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Kreisverkehrswacht hat Büro eingerichtet

Beelitz Kreisverkehrswacht hat Büro eingerichtet

Die Kreisverkehrswacht Potsdam-Mittelmark hat in Beelitz ein Büro eingerichtet. An jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat beraten Vereinsvorsitzender Gerhard Kleinke und zwei weitere Mitglieder Bürger bei verkehrsrechtlichen Fragen. Wer zu ihnen kommt, will sich meist über die Chancen eines Widerspruchs gegen ein Bußgeldverfahren informieren.

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Gerhard Kleinke ist Vorsitzender der Verkehrswacht Potsdam-Mittelmark.

Quelle: Heinz Helwig

Beelitz. Nach einer kleinen Odyssee durch den Landkreis hat die Kreisverkehrswacht Potsdam-Mittelmark jetzt ein Büro in der Beelitzer Virchowstraße 100 eröffnen können. Dort beraten Vereinsvorsitzender Gerhard Kleinke und seine Kollegen Siegfried Matz und Manfred Pohl jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat Bürger zu verkehrsrechtlichen Fragen oder führen zu bestimmten Terminen Verkehrsteilnehmerschulungen durch. Wer zu den ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Verkehrswächtern in die Sprechstunde kommt, will sich oft über die Chancen eines Widerspruchs gegen verhängte Bußgelder oder andere geahndete Verkehrsverstöße informieren. Die meisten Besucher werden an die Fachanwaltskanzlei für Verkehrsrecht von Alexander Dauer in Potsdam verwiesen, mit dem der Verein zusammenarbeitet.

Bekannter ist die Kreisverkehrswacht vielleicht aber durch ihre Aktionen zur Verkehrserziehung in Kitas und Schulen sowie durch ihre Verkehrsteilnehmerschulungen auch für Erwachsene. Im vergangenen Jahr hat der Verein 45 solcher Veranstaltungen durchgeführt. Das Interesse an verkehrsrechtlichen Fragen steigt, stellt Vereinsvorsitzende immer wieder fest.

Seit einiger Zeit häufen sich die Anfragen aus den Flüchtlingsheimen, so Kleinke. Nach ersten Kontakten zu den Unterkünften in Teltow und Stahnsdorf klärt die Kreisverkehrswacht jetzt auch Flüchtlinge und deren Kinder in den Quartieren in Kloster Lehnin und Brück über die deutschen Verkehrsregeln- und -bestimmungen auf. In Götz unterweist der Verein Flüchtlinge mit Handicap in Verkehrsrecht. Acht Veranstaltungen mit Flüchtlingen kann die Verkehrswacht in ihrer Jahresbilanz für 2016 verbuchen.

Die mittelmärkische Verkehrswacht ist der Stadt Beelitz dankbar, dass sie ihr die drei Räume in der Virchowstraße zur Verfügung stellt, nachdem das vormalige Büro auf dem Gelände der Verkehrsgesellschaft in Bad Belzig irgendwann aus Kostengründen und einer Personalveränderung nicht mehr zu halten war. Der ehrenamtliche Verein erhält für seine Arbeit jährlich einen Zuschuss von 5000 Euro aus dem Kreishaushalt und finanziert sich sonst ausschließlich aus Spenden. Nun will Kleinke demnächst mit Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis Beelitz) reden, ob die Stadt den Verein nicht mit einer Fläche für einen Übungsplatz vielleicht in Beelitz-Heilstätten unterstützen könnte. Dann ließe sich der Fahrradkurs für Kinder und erwachsene Wiedereinsteiger, den die Kreisverkehrswacht ebenfalls anbietet, noch optimaler gestalten.

Vier Fahrten auf dem Übungsplatz, eine Fahrt auf dem geschützten Radweg und eine im öffentlichen Straßenverkehr gehören zur Fahrradprüfung für sogenannte Wiedereinsteiger, die nach langer Zeit wieder mit dem Rad fahren wollen. Obwohl man nicht vergisst, was man einmal gelernt hat, gibt es bei Interessenten mitunter schon einige Unsicherheiten, bestätigt Kleinke. Bei den Verkehrsaktionen an den Schulen müssen die Kinder nach einem Nachweis ihres theoretischen Wissens eine kurze Strecke langsam fahrend, ein Spurbrett sowie eine Slalomfahrt an Toren vorbei bewältigen, um die Fahrradprüfung bestehen zu können. Doch nicht nur der Sicherheit der Radfahrern, auch ihrer Zweiräder widmen sich die Verkehrswächter. Neben der technischen Überprüfung des Bikes beraten sie die Radler bei der Auswahl des richtigen Sattels oder dem gesündesten Verhältnis von Sattel und Lenker.

Personelle Verstärkung können die derzeit zwölf Mitglieder der Kreisverkehrswacht noch gut gebrauchen. „Wir sprechen auch gezielt Leute an, ob sie uns nicht in der Verkehrserziehung der Kinder unterstützen wollen“, sagt Kleinke. Es sei angedacht, der Verkehrswacht über das Arbeitsamt geschulte Helfer zu vermitteln. Doch nicht jeder eigne sich dafür. „Wenn jemand morgens mit einer Alkoholfahne zur Verkehrserziehung kommt, den kann ich doch gleich wieder wegschicken“, gibt Kleinke ein Erlebnis wieder.

Von Heinz Helwig

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