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Potsdam-Mittelmark Kosten für geplantes Bürgerzentrum explodieren
Lokales Potsdam-Mittelmark Kosten für geplantes Bürgerzentrum explodieren
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19:44 27.07.2017
Andreas Knop will sein Wirtshaus „Am Siebenbrüderweg“ in Borkwalde demächst aufgeben und in den Ruhestand gehen. Die Gemeinde erwägt den Ankauf. Quelle: Andreas Trunschke
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Borkwalde

Der geplante Neubau eines Bürgerzentrums am Astrid-Lindgren-Platz in Borkwalde steht vorerst vor dem Aus. Die Kosten laufen aus dem Ruder. Ging die Gemeinde anfangs von 850 000 Euro aus, so rechnet das beauftragte Büro S & P Sahlmann aus Potsdam jetzt mit knapp einer Million Euro zuzüglich Erschließungskosten und Waldumwandlung. Deshalb sucht Borkwalde jetzt nach Alternativen oder abgespeckten Lösungen. Laut Amtsverwaltung Brück könnten die Gemeindehäuser in Borkheide oder Freienthal als Vorbild dienen.

Eine der Alternativen ist zudem das Wirtshaus am Siebenbrüderweg. Es steht demnächst zum Verkauf an, wenn Inhaber Andreas Knop in den Ruhestand. Knapp 400 000 Euro sind bislang wohl aufgerufen. Hinzu kommen laut einer Kostenschätzung 30 000 Euro für den notwendigen Umbau.

Die Gaststätte verfügt über einen großen Veranstaltungssaal und einen Gastraum sowie Küche, Sanitäranlagen und einen Biergarten. Das Grundstück hat eine Größe von 1400 Quadratmetern. Obwohl Matthias Stawinoga (SPD) durchaus den Reiz einer solchen Lösung sieht, hat er Zweifel an der Eignung angemeldet. „Wer wäre der Betreiber, sind die Umbaukosten realistisch, gibt es einen Energieausweis“, fragte der Abgeordnete in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Zwar brachte Ute-Ilse Thilo (Die Linke) die Fliedners-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen als Restaurantbetreiber ins Spiel.

Jedoch waren sich alle einig, dass dies nicht ausreiche und ein Betreiberkonzept vorgelegt werden muss. Zusätzlich erinnerte Burckhard Voß (Die Linke) daran, dass auch ein Umnutzungsantrag notwendig werden würde. Dieses Verfahren käme einem Bauantrag gleich und würde unter anderem ein Brandschutzkonzept nach sich ziehen. „Was Ihnen vorliegt sind erste Erkenntnisse und eine Diskussionsgrundlage. Wir sollten keinen Schnellschuss wagen und vor allem in die Zukunft denken“, betonte Bürgermeisterin Renate Krüger (Die Linke) gegenüber den Gemeindevertretern.

Schon lange geplant

Ein Bürgerzentrum für Borkwalde ist seit Jahren im Gespräch. Es soll den Namen „Gemeinde-, Kultur, Versorgungs- und Dienstleistungszentrum“ erhalten.

Das Zentrum soll aus vier Modulen bestehen, die unabhängig voneinander gebaut werden.

Das Hauptmodul sollte ein Begegnungszentrum mit 420 Quadratmetern sein. Drei bis vier kleinere Räume sollten sich an den großen Raum im ersten Modul anschließen und das Bürgermeisterbüro beherbergen. Das Modul sollte durch die Vereine sowie andere Gruppen nutzbar sein.

Weitere drei Module könnten eine Versorgungs- und Dienstleistungszentrum, Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen und einen Jugendclub beherbergen.

In Marion Urban (Notgemeinschaft) fand sie eine Verbündete. Die Fraktionsvorsitzende stelle sich ein Gemeindezentrum anders vor, „als die ehemalige und doch etwas abgelegene Gaststätte“. Dort sehe sie keine weiteren Entwicklungschancen. So auch Fraktionskollege Norbert Wurche. Der alteingesessene Borkwalder weiß, dass am Wirtshaus mehrfach angebaut worden ist. „So wie es jetzt ist, funktioniert es als Gemeindezentrum nicht. Das Grundstück ist ausgereizt“, sagte der Abgeordnete.

Beim Brücker Amtsdirektor Marko Köhler fanden die Abgeordneten Unterstützung. „Wir müssen auf jeden Fall auch die Folgekosten bedenken. Das gemeindeeigene Grundstück am Lindgren-Platz sei toll und habe Entwicklungspotenzial. „Aber vielleicht sollten wir klein anfangen und danach weiter denken“, ermunterte Köhler zu weiteren Gedankenspielen. Dem schloss sich die Gemeindevertretung an und beauftragte zunächst wieder den Ortsentwicklungsausschuss damit, weitere Überlegungen anzustellen.

Für das seit Jahren geplante Bürgerzentrum hat die Gemeinde in ihrem Haushalt für dieses Jahr 50 000 Euro für die Planung bereitgestellt. Für das kommende Jahr stehen 250 000 Euro bereit. Erhofft wird eine Förderung über das LEADER-Programm der EU oder aus anderen Töpfen.

Von Andreas Koska

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