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Kreis-Kämmerer befürchtet Millionengrab

Behörden im Heizwerk Kreis-Kämmerer befürchtet Millionengrab

Taugt das einstige Heizwerk Beelitz-Heilstätten als Behördensitz der Kreisverwaltung? Kämmerer André Köppen befürchtet ein Millionengrab wie beim Flughafen BER. Im Doppelhaushalt 2017/18 will das Landratsamt kein Geld für Planungen ausgeben. Erst soll ein Gesamtkonzept für den denkmalgeschützten Standort her. Und das kann dauern.

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Das Heizwerk Süd in Beelitz-Heilstätten wird als technisches Denkmal erhalten. Ob das Gebäude einmal ein Verwaltungssitz wird, steht in den Sternen.

Quelle: Jens Steglich

Mittelmark. In der Kreisverwaltung wird mit Hochdruck am Doppelhaushalt für die Jahre 2017/18 gearbeitet. „Wir werden Anfang Januar den Ausschüssen einen Entwurf vorlegen, um den Etat im März in Kreistag zu bringen“, kündigte Fachbereichsleiter André Köppen an. Nach bisherigen Rechnungen deutet alles auf eine Unterdeckung im Ergebnishaushalt von rund zwei Millionen Euro hin. Köppen sieht von dieser Summe jedoch nicht den Kurs einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung bedroht. „Mit diesem Defizit könnte ich leben“, sagte der Kämmerer auf der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages.

In zentraler Lage

In Beelitz-Heilstätten sind bereits Institutionen des Landkreises vertreten, Unter anderem das Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ), das in den kommenden Jahren noch ausgebaut werden soll. Außerdem hat Potsdam-Mittelmark ein Nachbargrundstück als Flächenreserve erworben.

Noch ist unklar, welche zusätzlichen Behörden des Kreises einmal in Beelitz-Heilstätten ihren Sitz haben könnten. Die ist unter anderem von einer möglichen Funktionalreform abhängig, wenn Landesaufgaben in die Verantwortung des Landkreises gelegt werden.

Beelitz-Heilstätten ist wegen seiner zentralen Lage in Potsdam-Mittelmark und der guten Verkehrsanbindung bevorzugter Sitzungsort für die Fachausschüsse des Kreistages. Sie treffen sich fast alle im FTZ. Das ebenfalls im Besitz des Landkreises befindliche Heizhaus Süd wird bislang nur als technisches Denkmal genutzt.

In diesem Jahr betragen die mittelmärkischen Einnahmen über 360 Millionen Euro. Das sind knapp drei Prozent mehr als 2015. Im etwa selben Volumen steigen allerdings auch die Ausgaben. „Was wir einnehmen, geben wir auch aus. Insbesondere die Kosten im sozialen Bereich zeigen weiter nach oben“, so Köppen. Dazu zählen Ausgaben für die Jugendhilfe, Transferaufwendungen im Kita-Bereich sowie die Unterkunftskosten für Asylsuchende und soziale Leistungen an Personen. Köppen warnte daher in der Haushaltsdebatte vor überzogenen Wünschen, die sich nicht erfüllen lassen.

Nur die Hülle des denkmalgeschützten Heizwerkes Süd ist saniert

Nur die Hülle des denkmalgeschützten Heizwerkes Süd ist saniert.

Quelle: Dietmar Horn

Zukunftsmusik bleibt deshalb die von allen Kreistagsfraktionen mitgetragene Idee von einer Integration der ehemaligen Heizhäuser in Beelitz-Heilstätten in den auszubauenden Verwaltungsstandort. Dabei geht es insbesondere um das Heizhaus Süd, das seit 1998 dem Landkreis gehört. In den Jahren danach war die Außenhülle des technischen Denkmals mit EU-Mitteln saniert worden. Ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt der einzigartigen Anlage der Kraft-Wärme-Kopplung aus dem Jahr 1898. Doch große Flächen in den Obergeschossen warten immer noch auf eine Nachnutzung. Deshalb sollte in der Haushaltsplanung 2017/18 eine dauerhafte Nutzung des Heizhauses Süd eingeplant und umgesetzt werden, heißt es in dem Antrag an den Kreistag. In einem zweiten Schritt soll die Verwaltung den Erwerb des Heizhauses Nord prüfen, um es für kreisliche Aufgaben zu nutzen.

„Wir sehen darin eine dauerhafte Sicherung des Geländes“, sagte Henry Liebrenz von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Finanzausschuss. So könnten das aufzubauende Kompetenzzentrum Katastrophenschutz, die in Rede stehende Mobilitätsagentur oder andere kreisliche Aufgabenbereiche im Heizhaus Süd ihren Platz finden. Kämmerer Köppen warnte dagegen vor einer Investition ohne eine Gesamtkonzept für den Verwaltungsstandort Beelitz-Heilstätten entwickelt zu haben: „Als ich den Antrag sah, habe ich spontan BER rangeschrieben. Für uns war das Gebäude bisher nur ein Museum.“

Fachbereichsleiter André Köppen rät zu einem Gesamtkonzept für Beelitz-Heilstätten

Fachbereichsleiter André Köppen rät zu einem Gesamtkonzept für Beelitz-Heilstätten.

Quelle: Thomas Wachs

Der Fachbereichsleiter befürchtet nämlich ein Fass ohne Boden. Es gibt in den oberen Etagen des denkmalgeschützten Heizhauses Süd keine Heizung, kein Wasser, kein Tageslicht, das Dach ist undicht, der Turm steht schief. Die Kosten für eine Nachnutzung würden sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Peter Hinze von der Fraktion Die Linke sieht in dem Antrag vor allem eine Willensbekundung für die weitere Entwicklung des Standortes Beelitz-Heilstätten. Für die Fraktion FDP/BiK-BiT unterstützte Peter Weis den Vorschlag für ein Gesamtkonzept. Dessen Erstellung soll nun auf einer Strategietagung des Landkreises am 1.Dezember neben vielen anderen Schwerpunkten thematisiert werden.

Von Frank Bürstenbinder

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