Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Kritische Beiträge verschwinden von ziesar.de

Zufall oder Zensur? Kritische Beiträge verschwinden von ziesar.de

Mitglieder der "Bürgerinitiative gegen Asphalthennen" trauen ihren Augen nicht: Zweimal sind auf mysteriöse Weise ihre Beiträge von der Web-Seite ziesar.de komplett verschwunden. Die BI vermutet dahinter Zensur: Der Amtsdirektor ist Bauantragsteller und einer der Gesellschafter der in Buckautal geplanten Hennen-Anlage.

Voriger Artikel
Wo sich Hochzeitspaare „vermehlen“
Nächster Artikel
Auto komplett ausgebrannt

Von ziesar.de sind Beiträge gelöscht worden.

Quelle: Screenshot

Ziesar. Gibt’s denn so was? Mitglieder der „Bürgerinitiative gegen Asphalthennen“ trauten ihren Augen nicht: Zweimal sind auf mysteriöse Weise sämtliche Beiträge der BI von der Web-Seite „ ziesar.de“ komplett verschwunden. „Das erste Mal im Februar. Im Mai war das gesamte Mandat der Bürgerinitiative plötzlich weg“, berichtet Steffen Huber, der die Seite im Auftrag der Kommune seit 15 Jahren ehrenamtlich betreut und selbst Stadtverordneter war. Dieser Tage seien alle Stadt-Veranstaltungen vom Portal gelöscht gewesen. „Sie wieder reinzustellen, kostet viel Zeit“, grollt er. Wie das passierte, sei unklar.
„Zufall oder Willkür?“ Nicht nur Huber wundert sich. In einem von ihm und Bürgermeister Dieter Sehm (beide Sozialdemokraten sind in der BI) unterzeichneten und Anfang dieser Woche auf „www.ziesar.de“ zu lesenden Beitrag machen sie sich über den Interessenkonflikt des Amtsdirektors so ihre Gedanken. Die BI wurde im vorigen Herbst gegründet, um die in der Gemeinde Buckautal für 100 000 Junghennen geplante Anlage kritisch zu begleiten. Der Bauantrag der Agrarhof Steinberg GmbH wird noch beim Landesumweltamt geprüft. 483 Einwendungen von Bürgern gingen ein. Die Anhörung dauerte zwei Tage.

Zwar hat Huber nach Rücksprache mit Sehm den anprangernden gemeinsamen Eintrag am Mittwochabend deaktiviert, um „weitere Härten in der Zusammenarbeit mit dem Amt Ziesar zu vermeiden“, doch der Vorwurf der Verquickung von dienstlichen und privaten Dingen durch Verwaltungs chef Norbert Bartels bleibt. Der Steinberger ist Mitgesellschafter jener GmbH und Mitantragsteller für den Bau der Junghennenmast gegen den sich auch Ziesars Stadtväter mehrheitlich aussprachen.

Bartels hüllt sich in Schweigen: „Ich gebe der Presse keine Auskünfte mehr.“ Ordungsamtsleiterin und Bartels Schwägerin Eva Friedrich, die ein Auge auf die Webseite „amt-ziesar.de“ hat, sei es leid, sich „ständig“ rechtfertigen zu müssen. „Ich fühle mich wie auf der Anklagebank.“ Sie habe im Amtsausschuss eine Erklärung abgegeben. „Ich kann nichts dafür, dass der Förderverein beide Seiten verlinkt hat. Dadurch ist es passiert“, so Friedrich zur MAZ, die auf der Amtsseite aufräumte.

Laut Hubers Recherchen ist das Verschwinden der von ihm auf „ziesar.de“ wieder aktivierten BI-Einträge offenbar technischem Unverständnis in der Verwaltung geschuldet, aber der bittere Beigeschmack bleibt. „Es handelt sich nicht um eine normale Homepage, sondern um ein Webportal mit diversen Vernetzungen und Zugriffen“, erklärt er. Das heißt, dass Eingriffe auf das Oberportal, also der Amtsseite, auch für Unterportale wie die Stadtseite gelten. Beide waren vor Jahren mit Hilfe des Fördervereins für regionale Entwicklung und dem Förderprogramm „Brandenburg vernetzt“ miteinander verknüpft worden.

Wie Huber gestern unter Berufung auf den Bürgermeister sagte, soll diese Vernetzung nun temporär gelöst werden, um Eingriffe des Amtes in die städtische Hoheit zu unterbinden. „Technisch ist das möglich“, bestätigt der Verein.

Von Claudia Nack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg