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Krise im Dorf: Ortsvorsteherin gibt auf

Jeserigerhütten Krise im Dorf: Ortsvorsteherin gibt auf

Jeserigerhütten ist mit 140 Einwohnern ein kleines Dorf in Potsdam-Mittelmark – in regionalen Wettbewerben mehrfach preisgekrönt. Doch Jeserigerhütten steckt in einer Krise. An Ideen und Bereitschaft fehlt es nicht, dafür gibt es andere Defizite. Ortsvorsteherin Anja Auster wirft nun das Handtuch und übergibt das Zepter an ihren bisherigen „Vize“ – mit einer Hoffnung.

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Und tschüss: Anja Auster ist nicht mehr Ortsvorsteherin in Jeserigerhütten.

Quelle: René Gaffron

Jeserigerhütten. Anja Auster will nicht länger Ortsvorsteherin sein. Den Entschluss hat sie dieser Tage während einer Einwohnerversammlung bekräftigt.„Es ist mir leider nicht gelungen, einen Großteil der Bürger für die Entwicklung der Dorfgemeinschaft zu gewinnen“, bilanzierte sie. Deshalb wolle sie zum Ende dieses Monats den Posten für jemanden räumen, der womöglich mehr Geschick dabei hat.

Wahrscheinlich wird es Andreas Petzold sein. Der Ortsbeirat muss den bisherigen „Vize“ bei der nächsten Zusammenkunft noch auf dem Chefposten bestätigen. So wie der Bauunternehmer seine Bereitschaft erklärt hat, wird wohl Anja Auster dem Gremium erhalten bleiben.

Die Ideen sind da

„Damit behält das Dorf auf jeden Fall die Geschicke in den eigenen Händen“, zeigte sich Marko Beckendorf (die Linke) zufrieden. Schlimmstenfalls hätte es, wenn der Ortsbeirat zurückgetreten wäre, Neuwahlen und bei Mangel an Kandidaten eine direkte Verwaltung von Wiesenburg aus geben müssen, erklärte der Bürgermeister. Wie Parlamentschefin Marion Gante (FDP), zugleich Ortsvorsteherin in Reeetz, bot er Unterstützung bei der Krisenbewältigung nan. Doch sollte seiner Meinung nach die Eigenständigkeit soweit wie möglich gewahrt und gestärkt werden.

Andreas Petzold übernimmt das Ruder im Dorf

Andreas Petzold übernimmt das Ruder im Dorf.

Quelle: Dirk Fröhlich

Dass die Möglichkeiten zur Gestaltung vor Ort derzeit nicht ausgeschöpft werden, war das Fazit der Zusammenkunft. „Es ist ihr nicht leicht gemacht worden“, bestätigte Andreas Petzold die schwierige Situation für seine Vorgängerin. In Jeserigerhütten – bis 2014 mit Dietrich Schildknecht an der Spitze und zweimal in regionalen Wettbewerben preisgekrönt – fehlt es nicht an Ideen und Bereitschaft, sondern in aller erster Linie an Kommunikation, wie mehrfach beklagt wurde.

Es fehlte an der Kommunikation

Aushänge werden nicht gelesen, E-Mail nicht versendet und schon gar nicht mit jedem geredet. Fehlende Information hat wiederum dazu geführt, dass sich einzelne Gruppen ihren Reim auf die nicht bekannten Vorgänge im Dorf gemacht haben. So ist ein als Treffpunkt gedachter, dem historischen Vorbild nachempfundener und mit privatem Engagement aufgebauter Backofen buchstäblich zum Stein des Anstoßes geworden. Aufrufe zu Arbeitseinsätzen oder Gesprächsrunden hätten ebenso wenig Resonanz gefunden wie die Einladung zu Festen, bedauerte Anja Auster.

Dies aber wünschen sich gerade die Alteingesessenen. Sie erinnerten daran, dass nicht von ungefähr ihre Rentnertreffen regelmäßig stattfinden und die Frauen des Ortes für legendäre Kuchenbüffets beim sommerlichen Dorffest bekannt sind. Immerhin ist die Basis dahin gehend günstig, dass es nicht die anderswo üblichen Differenzen von Ortsteil zu Ortsteil – Jeserigerhütten, Glashütte und Siedlung – gibt.

Von René Gaffron

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