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Kostensenkung durch blumenfreie Urnenfelder

Wiesenburg Kostensenkung durch blumenfreie Urnenfelder

Das Friedhofswesen in der Gemeinde Wiesenburg/Mark bleibt ein Reizthema. Während die Verwaltung für die Satzungsänderung, samt Gebührenerhöhung, aufs Tempo drückt, haben die Parlamentarier noch Gesprächsbedarf. Nicht nur wegen finanzieller, sondern auch wegen rechtlicher Fragen.

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Der Friedhof in Wiesenburg.

Quelle: Rene Gaffron

Wiesenburg. Die geplanten Änderungen von Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung lässt noch einige Kontroversen erwarten wie sie die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark bislang selten erlebt hat. Mindestens zweimal kommt das Thema noch vor der Sommerpause auf die Tagesordnung. Am 6. und am 20. Juni wollen die Mitglieder des Hauptausschusses jeweils über die Entwürfe diskutieren. Zu den Sitzungen sollen außerdem die Ortsvorsteher eingeladen werden. Darauf haben sich die Parlamentarier in ihrer jüngsten Beratung verständigt.

Bildung eines Sonderausschusses abgelehnt

Bernd Müller (SPD) hatte zunächst sogar die Bildung eines temporären Sonderausschusses vorgeschlagen. In dem Gremium hätte seiner Meinung nach ebenfalls jedes zur Kommune gehörige Dorf mitwirken sollen. Der Vorschlag fand zwar letztlich keine Mehrheit. Aber Daniela Rabinowitsch (die Linke) machte ebenfalls deutlich, dass ihrer Meinung nach noch erheblicher Gesprächsbedarf bestehe. Die angemessene Aufmerksamkeit sollte der Thematik ebenfalls gewiss sein. Deshalb lehnte beispielsweise Robert Pulz aus Medewitz eine inhaltliche Debatte am Ende der jüngsten Sitzung, die bis dahin schon fast vier Stunden gedauert hatte, ab.

Dabei hatte die Verwaltung nochmals Argumente vorbereitet, wie Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) erklärte. Wolfgang Eilert war anwesend. Der Bauhofleiter hätte bilanzieren sollen, wie die Friedhofspflege von seinen Kollegen realisiert wird. Er kam aber nicht mehr zu Wort.

60 Bestattungen pro Jahr

Etwa 60 Bestattungen pro Jahr finden auf den kommunalen Friedhöfen der Gemeinde Wiesenburg/Mark statt. Insgesamt gibt es etwa 1250 Gräber

Die Bewirtschaftungskosten werden von der Verwaltung mit 115 000 Euro pro Jahr beziffert.

Neben dem Verwaltungsaufwand von rund 37 000 Euro schlägt besonders die Entsorgung der teilweise gemischten Abfälle zu Buche und aufs Gemüt: 21 000 Euro werden dafür ausgegeben.

Vor zwölf Jahren waren die derzeit gültigen Satzungen beschlossen worden, schon damals nicht annähernd kostendeckend und obendrein hat sich die Bestattungskultur noch wider die Kalkulationen entwickelt. „Jeder Tag, an dem wir weiter danach verfahren, kostet“, sagt Marco Beckendorf und drückt daher aufs Tempo. Nunmehr werden Erhöhungen vorgeschlagen, die eine Verdopplung für das Familiengrab oder das fünffache Entgelt bei anonymer Bestattung bedeuten würden. „Ich bin dafür, im Friedhofswesen eine Kostendeckung von 100 Prozent anzustreben“, sagte der Verwaltungschef jüngst im Ortsbeirat Medewitz. „Das Sterben einerseits sowie Kindertagesstätten und Grundschule andererseits zu subventionieren, kann sich die Kommune schlicht nicht leisten“, argumentierte er.

Bestattungsgesetz muss eingehalten werden

Doch geht es nicht allein ums Geld, sondern auch um rechtliche Fragen. So hat die Bauverwaltung mit Verweis auf das Bestattungsgesetz des Landes Brandenburg erklärt, dass die bisherige Praxis der sogenannten Zubettung in ein Reihengrab nicht mehr realisiert werden dürfe, solange noch Totenruhe einzuhalten ist. Das haben einige Betroffene bei Vertragsabschluss nicht gewusst, so dass zu klären ist, wie bei ihnen verfahren werden soll. Darüber hinaus sollen anonyme Urnenfelder tatsächlich namens-, blumen- und schmuckfrei bleiben, so dass dort weniger Kosten entstehen. „Für jene, die doch den Ort der Erinnerung suchen, könnte eine teilanonyme Ruhestätte hergerichtet werden“, schlägt Fachamtsleiterin Anke Glistau vor. Nutzung gegen entsprechend höhres Entgelt wie sich versteht.

Von René Gaffron

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