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Potsdam-Mittelmark Künstler-Trio gastiert in Töplitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Künstler-Trio gastiert in Töplitz
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08:07 20.04.2018
Dieses Apothekenhaus in Kunming hat vier Jahre halb fertig gelegen, bevor Krzysztof Debicki es in diesem Jahr fertig gestellt hat Quelle: Luise Fröhlich
Töplitz

Die Bühne junger Künstler in der Galerie Töplitz öffnet wieder ihre Pforten. Zum Saisonabschluss stellen ein Maler, ein Zeichner und eine Bildhauerin aus, deren gemeinsame Schau am Sonnabend traditionell mit einem Konzert in der Dorfkirche beginnt. Alle drei hat Kuratorin Marianne Kreutzberger bei Abschlussausstellungen der großen Kunsthochschulen in Ostdeutschland getroffen. Jonathan Kraus (28) kommt aus Leipzig, Krzysztof Debicki (40) stammt ursprünglich aus Polen, ist viel herumgereist, lebt und arbeitet aber seit einigen Jahren in Berlin und Julia Schleicher (34) ist Wahl-Hallenserin. Kennengelernt haben sie sich erst in der Galerie am Dorfplatz – für die Kuratorin ist das Ergebnis stimmig.

Krzysztof Debicki wuchs in Kanada auf und lebte unter anderem in Spanien, Italien und Japan. Große Städte sind seine Inspirationsquelle, verrät er beim Blick auf sein Stadtporträt von Osaka (Japan). Als Kind sei er immer von den Architekturzeichnungen seines Vaters umgeben gewesen. Architekt wollte der Mann aus Polen aber nicht werden. „Ich mache jetzt im Grunde genommen genau das Gegenteil, denn ich zeichne Gebäude, die schon existieren und mache aus dreidimensional in meinen Bildern zweidimensional“, erklärt er. Markant sind die erkennbar gebliebenen Linien, die im Hintergrund des Bildes eine angedeutete Skyline zeichnen. Die chinesische Stadt Kunming taucht in den Bildern von Krzysztof Debicki mehrmals auf – auch in der Ausstellung. Er beschäftigt sich darin mit Urbanisierung, der Umsiedlung von Menschen und mit kurz vor dem Abriss stehenden Siedlungen. „Prozesse, die hier viele Jahre dauern, gehen dort sehr schnell“, sagt der Künstler.

Abwechslungsreich und eindrucksvoll

Ganz ohne Eile arbeitet Jonathan Kraus an seinen collagenhaften Kompositionen. Auf den meisten bildet er Menschen ab, die allerdings in ihrer Erscheinung nicht unbedingt auch existieren. So ist es zum Beispiel bei „Purple Jumping Man“ – einem Museumswächter, dessen Figur zwar auf einer wahren Geschichte beruht, die aber für die Kunst zusammengesetzt wurde aus dem echten Kopf des Menschen und einem Anzug, den er ursprünglich nicht getragen hat. „Ich stelle unterschiedliche Dinge in den Zusammenhang und verbinde Elemente aus Werbung, Mode und Kunst“, erklärt Jonathan Kraus. Menschen, die so fein gemalt sind, dass sie beim ersten Hinsehen wie Fotos wirken, sitzen oder stehen vor flachen Hintergründen. „Die Muster, Pop-Art-Drucke oder Plakate geben kompositorische Möglichkeiten, ohne dabei Räume wie in der klassischen Interieurmalerei zu zeigen“, sagt der gebürtige Berliner, der zum Studieren zunächst nach Dresden ging.

Jonathan Kraus, Julia Schleicher und Krzysztof Debicki (v.l.) haben sich erst für die Ausstellung in der Galerie kennengelernt. Quelle: Luise Fröhlich

Wer zwischen der Malerei Abwechslung in etwas Gegenständlicherem sucht, kommt in der Galerie Töplitz dank figürlicher Bildhauereien von Julia Schleicher auch auf seine Kosten. Darunter sind menschliche Köpfe, Hasen, Pferde, aber auch Wesen, deren Art nicht eindeutig zuzuordnen ist. Besonders eindrucksvoll sind die Büsten von Carla und Alex – zwei bemalte Betongüsse, aber auch das Porträt ihrer eigenen Tochter Frieda fällt sofort ins Auge. „Zeit spielt bei meinen Arbeiten keine Rolle“, sagt Julia Schleicher. Wie lange sie braucht, kann sie deshalb schlecht sagen. Manche Figuren gelingen ihr schnell, etwa die kleinen Bronzegüsse, die Mensch- und Tierwesen kombinieren. Julia Schleicher stellt nicht zum ersten Mal in Brandenburg aus. Im vergangenen Jahr war sie bei der Kleinmachnower Kunstwoche dabei und 2014 stellte sie im Schloss Tebnitz aus und beteiligte sich dort auch an einem Pleinair.

Ein Ausschnitt von dem, was den Besucher der Galerie Töplitz erwartet. Quelle: Luise Fröhlich

Gespannt ist die Bildhauerin auf die Kinder der Inselschule, die die Ausstellung am Freitag besuchen. „Ich habe schon einige schräge Interpretationen gehört, aber Kinder haben noch mal einen anderen Zugang“, sagt sie. Bei der Vernissage am Sonnabend werden alle drei Künstler vor Ort sein und Fragen zu ihren Werken beantworten.

Landpartie trifft auf regen Zuspruch

Zur Eröffnung spielen am Sonnabend, 9. September, um 16 Uhr Rudolf Döbler (Flöte), Alejandro Regueira Caumel (Viola) und Maud Edenwald (Harfe) Werke von Claude Debussy, Maurice Ravel und César Cui.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 17. September. Montags bis freitags ist die Galerie von 16 bis 18 Uhr geöffnet und am Wochenende von 14 bis 18 Uhr.

Marianne Kreutzberger vom Verein Havel-Land-Art, der seit 1994 besteht, hat für die beiden bereits gelaufenen Ausstellungen in diesem Jahr viel positive Resonanz bekommen, wie sie sagt. Die Kombination aus anspruchsvoller Musik und Kunst komme bei den Besuchern sehr gut an.

Mittlerweile ist sie schon dabei, das kommende Kunstjahr in Töplitz zu organisieren. Geplant sind wieder drei Ausstellungen.

Von Luise Fröhlich

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