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Potsdam-Mittelmark Künstler hauchen Fabrikhalle wieder Leben ein
Lokales Potsdam-Mittelmark Künstler hauchen Fabrikhalle wieder Leben ein
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18:09 15.11.2016
Katharina Forster freut sich auf die Gäste im eigenen Atelier und in der Galerie auf der Insel. Quelle: Greiner
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Werder

Die Zeiten, in denen in Werders alter Vulkanfiberfabrik, erbaut 1916, Koffer hergestellt wurden, sind Geschichte. Mit dem neuen Eigentümer Jörg Maywald aus Berlin hat sich das Denkmal an der Havel und unweit vom Bahnhof seit 1998 zu einem Gewerbegebiet mit buntem Branchenmix gemausert. Neben dem Schützenverein, dem Eldorado für Wassersportler haben sich auch Künstler dort auf 500 Quadratmeter ihre Welt in einer alten Papierlagerhalle eingerichtet. „In dieser Lage ein großes Atelier zu haben, ist für mich wie ein Lottogewinn“, sagt Katharina Forster. Sie und die Bildhauerin Ruth Gindhart sind regelrecht verliebt in die historische Architektur der großen Halle und wie sie das Licht einfängt. Wer die Werke der beiden Frauen und weiterer Künstler hautnah erleben will, kann dies am 19. und 20. November von 13 bis 18 Uhr im Atelier in der Damaschkestraße 56/58, wo sie ihre einzigartigen Installationen ausstellen.

Gindhart betreibt das Atelier seit 16 Jahren, schuf Skulpturen unter anderem für den Flughafen Berlin-Tegel und das Kulturforum Lüneburg. Am liebsten arbeitet die 62-Jährige, aufgewachsen am Ammersee, mit Holz und Stahl. „Ich mag diese Kontraste, Harmonie finde ich eher langweilig.“ Ihre Gestaltung mit Holz und Stahl erfordert viel Kraft, nicht selten ist es Schwerstarbeit. Umso mehr freut sich Gindhart dann auf das Entspannungsbad am Abend, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein, wenn der Stahl gebogen werden muss.

Katharina Forster will neben ihrer Schau im Atelier in der einstigen Fabrik Kunstwerke auch in der neuen Ausstellung in Werders Stadtgalerie ab 16. November auf der Insel zeigen. Darüber hinaus will sie zur 700-Jahr-Feier der Stadt im nächsten Jahr ein besonderes Projekt starten. Wenn private Stiftungen das Vorhaben fördern, kann es schon bald losgehen. An den Installationen aus Plaste sollen die Werderaner mitwirken, in dem sie den Grundstoff in all seinen Variationen sammeln. Anschließend will Forster daraus wahre Kunstwerke zaubern. Bevor die 37-Jährige das Atelier an der Havel entdeckte, lebte sie mit ihrem Mann, einem Entwickler in der IT-Branche, in Südafrika, wo sie auch Kunst studierte. Doch als die Familie größer wurde, der kleine Lloyd und Ayana den Tagesablauf mitbestimmten, zogen die Forsters nach Werder. „Und das haben wir wahrhaftig nicht bereut.“

Von Regine Greiner

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