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Kreativität in Kunstkirche und am Bahnhof

Hohenwerbig / Wiesenburg Kreativität in Kunstkirche und am Bahnhof

Kreatives Wochenende im Fläming: Gleich zwei Workshops luden dazu ein, sich von Profis ihr Handwerk erklären zu lassen und selbst aktiv zu werden. In der Kunstkirche Hohenwerbig lernten Jugendliche das Filmemachen. Am Wiesenburger Bahnhof gab ein Bildhauer sein Wissen an erwachsene Kursteilnehmer weiter.

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Beim Kamera-Workshop mit Filmemeacher Carsten Krüger (2.v.r.) dabei waren: Philipp Grigarcik, Fynn Lengner, Floris und Jasper de Koning, Marvin Miedzianowski und Patrick Müller (v.l.n.r.).

Quelle: Saskia Kirf

Hohenwerbig/Wiesenburg. Wolfsmasken und Hüte, Lederjacken und technisches Equipment stapeln sich auf den Tischen der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwerbig. Doch die Floriansjünger wollen nicht etwa verkleidet zum Löschangriff ausrücken, heute findet hier ein Filmworkshop statt.

Der Berliner Filmemacher Carsten Krüger zeigt sechs jungen Männern aus Hohenwerbig, Brück, Niemegk, Feldheim und Potsdam, wie man einen Film dreht. „Von der Idee bis zum Schnitt machen die Jungs alles selbst,“ sagt Krüger. „Ich bin nur unterstützende Kraft.“

Der 1945 in der Nähe von Bremen geborene Regisseur gibt regelmäßig solche Seminare. Auch für den Profi bietet die Arbeit mit den Jugendlichen immer wieder neue Herausforderungen. „Das hier ist alles demokratisch organisiert“, sagt Krüger lachend, „das geht ja eigentlich in der Kunst gar nicht.“ Die Gruppe, die am Wochenende mit Kamera und Tonangel durch Hohenwerbig zieht, habe sich vor dem Workshop kaum gekannt, so Krüger weiter. „Trotzdem funktioniert alles, das finde ich toll.“

14-Jähriger führt Regie

Und tatsächlich verstehen sich die Jugendlichen im Alter von 14 bis 23 Jahren blendend. Der 14-jährige Floris de Koning aus Brück führt Regie. Bei der Frage nach dem Filminhalt hält er sich so professionell zurück wie ein ganz Großer: „Ich sage nur, dass wir einen actionreichen Kurzfilm drehen“, sagt de Koning verschmitzt. „Wir drehen einen guten Film“, fügt Philipp Grigarcik lachend hinzu. Der 18-jährige Niemegker findet es spannend, mit einem Profi wie Krüger zu arbeiten: „Es ist unglaublich interessant, was wir hier alles lernen“, so der Schüler. Er ist durch seinen Kumpel Fynn Lengner zum Workshop gekommen. Gemeinsam haben die beiden Jungs auch schon an einem anderen Jugendprojekt der Kunstkirche Hohenwerbig gearbeitet.

Aufwendig restaurierte Dorfkirche

Deren Koordinator, Kay Lengner, hat nun das Filmseminar für Jugendliche organisiert. Den Filmemacher Carsten Krüger lernte Lengner eher zufällig bei einem Theaterbesuch kennen. „Doch ich war sofort überzeugt, dass er genau der Richtige ist.“ Bei einem ersten Besuch in Hohenwerbig sah Krüger dann die aufwendig restaurierte Dorfkirche und befand, diese sei absolut würdig, filmisch in Szene gesetzt zu werden. Dass man ausschließlich mit jungen Menschen arbeiten wolle, war schnell klar: „Es ist einfach wichtig, dass wir der Jugend hier etwas bieten“, ist Kay Lengner überzeugt.

Sein Sohn Fynn und die anderen Jungs sind dankbare Abnehmer, nach dem gemeinsamen Mittagessen hält es die Filmcrew kaum mehr auf den Stühlen – schließlich ist die große Szene in der Dorfkirche noch nicht abgedreht.

Kunstkirche ruft Filmwettbewerb aus

Zur Jahreslosung der evangelischen Kirche hat die Kunstkirche Hohenwerbig einen Filmwettbewerb ausgerufen.

Bis 15. August können maximal zehn Minuten lange Kurzfilme unter dem Motto „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ eingereicht werden.

Die Jury besteht aus Carsten Krüger, Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) sowie dem Niemegker Pfarrer Daniel Geißler. Sie prämiert die drei besten Filme. Es winken attraktive Sachpreise.

Das professionelle Equipment und das Schnittprogramm steuert übrigens Carsten Krüger selbst bei. „Man muss den jungen Leuten einfach was zutrauen“, sagt der erfahrene Seminarleiter und Regisseur, „denn hier sieht man ja gerade, was die alles auf die Beine stellen können.“ Zu sehen sein wird der noch namenlose Streifen der Nachwuchs-Filmemacher dann erstmals im Rahmen der Aktion „48 Stunden Fläming“ am 10. und 11. September in der Kunstkirche Hohenwerbig.

Dieter Würker-Friedel fertigt  unter Anleitung von   Helmut Schön einen Raben als Kalkstein

Dieter Würker-Friedel fertigt unter Anleitung von Helmut Schön einen Raben als Kalkstein.

Quelle: Dirk Fröhlich

Kreativ ging es am Wochenende auch im Bahnhofsgebäude bei Wiesenburg zu. Beim Seminar mit Helmut Schön gab der Bildhauer sein Wissen an Teilnehmer weiter, von denen die Hälfte bereits an anderen Kursen der Bahnhofsgenossenschaft teilgenommen hatte. Dieter Würker-Friedel aus Sachsen-Anhalt meißelte unter Schöns Anleitung einen Raben aus Kalkstein.

Von Sakia Kirf

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