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Kreis mietet und kauft neue Gebäude

Neue Wohnungen statt Asylunterkunft Kreis mietet und kauft neue Gebäude

Die Zahl der Flüchtlinge in Potsdam-Mittelmark ist deutlich zurückgegangen. Im Hinblick auf die neue Situation hat der Kreis beschlossen, ein Internat in Werder zu mieten und dort Wohnungen einrichten zu lassen. Sie sollen für Flüchtlinge und sozial schwache Bürger aus dem Kreis zur Verfügung stehen. Ursprünglich sollten 250 Asylbewerber einziehen.

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Das ehemalige Hotel Goldener Anker in Caputh hat der Landkreis jetzt gekauft und will es weiter als Flüchtlingsunterkunft nutzen.

Quelle: Köster

Mittelmark. Der Zustrom von Flüchtlingen ist auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark deutlich zurück gegangen. Deshalb sind bereits die Notunterkünfte in Schäpe Ende Februar und in Hohenspringe Ende März wieder geschlossen worden. Zum Jahresende ist geplant, das Gebäude der Fläming-Kaserne in Brück wieder der Bundeswehr zurückzugeben. Die dortigen Bewohner werden an andere Standorte verteilt.

Auch der Kreistag hat auf die Entwicklungen der vergangenen Monate reagiert. Er beschloss in seiner jüngsten Sitzung einige seiner Pläne und Verträge zu ändern. So soll das ehemalige Internat in Werder auf der Jugendhöhe nicht wie vorgesehen zum Übergangswohnheim für 250 Asylsuchende umgebaut werden. Vielmehr werden dort voraussichtlich bis zum nächsten März 66 Ein- bis Vierraumwohnungen entstehen. Sie sollen Platz bieten für annähernd 180 Frauen, Männer und Kinder. Um das Quartier für Flüchtlinge mit Bleiberecht und sozial schwache Menschen aus der Region nutzen zu können, ist eine Nettokaltmiete von 8,33 Euro je Quadratmeter vereinbart. Die Mietzusage des Kreises – jährlich 450 000 Euro für den Eigentümer – gilt nunmehr bis 2022 statt 2020.

„Ein Schlüssel zur Integration ist, den Asylbewerbern mit Duldung eine Wohnung bieten zu können – am besten neben Einheimischen“, sagt Thomas Singer. Der Fraktionschef der Linken hofft deshalb, dass dieses Beispiel zwischen Havel und Fläming noch Schule machen wird. Denn Nachfrage nach preiswertem Wohnraum bestehe in vielen Orten, am meisten allerdings in den Ballungsräumen.

Eine neue Entscheidung des Kreises gibt es auch zum Ankerhaus in Caputh. In dem ehemaligen Hotel in der Friedrich-Ebert-Straße sind alleinreisende Flüchtlinge unter 18 Jahre untergebracht und werden vom Verein Job betreut. Der Kreistag stimmte dem Erwerb des Ankerhauses jetzt nachträglich zu. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hatte den Kauf bereits verfügt. Beim Kostenvergleich mit der Miete von jährlich über 80 000 Euro sei der Kauf der Immobilie in Caputh als günstigere Variante ermittelt worden. Eine Nutzungsänderung des Hauses sei mittelfristig aber nicht vorgesehen, hieß es auf Nachfrage.

Nachdem die Unterkunft am Breitenbachplatz in Neuseddin fertiggestellt ist, können dort die Container demontiert werden. Sie haben übergangsweise bis zu 185 Personen ein Dach über den Kopf geboten. Die Raumzellen hat der Kreis für drei Jahre gemietet. Sie sollen nun als „strategische Reserve“ bezugsfertig geparkt werden. An welchem Standort ist noch offen. „Ein Grundstück von etwa 5000 Quadratmetern mit technischer und sozialer Infrastruktur wird noch gesucht“, sagt Martin Rätz vom Landratsamt in Bad Belzig.

In diesem Jahr nahm der Landkreis Potsdam-Mittelmark bislang lediglich 178 neue Asylbewerber auf. Zum Vergleich: im Jahr 2015 waren es 2163.

750 000 Euro für Flüchtlingswohnungen

Im Kreis leben gegenwärtig 2 100 Flüchtlinge in zentralen Übergangswohnheimen.

Ein großer Anteil der Flüchtlinge hat eine gute Bleibeperspektive.

Die Integration von Flüchtlingen soll gelingen, wenn vor Ort eine dezentrale Unterbringung im eigenen Wohnraum möglich ist. Deshalb hat der Kreistag Potsdam-Mittelmark die Richtlinie zur Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge verlängert und das Budget entsprechend erhöht.

Aus Mitteln des Bundes stehen insgesamt 750 000 Euro zur Förderung von Wohnraum zur Verfügung. Die Maßnahme soll 2017 abgeschlossen sein.

Von Regine Greiner

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