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Kröten im Hohen Fläming sicher unterwegs

Naturwacht aktiv Kröten im Hohen Fläming sicher unterwegs

Die Nacht der Nächte soll unmittelbar bevor stehen. Wenn die Amphibien demnächst zu ihren Laichplätzen aufbrechen, werden sie auf sicheren Wegen unterwegs sein. Die Naturwacht hat jedenfalls Schutzzäune an den Straßen im Hohen Fläming postiert. Stellenweise sucht sie noch Betreuer. An der B 107 bei Rottstock wird sich indes niemand mehr krumm machen müssen.

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Fast ein Dutzende Ehrenamtliche stellte die Schutzzäune an der L 85 bei Cammer auf.

Quelle: Andreas Koska

Baitz. Die Naturwacht „Hoher Fläming“ hat schon Krötenschutzzäune über mehr als 7,5 Kilometer aufgestellt. „Wir würden mehr postieren“, sagt Katrin Mielsch, Mitarbeiterin der Naturwachtstation Baitz. „Aber es fehlt vielerorts an Betreuern.“

Dieser Tage wurden mit elf ehrenamtlichen Helfern unter anderem in und um Brück 1100 Meter die lebensrettenden Hindernisses für Frösche, Unken und Kröten eingerichtet. „Das ist wichtig, denn wir hatten bereits die ersten Nutzer der Sammeleimer bei Wiesenburg“, berichtet die Rangerin, gleichwohl die so genannte Nacht der Nächte, in der es zur Massenwanderung der Amphibien kommt, erst noch bevorsteht.

Tiere kommen sicherer über die Straße

An der L 85 zwischen Golzow und Cammer kommen die Tiere dann sicherer denn je über die Piste. Für dieses Frühjahr wurde die für sie gesicherte Strecke um 100 auf 400 Meter verlängert. „Dort haben wir das Glück mit Fritjof Sudlinski aus Cammer einen dritten Helfer bekommen zu haben“, berichtet Katrin Mielsch. Bisher haben Gerhard Rettig aus Cammer und Karl-Heinz Voigt aus Golzow sich um die Betreuung der Sammelbehälter am Zaum gekümmert und die darin gelandeten Frösche über die Straße gebracht. „Allerdings suchen wir noch jemanden aus Golzow, der sich um den Zaun am Schlossteich kümmert“.

Nach Ende der Arbeiten in der Gemeinde Planebruch ging es für die Brigade nach Stromtal und Jeserig (bei Niederwerbig), wo jeweils 300 Meter der grünen Netze installiert wurden. „Auch dort suchen wir noch Betreuer“, hofft Mielsch auf Verstärkung aus dem Doppeldorf Niederwerbig-Jeserig. Während die Rangerinen Katrin Mielsch und Katrin Dörrwald diese Arbeiten begleiteten, war Marina Czepl mit dem Nachwuchs bei Verlorenwasser unterwegs. Auch dort musste ein neues Zaunband angelegt werden.

Keine Zäune in Brandenburg/Havel

Erdkröte, Moorfrosch und Lurch müssen in Brandenburg an der Havel künftig ohne Hilfe zu ihrem Laichplatz kommen.

Das Naturschutzzentrum im Krugpark verzichtet ab sofort auf die Aufstellung und Betreuung von Zäunen, die es zuletzt ohnehin nur noch am Gördensee gab.

Dort wurden im vergangenen Frühjahr nur noch 41 Tiere umgesetzt. Zum Vergleich: 2014 waren es 160; 2013 gar 493 und 2007 mehr als 6000.

Nach Einschätzung von Rangerin Maja Lüth gibt es Ausfälle wegen Umwelteinflüssen und die Wanderung der Amphibien in andere Lebensräume.

Die Expertinnen gehen davon aus, dass mit den jetzt vorhergesagten feuchte Nächten, mit Temperaturen über null Grad Celsius die Krötenwanderung an Dynamik gewinnt. Die Autofahrer sollten deshalb in den kommenden Nächten vorsichtiger fahren, denn nicht überall können Schutzvorrichtungen geschaffen und betreut werden. „Es wäre schön, wenn die Straßennutzer uns mitteilen, wenn ihnen besonders häufig genutzte Querungsstellen auffallen.“

Feuchte Nächte vorausgesagt

Dass es sich lohnt, in deren Schutz der Arten etwas Zeit, Kraft und Geld zu investieren, zeigen die Ergebnisse der Vorjahre: In Bad Belzig und Umgebung werden alljährlich insgesamt 40 000 Tiere von den Ehrenamtlichen vor der Todesgefahr beim Überqueren der Straßen bewahrt. Die Gesamtzahl der geretteten Tiere ist vermutlich höher als von der Naturwacht angegeben. So ist davon auszugehen, dass vor allem in Schmerwitz und am Stadionteich in der Kur- und Kreisstadt die Amphibien von Passanten hinübertragen werden. Ganzjährig steht zudem der Zaun in den Burgwiesen am Papendorfer Weg.

Nur an der B 107 zwischen Rottstock und Buckau, wo in der Vergangenheit bis zu 10 000 Tiere gefunden worden sind, muss sich die Naturwacht nicht mehr krumm machen. Am Gesundbrunnen wurde ein Krötentunnel gebaut.

Von Andreas Koska

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