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Kritik an Info zu möglichem Missbrauch in Kita

Schwierige Ermittlungen Kritik an Info zu möglichem Missbrauch in Kita

Die Ermittlungen zu dem Missbrauchsverdacht in einer Kita in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) gestalten sich schwierig. Kritik wurde dagegen laut, dass die Stadt offensiv mit dem Verdacht umgegangen ist und über Aushänge den schrecklichen Verdacht publik gemacht hat.

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Quelle: dpa

Michendorf. Der des Missbrauchs verdächtige frühere Mitarbeiter einer Michendorfer Kita hat auch in Kindereinrichtungen in Langerwisch und Wilhelmshorst gearbeitet. Darüber informierte Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) im Kita-Ausschuss. Die „betreffende Person“ habe eine Ausbildung in Langerwisch absolviert und danach noch etwa drei Monate in der Kita in Wilhelmshorst gearbeitet, bevor sie nach Michendorf wechselte, sagte Mirbach, der seine Worte bewusst geschlechtsneutral formulierte, auf Anfrage.

„Es gibt bis jetzt aber weder einen Anfangsverdacht noch Hinweise darauf, dass in diesen Kitas etwas vorgefallen sein könnte“, so Mirbach. Die Kommune hatte Ende Juni in einem Aushang darüber informiert, dass es den Verdacht des Kindesmissbrauchs gegen „eine in der Kita beschäftigte Person“ gebe. Konkret betroffen war die Kita „Wirbelwind“ in Michendorf, in der Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut werden. Die Kommune als Kita-Träger hatte den Mitarbeiter nach Bekanntwerden der Vorwürfe freigestellt. Mittlerweile ist ihm gekündigt worden.

Die Ermittlungen zum Missbrauchsverdacht dauern noch an, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange. Zum Stand der Ermittlungen äußerte er sich nicht. Nur so viel: „Es ist sehr schwierig wie in solchen Fällen oft.“ Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang August den Fall von der Polizei übernommen.

Kritik an Aushängen

Unterdessen wurde auch Kritik an der Informationspolitik der Kommune laut. Aushänge wie die in der Kita würden eher Verwirrung und unnötige Spekulationen verursachen, was wiederum für Gerüchte sorge. „Unser Rechtssystem geht doch immer zunächst von der Unschuld einer Person aus, die Schuld muss erst bewiesen werden. Unseres Erachtens tragen aber Aushänge dieser Art und die daraus resultierende Mundpropaganda dazu bei, dass Menschen vorverurteilt werden“, heißt es in einem anonymen Brief an die MAZ.

Der Bürgermeister verteidigt die schnelle Information über Aushänge. „Dort ist vom ,Verdacht auf Missbrauch’ die Rede gewesen. Das ist keine Vorverurteilung“, sagte Mirbach und fügte hinzu: „Es ist sinnvoller, vom Kita-Träger schnell zu erfahren, dass etwas passiert sein könnte, als wenn man es zwischen Tür und Angel von anderen erzählt bekommt.“

Von Jens Steglich

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