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Kreißsaal: Große Kliniken in der Pflicht

EvB macht Wiedereröffnung von Kinderarzt-Akquise abhängig Kreißsaal: Große Kliniken in der Pflicht

Es keimt ein kleiner Funke Hoffnung auf in Bad Belzig: Im Ringen um den Erhalt der Entbindungsstation in der Kur- und Kreisstadt zeigt die Chefetage des Ernst-von-Bergmann-Klinikums (EvB) nämlich erstmals Entgegenkommen.

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Noch besteht Hoffnung, dass sich die Tür zum Kreißsaal wieder öffnet.

Quelle: St. Specht

Bad Belzig. Neben dem vom Städtischen Klinikum in Brandenburg an der Havel unterbreiteten Konzept der Personalgestellung für die Gynäkologie- und Geburtshilfe-Abteilung in Bad Belzig hat offenbar ein Gespräch mit Spitzen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Familie am Dienstagabend dazu beigetragen.

„Beide Einrichtungen als so genannte Schwerpunktkrankenhäuser sind angehalten, im Verbund den Fachkräftemangel zu bewältigen und die politisch gewünschte wohnortnahe Versorgung für Schwangere sicher zu stellen“, berichtete Steffen Grebner am Mittwoch.

Chefärztliche Leitung müsse in Bad Belzig liegen

Nach nur noch 185 Geburten im vergangenen Jahr hatten er und der ärztliche Direktor Reinhard Engel den Auftrag dafür zum 1. April zurückgegeben. Denn unter diesen Umständen seien keine Fachkräfte zu finden, hieß es. Ohne sie jedoch die Gesundheit von Mutter und Kind in Gefahr, hieß es bislang. Seither müssen Schwangere zur Geburt weite Wege nach Brandenburg/Havel, Potsdam oder Lutherstadt Wittenberg in Kauf nehmen. Folgerichtig gab es erhebliche Proteste aus der Bevölkerung.

„Wir sind überzeugt mit Hilfe aus dem Städtischen Klinikum Brandenburg die Lücke von dreieinhalb Facharzt-Vollkräften auf der Station schließen zu können“, erklärte der EvB-Geschäftsführer. Vorteilhaft sei, dass die in Rede stehenden Mediziner mehrheitlich in Bad Belzig und Umgebung wohnen. Unter der Voraussetzung einer anteiligen Anstellung des Personals am Standort Bad Belzig nehme die Geschäftsführung das Unterstützungsangebot an, um so eine von mehreren Voraussetzungen zur Wiedereröffnung der Station zu erfüllen.

Zudem müsse die chefärztliche Leitung in Bad Belzig liegen. Die schlichte Personalgestellung sei mit Verweis auf Personal- und Organisationsverantwortung nicht möglich. Jedoch zeigt sich der EvB-Chef zuversichtlich, bis Monatsende die in Rede stehenden Interessenten für die Aufgabe gewinnen zu können.

Die nächsten Termine

Die Geburtshilfe-Abteilung im Krankenhaus Bad Belzig bleibt im Gespräch. Heute informiert sich Norbert Müller (die Linke) beim Bürgerbündnis über den Stand der Dinge. Er ist pikanter Weise der Nachfolger von Diana Golze, der jetzt zuständigen Ministerin, im Deutschen Bundestag.
Der Hauptausschuss Potsdam und der Kreistag Potsdam-Mittelmark erörtern in den nächsten Sitzungen jeweils neue Beschlussvorlagen zu der Problematik.
Am Mittwoch, 18 Uhr, stellt das Klinikum Brandenburg/Havel seinen Beitrag zur Lösung im Bürgerhaus Bad Belzig allen Interessierten vor. Zuvor sind die Bürger aufgerufen, Präsenz auf dem Marktplatz zu zeigen und ihren Willen zu bekunden.

Während es genügend Kinderkrankenschwestern gibt und die Bereitschaft von Hebammen signalisiert ist, am neuen Versorgungssystem mitzuwirken, ist die Ausstattung mit Kinderärzten augenscheinlich das Problem. „Auch wenn die Geburtshilfe der hiesigen Versorgungsstufe per se keine kinderärztliche Vor-Ort-Betreuung garantieren muss, haben sich die Beteiligten dafür ausgesprochen, Entbindungen nur durchzuführen, wenn der Kinderarzt binnen zehn Minuten da sein kann.

Kein endgültiges Aus für den Kreißsaal?

Das Angebot vom niedergelassenen Kollegen Burkhard Kroll, dies über seine Praxis zu organisieren, sei in Qualität und Quantität nicht hinreichend genug, um es rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, verlässlich realisieren zu können.

Daher wird die vom Ernst-von Bergmann-Klinikum Potsdam und dem Städtischen Klinikum Brandenburg betriebene Kinderklinik Westbrandenburg versuchen, drei Kinderärzte mit Expertise in der Neonatologie zeitnah zu finden. „Beide Häuser sind auf einem guten Weg“, heißt es in einer Mitteilung von Damaris Hunsmann. „Ist die Suche nicht erfolgreich, wird die Geburtshilfe-Abteilung nicht wieder eröffnet werden können“, so die EvB-Sprecherin. Andererseits könne sie sofort wieder die Arbeit aufnehmen werden, weil sie nur abgeschlossen sei.

Dem Vernehmen nach könnte die jüngste Annäherung dafür sorgen, dass am 17. Juni, wenn der Krankenhausplan des Landes Brandenburg erörtert wird, zumindest noch nicht das endgültige Aus für den Kreißsaal in der Kur- und Kreisstadt verkündet wird. „Das Ministerium erwartet von allen Partnern eine konstruktive Zusammenarbeit, um eine Lösung für den Weiterbetrieb der Geburtsstation zu finden", sagte Sprecherin Marina Ringel der MAZ.

Von René Gaffron

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