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Künstler zeigen Steinskulpturen und Stahlbilder

Bad Belzig Künstler zeigen Steinskulpturen und Stahlbilder

Steinskulpturen und rostige Stahlbilder sind die Exponate der neuen Ausstellung des Kunstvereins Hoher Fläming in seinen Räumen auf der Bad Belziger Burg Eisenhardt. Bis November zeigen dort Robert Schmidt-Matt und Georg Seibert ihre handwerklichen Kunstwerke.

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Metall gehört zu den Bestandteilen der Werke von Georg Seibert.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Wo ist denn nur der Trick an dieser Sache? Wie lassen sich solche filigranen Steinskulpturen denn nur in ihren Segmenten bewegen, ohne dass einzelne Bauteile zu erkennen sind? „Ganz einfach“, sagt Robert Schmidt-Matt aus Berlin. „Es gibt gar keine Einzelteile. Alles ist aus einem Stück gearbeitet“, erklärt der professionelle Künstler zu seinen Exponaten der neuen Ausstellung des Kunstvereins Hoher Fläming in Bad Belzig. Bis November zeigt auf Burg Eisenhardt zudem Georg Seibert seine Stahlbilder.

„Ich kannte beide Künstler für sich und fand, dass sie in ihren Arbeiten gut zueinander passen“, sagt Werner Reister vom Kunstverein zum Grund für die Doppelausstellung der stark handwerklich geprägten Künstler.

Die Künstler

Die Künstler.

Quelle: Wachs

Bei Robert Schmidt-Matt sind alle Details seiner Skulpturen aus massivem Naturstein oder Keramikblöcken akribisch herausgearbeitet. Bis zu zwei Monate wahrer Kleinstarbeit stecken in den größeren Kunstwerken des Steinbildhauers. Mit Hämmern, Meißeln und Feilen arbeitet er sich Stück für Stück und Millimeter für Millimeter vor. „Tief im Innern wird der Stein immer härter“, sagt Schmidt-Matt mit einem Augenzwinkern. Denn dann fehlt der Platz, um Werkzeuge noch kräftig ansetzen zu können. Viel Abfall entstehe bei dieser Technik nicht, erklärt der 62-Jährige Berliner. Er entfernt nur so viel Material, wie für die Beweglichkeit seiner Objekte nötig ist. Zeichnungen und Versuche an Gipsmodellen gehen der Arbeit am eigentlichen Stein voraus.

Ausstellung bis November

Die Ausstellung von Georg Seibert und Robert Schmidt-Matt ist zu sehen in der Galerie das Kunstvereins Hoher Fläming auf Burg Eisenhardt.

Zu sehen sind die Stahlbilder und Stein-Skulpturen dort bis zum 2. November.

Die Öffnungszeiten sind Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 17 Uhr.

Reinhardtsdorfer Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge ist sein bevorzugtes Material. Aber auch eine Granitkugel, die ihm Freunde vor Jahrzehnten mal vom Tauchurlaub aus Griechenland mitgebracht haben, verarbeitet der Berliner ebenso wie Marmor, Kalkstein und Tonblöcke. Bewegt man die Segmente der Arbeiten, entsteht wieder eine Ganzes. Mit seinen spielerischen Ideen verleiht Schmidt-Matt dem schweren und harten Material eine verspielte Leichtigkeit. Der Bildhauer zerlegt das innere Volumen, ohne das Ganze zu teilen.

Am Ende halten sich Statik und Dynamik oft einander die Waage. Bei vielen Arbeiten des Steinbildhauers greifen die beweglichen Glieder kettenartig ineinander. Der ansonsten starre Stein wird beweglich, die Segmente werden verschiebbar. Diese Variabilität lässt unterschiedlichste Aufstellungsmöglichkeiten für die großen und kleinen Kunstwerke zu. Das zeigt nun auch einen repräsentativer Querschnitt der Arbeiten eindrücklich in der Schau auf Burg Eisenhardt.

Ausstellungsstücke

Ausstellungsstücke.

Quelle: Thomas Wachs

Zu den Steinskulpturen in den Räumen arrangiert Georg Seibert seine Stahlgemälde. Die gestaltet er mit Hilfe von Rost. „Ich bin durch Zufall zum Maler geworden“, erzählt der 76-Jährige, der in Berlin und Walsleben bei Neuruppin seine Ateliers betreibt. Als Stahlbildhauer fertigt er seit Jahrzehnten große Skulpturen aus Stahlbausätzen. Dabei folgt er seinem künstlerischen Grundthema „Das Haus ist unsere zweite Haut des Menschen“. Abgelagert auf einem Betonfußboden, hinterließen die rostenden Stahlteile der Haus-Bausätze einst mal markante Spuren.

„So war die Idee für die Stahlgemälde geboren“, erzählt Georg Seibert. Er reproduzierte den Effekt fortan bewusst. Anfangs fing der Künstler die rostigen Abdrücke seiner Hausbausätze auf Leinwand auf. Dann griff er zu Stahlplatten und entwickelt die Technik weiter. Mit Wasser aus der Gießkanne beflügelt er im Atelier das Rosten so lange gezielt, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. Mit einem Trennschleifer zieht Seibert mitunter dann bestimmte Konturen der gerosteten Bilder nach.

An den Einschnitten leuchtet der glänzende Stahl hindurch und schimmert je nach Lichteinfall ganz unterschiedlich. Eine Spezialtinktur versiegelt dieses Ergebnis, das zuvor mitunter auch durch Farbaufträge noch eine thematische Wirkung verliehen bekommt. Auch erweitern Anbauten aus Armierungsstahl die Dimensionen der Bilder in eine dritte Ebene.

Den Umgang mit dem Schweißgerät hat Georg Seibert, der zunächst eine Ausbildung als Gold- und Silberschmied absolvierte, von einem Studienkollegen erlernt. „Er war gelernter Werftarbeiter“, erzählt der Stahlbildhauer. Er fertigt für internationale Auftraggeber und Ausstellungen längst auch riesige Skulpturen.

Von Thomas Wachs

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