffentlich und werde keinen Schranken haben, hieß es. Ebenfalls debattiert wurde die Tatsache, dass künftig keine Fahrzeuge mehr aneinander vorbeifahren können – was einerseits gewünscht ist, da Eltern, die ihre Kinder morgens zur Schule bringen, dazu künftig den neuen Parkplatz nutzen sollen und durch die neue Regelung die komplette Straße blockieren würden, wenn sie direkt vor der Schule halten würden –, andererseits aber zu Problemen bei Lieferverkehr oder Müllabholung führen könnte.

Wie hoch werden die Kosten des Umbaus sein?

Noch offen sind die voraussichtlichen Kosten. Die werden rund 20 Prozent niedriger sein als jene des ersten Entwurfs, erklärte Jana Bollinger, Fachbereichsleiterin der Hauptverwaltung. Dies sei aber nur eine grobe Schätzung. Im Februar waren rund 970 000 Euro genannt worden, wovon 265 000 Euro der Anteil der Gemeinde gewesen wäre. Auf die Anlieger umlegbar seien mit einem Anteil von 75 Prozent die Kosten für die Fahrbahn, die Gehwege, die Entwässerung und die Parkplätze an der Straße. An den Baukosten der Hauptstraße ist die Gemeinde als Anlieger mit ihren Grundstücken der Lindenhof-Grundschule sowie des geplanten Parkplatzes beteiligt.

Für die von der Mühlenstraße abgehenden Stichstraße liegt hingegen schon eine aktuelle Kostenschätzung vor. Bollinger bezifferte sie mit 127 260 Euro, wovon rund 111 000 Euro von der Gemeinde getragen würden, je Anliegergrundstück würden noch 2000 bis 3000 Euro bleiben. Da es sich hier um eine Erschließung handelt, sind in der Stichstraße sogar 90 Prozent auf die Anlieger umlegbar. Ein großes Grundstück gehört hier jedoch der Gemeinde – nämlich das des zukünftigen Campus, der bereits mit der geplanten Bebauung berechnet wurde.

Carsten Lobbedey, Sprecher der Bürgerinitiative, appellierte an die Kommunalpolitiker, eine Einzelfallsatzung zu entscheiden, in der ein günstigerer Umlageanteil für die Anlieger festgesetzt wird. Er hoffe auf 55 bis 60 Prozent, erklärt er, und verwies darauf, dass etwa in Teltow nur 60 Prozent Standard wären. Er begründete seinen Wunsch damit, dass schließlich die Straße nur wegen der Schulwegsicherung jetzt eine so hohe Priorität habe: „Wir als Anlieger haben nur die Nachteile, wir haben die Kosten und den Verkehr.“

Da für den Hauptteil der Planungen noch keine Kostenschätzungen vorlagen, wurde entschieden, dass sich das Votum der Anlieger nur auf die Planung, aber nicht auf die Finanzen beziehen würde. Die Mehrheit entschied sich für die neue Einbahnstraßen-Regelung. Lobbedey gibt sich am Ende versöhnlich: „Die Konzeption jetzt ist okay. Dass es für die Anlieger immer ein Ärgernis ist, ist klar. Aber wenn die Gemeinde uns mit den Finanzen noch entgegenkommt, weil maßgebliche Interessen drüberstehen, ist es auch fair.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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