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Potsdam-Mittelmark Kosten für Straßenumbau explodieren
Lokales Potsdam-Mittelmark Kosten für Straßenumbau explodieren
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11:07 22.02.2018
Engstelle Brücke Niemegker Straße kurz vor Bad Belzig: Die Gleise der Städtebahn, die über die Brücke verliefen, gibt es schon lange nicht mehr. Quelle: Danilo Hafer
Bad Belzig

Der Streit um den Umgang mit der Städtebahnbrücke am Rand der Kur- und Kreisstadt spitzt sich zu. Das Landesamt für Denkmalpflege hat einen Antrag auf Abriss abgelehnt, gleichwohl das Bauwerk nicht mehr genutzt wird.

„Die Kreisverwaltung wird Widerspruch gegen diesen Bescheid einlegen“, kündigte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) jetzt im Kreisausschuss an. Gütetermine der beteiligten Behörden führten bislang nicht zur Lösung.

Erneuerung der Niemegker Straße verzögert sich seit einem Jahr

Dafür hat sich die Erneuerung der Niemegker Straße in Bad Belzig inzwischen um ein Jahr verzögert und bedeutend verteuert. „Die Steigerung von 1,57 auf 2,72 Millionen Euro steht jedoch noch nicht in Zusammenhang mit den Kosten, die womöglich am Bahndamm noch entstehen“, hat Andre Köppen berichtet.

Wie der Kämmerer erklärt, seien diese Mehrausgaben mit der aktuellen Kostenentwicklung im Tiefbau allgemein zu begründen. Die Ergebnisse für Ausschreibungen liegen demnach derzeit durchschnittlich 40 Prozent über den ursprünglichen Schätzungen.

Kostenteilung, wenn das Projekt vollendet wird

Obendrein mussten in Abstimmung mit Stadtwerke-GmbH und Bad Belziger Bauamt einige technologische Veränderungen für die Entwässerungen bis ins Mühlenhölzchen vorgenommen werden.

Für den Kreis Potsdam-Mittelmark, der 25 Prozent der Kosten trägt, schlägt dies zunächst mit 287 000 Euro zu Buche, teilte der Finanzchef auf MAZ-Anfrage mit. 75 Prozent des Umfangs trägt der Landesbetrieb für Straßenwesen – vorausgesetzt der Ausbau der Niemegker Straße wird, einschließlich des überörtlich bedeutenden Radweges auf der gesamten Länge – von der Einmündung in die Berliner Straße bis zur neuen B 102 bei Preußnitz verwirklicht.

Innerörtliche Ausbau wird vorgezogen

Um das Gesamtprojekt zu sichern und endlich zu beginnen, haben sich die Beteiligten darauf verständigt, den Ausbau innerorts erst einmal vorzuziehen. Das Parlament soll das Vorgehen am 1. März bestätigen. Eine Woche später werden laut Information aus dem Rathaus bereits die Bauleute anrücken.

Letzter Zug vor 15 Jahren

Bis 2003 waren fast 100 Jahre lang die Züge zwischen Belzig und Brandenburg/Havel unterwegs. Der Abschnitt gehört zur Brandenburgischen Städtebahn zwischen Neustadt/Dosse und Jüterbog.

Nach Einstellung der Personenbeförderung hat Fred Prinsen den hiesigen Abschnitt gekauft und 2010/11 die Gleise demontiert, die er für seinen Betrieb in Reckahn nicht braucht.

Die Brücke selbst ist nach Recherche des Landratsamtes Bad Belzig mit Übernahme der ehemalige B 102 als Kreisstraße nun Eigentum des Kreises Potsdam-Mittelmark.

Eine technische Lösung, wie die Trasse künftig unter der Backsteinbrücke geführt wird, liegt vor. Sie soll dann so verschwenkt werden, dass sie im rechten Winkel durch das Bauwerk führt.

Zwei Fahrzeuge sollen gleichzeitig hindurch passen

Zwei Fahrzeuge können das Nadelöhr dann bequem passieren, ohne dass eine Vorrang-Regelung im Gegenverkehr nötig wird. Solcher Vorschlag würde – anders als bei B 107 in Neuehütten – von der kreislichen Straßenverkehrsbehörde nicht mitgetragen, hieß es.

Für die Velo-Piste ist im Fall des Brückenerhalts parallel ein eigener Durchbruch im Bahndamm vorgesehen. Zusätzliche Ausgaben für Grunderwerb, Böschungsabtragung und -sicherung mittels Gabionen müssten dann für den zweiten Bauabschnitt im Doppelhaushalt 2019/2020 berücksichtigt werden, wie in der Vorlage für den Kreistag zu lesen ist. Deren Höhe lässt sich dem Vernehmen nach abschätzen.

Denkmal-Behörde würdigt qualitätsvolle Gewölbekonstruktion

Als der Landkreis Potsdam-Mittelmark die herabgestufte ehemalige B 102 übernommen hat, stand die reichlich 100 Jahre alte Brücke noch nicht unter Denkmalschutz. Die MAZ-Berichterstattung über den geplanten Rückbau hat die Obere Aufsichtsbehörde jedoch auf den Plan gerufen.

„Die Brücke besitzt eine qualitätvolle statische Gewölbekonstruktion der Bauzeit, die unter anderem eine Stützenfreiheit ermöglicht. Denkmalfachliches Ziel ist es, diese ästhetische und technische Qualität zu erhalten und trotzdem zusätzliche Nutzungen - beispielsweise für einen sicheren Fahrradverkehr - zu erreichen“, erklärt der Thomas Drachenberg.

Mehrere Varianten werden geprüft

Dazu gebe es nach Einschätzung des Behördenchefs verschiedene Möglichkeiten. „Warum der Erhalt der Brücke teurer sein soll als deren Abriss, ist bisher dem Landesdenkmalamt nicht dargelegt worden.“

Von René Gaffron

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