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Kriegsgräberfürsorge im Landkreis reaktiviert

Treuenbrietzen Kriegsgräberfürsorge im Landkreis reaktiviert

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat seinen Kreisverband wiederbelebt. Bei einer Versammlung in Treuenbrietzen sind der örtliche Bürgermeister, Michael Knape (parteilos), zum Vorsitzenden und Berthold Birka aus Rietz zum Geschäftsführer gewählt worden. Die ehrenamtlichen Posten waren über Jahre nicht mehr besetzt.

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Aktives Gedenken: Michael Knape (3. v. r.) und Berthold Birka (r.) weihen im April in Rietz den neu gestalteten Gedenkort für 1945 erschossene osteuropäische  Zwangsarbeiter ein.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen . Nach jahrelanger Pause ist der Kreisverband Potsdam-Mittelmark des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge jetzt wieder arbeitsfähig. Auf einer Versammlung im Treuenbrietzener Rathaus besetzten die geladenen Mitglieder die Führungsfunktionen neu. Treuenbrietzens Bürgermeister, Michael Knape (parteilos), wurde zum neuen Kreisvorsitzenden sowie Berthold Birka, der Ortsvorsteher von Rietz, zum Geschäftsführer für die kommenden vier Jahre gewählt. Beide Posten werden ehrenamtlich bekleidet.

Damit habe der Volksbund den Kreisverband reaktiviert und „an die Tradition einer personellen Struktur in Potsdam-Mittelmark angeknüpft, die dem Verband dort vor einigen Jahren verloren ging“, sagt Oliver Breithaupt vom Landesvorstand. Bis circa 2011 hatte Ex-Landrat Lothar Koch aus Brück (SPD) den Vorsitz inne. Er löste den Kreisverband mangels Nachfolger auf. Seither war der Posten unbesetzt.

Der 1919 gegründete Volksbund widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Er Volksbund unterstützt zudem die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.

Versöhnung über den Gräbern

Diese Völkerverständigung als Schritt zur Versöhnung sei gerade auch in Treuenbrietzen in den zurückliegenden Jahren aktiv gelebt worden, sagt Landesgeschäftsführer Breithaupt. Das seit 2005 gemeinsam mit Vertretern aus Italien, Russland und Deutschland alljährlich in der Stadt zelebrierte Gedenken an die Kriegstoten aller Nationen stehe exemplarisch für das Leitwort des Volksbundes: „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“. Dabei sei Michael Knape „hochgradig engagiert und für uns eine bestens geeignete Person, um das Anliegen des Volksbundes couragiert zu vertreten“, sagte Oliver Breithaupt am Donnerstag der MAZ.

Mit 232 Mitgliedern ist der Kreisverband Potsdam-Mittelmark der stärkste im Land. Dort hat der Volksbund aktuell 2367 Mitglieder.

Der Kreisvorstand  des  Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist neu besetzt mit Berthold Birka (li) als Geschäftsführer und Michael Kna

Der Kreisvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist neu besetzt mit Berthold Birka (li.) als Geschäftsführer und Michael Knape als Kreisvorsitzendem, hier mit dem Landesvorsitzenden Gunther Fritsch (re).

Quelle: Oliver Breithaupt

Wie Michael Knape der MAZ sagte, habe er die Anfrage für den Vorsitz gerne bestätigt, um auch damit „die bei uns erreichte Gedenkkultur auszubauen“. Dies auch für alle Bürger erlebbar zu gestalten, sei „manchmal auch eine schwierige und mühevolle Aufgabe“. Zur Gestaltung echter Auseinandersetzung mit der Geschichte sei gemeinsames Handeln nötig. „In Treuenbrietzen wirkten in den zurückliegenden Jahren Bürger aller Generationen, die Feuerwehr aber auch die Bundeswehr und deren Reservisten mit“, so Knape. Eine Hauptaufgabe sieht er darin, in der Region wieder Ansprechpartner zu etablieren, um die bisher üblichen Straßensammlungen von Spenden für den Volksbund wieder zu aktivieren, sagte der Bürgermeister.

Persönliche Bezüge zum Thema Krieg und Tod

In Berthold Birka sieht er „eine gut geeignete Person, die aus direkten Erfahrungen sehr persönliche Bezüge zum Thema Krieg und Tod hat“. Aus der Beschäftigung mit der Geschichte seiner Familie und später bei Auslandseinsätzen als Soldat der Bundeswehr musste er erfahren, was Sterben im Krieg bedeutete und noch immer bedeutet.

Finanziert vor allem aus Spenden

Heute hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bundesweit nach eigenen Angaben mehr als 330 000 aktive Förderer sowie über eine Million Gelegenheitsspender und Interessierte.

Mit ihren Beiträgen und Spenden, mit Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung finanziert der Volksbund zu etwa 70 Prozent seine Arbeit.

Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.

Am Sonnabend gibt es vom Volksbund in Treuenbrietzen die zentrale Auftaktveranstaltung des Landesverbandes anlässlich des Volkstrauertages am Sonntag unter dem Motto „Darum Europa“.

Neben Vertretern der Botschaft Italiens sowie der Landesregierung gebe es nun auch Zusagen für eine hochrangige Abordnung der russischen Botschaft, sagte Oliver Breithaupt am Donnerstag der MAZ.

Das Zeremoniell beginnt um 11 Uhr in der Marienkirche. Anschließend finden Kranzniederlegungen im Ehrenhain an der Jüterboger Straße statt.

Von Thomas Wachs

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