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Potsdam-Mittelmark Kreiserntefest wirbelt viel Staub auf
Lokales Potsdam-Mittelmark Kreiserntefest wirbelt viel Staub auf
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19:02 16.09.2018
Die Landfrauengruppe aus Netzen zeigte alte Handarbeitstechniken und schnakten mit de Lütt op Netzener Platt. Quelle: Christine Lummert
Emstal

Die Bedingungen waren nicht ganz einfach für die 15 Traktoren- und vier Pferdegespanne, die zum Kreisleistungspflügen im Rahmen des 22. Kreiserntefestes antraten. Während die Teilnehmer versuchten, gerade Furchen in den Emstaler Acker zu ziehen, standen die Zuschauer im aufgewirbelten Sand, der seit Monaten nur wenig Regen abbekommen hat. 

Über ein ganzes Wochenende bekamen die Besucher des Kreiserntefestes in Emstal einen Einblick in die Facetten des Landlebens. Das Kreisleistungspflügen gehört traditionelle zum Programm.

Das sorgte für reichlich Staub zwischen den Zähnen bei Wettbewerbern und Publikum. Trotzdem hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden, die sehen wollten, wie Profis in der Landwirtschaft bei der Feldbewirtschaftung zu Werke gehen. „Das Kreisleistungspflügen führen wir jetzt schon zum 27. Mal durch“, sagte Silvia Wernitz, die Geschäftsführerin beim Kreisbauernverband. „Zudem ist dieser Wettbewerb, bei dem vom großen Traktor mit siebenscharigem Pflug bis zum kleinen Pferdegespann alle mitmachen können, im ganzen Land Brandenburg einzigartig und darauf sind wir stolz.“

Neun Juroren schauten ganz genau hin. „Absolute Gradheit der Furche, die Tiefenführung, das Einhalten der abgesteckten Parzelle und die zweistündige Zeitvorgabe sind die wichtigsten Kriterien in der Bewertung“, erklärte Hauptschiedsrichter Christian Unger.

Bei den Traktorgespannen setzte sich am Ende Thomas Schmidt-Vollbrecht durch, gefolgt von Gerhard Willmann und Olaf Geigert. An einem Heimsieg für die Gemeinde Kloster Lehnin arbeiteten Jörg und Guido Lindemann, die mit ihren Gespannen aus Krahne nach Emstal gekommen waren. Für das Podest reichte es zwar. Jörg Lindemann landete vor seinem Sohn Guido auf dem zweiten Platz.

Ganz vorn stand aber Walter Heuer, der mit Pflug und Pferden extra aus Sachsen-Anhalt zum Leistungspflügen angereist war. Vor der Siegerehrung auf dem Festplatz rund um die Lehmbacköfen in der Emstaler Dorfmitte, gönnte sich der Gewinner erst einmal eine deftige Bratwurst, die zum reichen kulinarischen Angebot beim Kreiserntefest gehörte.

„34 Stände mit altem Handwerk, Mitmach-Angeboten vor allem Kinder, und eine große Auswahl an leckerem Essen und Getränken sind auf dem Festgelände über ein ganzes Wochenende zu entdecken“, sagte Kornelia Hurttig, die Geschäftsführerin des Kreislandfrauenverbandes. Zusammen mit dem Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark organisieren die Landfrauen in jedem Jahr das große Erntefest und tragen mit ihren Ortsgruppen zum breiten Programm bei.

Bei den Netzener Landfrauen konnte das zahlreiche Publikum alte Handarbeiten, zum Beispiel am Spinnrad, ausprobieren. Der Landfrauenverband hatte zudem wieder seine überdimensionierte Milchkanne dabei, aus der Milch-Shakes serviert wurden und am Stand mit Kartoffelpuffern war wie immer Anstehen angesagt. Der Emstaler Backofenverein ließ zudem seine berühmten Kugelbrote aus den historischen Öfen rollen und wer eines ergattern wollte, musste schnell sein.

Zur alten Tradition des Landlebens gehört auch das Binden von Erntekronen. Drei dieser kunstvollen Exemplare, die in Michelsdorf, Weseram und Emstal gefertigt wurden, waren beim großen Fest zu Bestaunen.

Zur Eröffnung war Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig in Emstal dabei und hörte die Bilanz, die Jens Schreinicke, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, zog. „Aufgrund der lang anhaltenden Dürre war die Ernte in diesem Jahr wirklich bescheiden.“ Zwischen 30 und 70 Prozent Verluste hatten die meisten landwirtschaftlichen Betriebe in der Region zu beklagen.

„Beim Winterroggen sind etwa 40 Prozent Verluste im Vergleich zum langjährigen Mittelwert zu verzeichnen. Beim Mais kommen sonst etwa 350 Dezitonnen Ernteertrag auf den Hektar, jetzt waren im Schnitt gerade einmal 170 Dezitonnen“, vermeldete Schreinicke, der in seinem Betrieb schon Vieh verkaufen musste, um die Lage zu verbessern.

Die Brandenburger Landespolitik will helfen. „Noch im September sollen Betriebe Anträge auf Hilfszahlungen stellen können“, sagte Birgit Rettich, Fachdienstleiterin für Landwirtschaft im Landkreis.

Von Christine Lummert

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