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Kreisende Bauchnabel und stampfende Füße

Teltower Tanzstudio „Aladdina“ feiert 20-jähriges Bestehen Kreisende Bauchnabel und stampfende Füße

Exotische Kostüme und graziöse Gestik: Das Teltower Tanzstudio "Aladdina" hat am Freitagabend in den Kammerspielen Kleinmachnow die Jubiläumsshow "Revue Oriental" eröffnet. Die Tänzerin "Aladdina" hatte ihr Studio in Teltow am 14. März 1994 gegründet und war damit seinerzeit die erste Dozentin im Land Brandenburg, die den orientalischen und indischen Bollywoodtanz anbot.

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Farbenprächtig wie seit 20 Jahren: "Aladdina" (Mitte) und ihr Ensemble.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Kleinmachnow. "Willkommen ‒ Bienvenue ‒ Welcome!" Die berühmte Begrüßung aus dem Klassiker "Cabaret" von John Kander eröffnete am Freitagabend in den Kammerspielen Kleinmachnow die Jubiläumsshow "Revue Oriental", mit der das Teltower Tanzstudio "Aladdina" sein 20-jähriges Bestehen feiert. Doch nicht allein die Broadway-Melodien, sondern auch orientalischen und indischen Bauchtanz, spanischen Flamenco und einen Hauch Südsee brachten die Tänzerinnen aus Teltow zum Geburtstag auf die Bühne. Farbenprächtige Kostüme, viel Glanz und Glimmer sowie teils anmutige, teils feurige Tänze lösten im vollbesetzten Saal wahre Begeisterungsstürme aus.

Exotische Kostüme und graziöse Gestik: Das Teltower Tanzstudio "Aladdina" feierte am Samstag in den Kleinmachnower Kammerspielen mit einer beeindruckenden Oriental-Show ihr 20-jähriges Bestehen. 40 Tänzerinnen in 440 Kostümen boten eine glamouröse Tanzshow "Revue Oriental", weitere Veranstaltungen finden am 22. und 29. März, jeweils um 19 Uhr, statt.

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Als erste Dozentin im Land Brandenburg hatte "Aladdina" ‒ mit bürgerlichem Namen Ellen Leptin ‒ am 14. März 1994 ihr Studio für orientalischen Tanz in Teltow gegründet. Eigentlich hatte sie Lehramt studiert und wollte Grundschullehrerin werden. Doch dann wurde ihr Hobby, das Tanzen, schließlich ihre Berufung. Irgendwann fand "Aladdina" allerdings keine Freude mehr am Turniertanz. "In den Standardformationen musste man immer gleich aussehen, dieselben Kleider und die dieselbe Frisur tragen, dieselbe Schminke anlegen. Ich merkte bald, dass das nicht mein Ding war", sagt Ellen Leptin heute. Nach einer Pause stieß sie eher zufällig auf den Bauchtanz, der ihr sofort gefiel, weil dessen Bewegungen weicher und anmutiger waren, als beim Standardtanz. Zunächst war sie jedoch etwas skeptisch: Bauchtanz ‒ war das nicht etwas anrüchig?

Zusammen mit ihrem Mann Matthias wagte Ellen Leptin schließlich die Eröffnung ihres Tanzstudios. Teils in Berlin und teils in Kairo ließ sie sich ausbilden. "Wir sind ein- bis zweimal im Jahr als Touristen nach Ägypten gereist. Matthias hat dort Trommelunterricht genommen", sagt "Aladdina". Mittlerweile beschränkt sich die Tanzschule nicht allein auf das Bauchnabelkreisen. "Wir steppen auch, erlernen Phantasietänze mit bunten Straußenfedern oder studieren etwas ein, das mit dem Becken zu tun hat, wie beispielsweise Samba, Salsa und Flamenco." Viele ihrer Schüler, insbesondere Kinder, kommen allein schon wegen der glitzernden Kostüme ins Tanzstudio. Das echte Interesse am Ausdruckstanz erwacht oft erst viel später.

Episoden aus 20 Jahren Aladdina

  • Neben den Shows tritt „Aladdina“ auch auf Bällen und Familienfeiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen auf. Meist ist sie dann der Überraschungsgast der Feier, der von den Gästen vorher nicht gesehen werden darf. So musste die Tänzerin einmal bei einer Familienfeier „fen sterln“. Die Gastgeberin bat die Künstlerin, von der Rückseite des Hauses über eine Leiter in den zweiten Stock zu klettern.
  • Aus der Henning-von-Tresckow-Kaserne in der Geltower Siedlung Wildpark-West kamen 1998 drei Offiziersanwärter ins Tanzstudio, um dort ein „Bauchtanzdiplom“ abzulegen. Die kleine und zierliche „Aladdina“ stand also mit drei kräftigen Kerlen vor dem Spiegel und versuchte, in die militärisch steifen Körper fließende Bewegungen und orientalischen Anmut hineinzubekommen. Um ihren Kameraden zu beweisen, dass sie am Unterricht teilgenommen haben, ließen die Soldaten alles auf Video aufzeichnen. Eine Kopie hat „Aladdina“ leider nicht.
  • Mit Zwillingen im achten Monat schwanger, beschloss „Aladdina“ 2011, trotz aller Warnungen in der neuen „Revue Oriental“, deren Proben gerade beendet waren, selbst mitzutanzen. Erst nach der Entbindung gestanden ihr die anderen Tänzerinnen, dass sie bei der Vorstellung zitternd gebangt hatten, dass die Show nicht vorzeitig abgebrochen werden muss.

"Aladdinas" jüngste Eleven sind gerademal zweieinhalb Jahre alt, die ältesten Tänzer in den Siebzigern. Die erwachsenen Tanzschüler kommen vorwiegend wegen des gesundheitlichen Aspektes ins Studio, sagt Ellen Leptin. Um die ersten Grundschritte zu beherrschen, muss man schon etwa ein halbes Jahr dabeibleiben. Nach einem Jahr sind die Schüler dann soweit, dass sie ihren ersten Tanz öffentlich vorführen können, so "Aladdina". "Aber eigentlich lernt man nie aus. Auch ich besuche noch heute gelegentlich Seminare oder Workshops, um wieder etwas Neues kennenzulernen."

Fünf Tanzlehrer unterrichten gegenwärtig im Teltower Studio. "Es könnten aber ruhig noch mehr werden. Lehrer zum Beispiel, die noch andere, neue Tänze mitbringen", wünscht sich Ellen Leptin. "Außerdem würden wir uns über mehr Jungs und Männer für die Folkloretänze an unserer Tanzschule freuen."

Von Dirk Guderjan

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