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Potsdam-Mittelmark Künstlerin zog es nach Bad Belzig
Lokales Potsdam-Mittelmark Künstlerin zog es nach Bad Belzig
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00:28 13.12.2015
Beate Simon in ihrem Bad Belziger Atelier. Quelle: Uwe Klemens
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Bad Belzig

Wenn Beate Simon Bretter und Leinwände dick mit Spachtelmasse bestreicht und sie danach trocknen lässt, ist sie selbst gespannt, was unterm Strich dabei herauskommt. Denn in den entstehenden Rissen lässt sich viel entdecken und noch mehr hineininterpretieren. Oft sind es Menschengestalten, die sie im Anschluss mit feiner Klinge herausarbeitet. Meist wirken sie dann zart und zerbrechlich wie die menschliche Seele. Umgeben von sanften Ockertönen und zerklüfteten Flächen wirken sie einsam.

Bereit für neue Impulse

„Einsamkeit ist für mich nicht unbedingt leidvoll“, sagt die Künstlerin, die nun zum ersten Mal in Bad Belzig zum Rundgang durch ihr Atelier einlud. Erst Anfang dieses Jahres zog es die 52-Jährige in den Fläming. Ausschlaggebend war die Nähe zu Freunden, die – wie sie selbst – kreativ sind sowie die Nähe zur Kulturstadt Berlin. „Meine Zeit im Wendtland, wo ich in einem Dorf an der Elbe gelebt habe, war abgelaufen. Jetzt bin ich bereit, neue Impulse aufzunehmen.“

Mit Keks und Kerzenschein

„Kunst mit Keks“ lautete der Titel einer gemeinsamen Ateliertages, zu dem am 2. Advent die Künstlerinnen Beate Simon, Alexandra Seel, Corinna Reinbach und Angela Maria Osthoff in ihr Atelierhaus in der Bad Belziger Eisenbahnstraße einluden.

Gezeigt wurden Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Raku und Keramik. Ein Lichtpfad aus Kerzen führte im Garten zu den Skulpturen. Etwa 30 Besucher begaben sich dort auf Entdeckungsreise.

Arbeiten von Alexandra Seel sind gegenwärtig auch im Foyer der Bad Belziger ausgestellt. Ende Februar lädt die Künstlerin dort zur Vinissage.

Das Auf und Ab zwischen Einsamkeit und menschlicher Nähe begegnet dem Betrachter in fast allen Arbeiten, die Beate Simon zeigt. „Das Gefühl von Einsamkeit gehört zum Menschen. Erst daraus entsteht der Wunsch nach Freundschaft, Ehe, Beziehung“, ist die Künstlerin überzeugt, die selbst erst über Umwege zur Malerei fand.

Die wichtigen Fragen des Lebens bearbeiten

Nach einem begonnenen Studium der Vergleichenden Religionswissenschaften und Ethnologie entschied sie sich für eine Ausbildung zur Figurentheaterspielerin. „Eine optimale Möglichkeit, um mit gesammelten Dingen aus aller Welt künstlerisch umzugehen und die wichtigen Fragen des Lebens zu bearbeiten“, sagt Simon. Religiösen Traditionen und Strömungen, Unterweltthemen, Mythen, der Traumsymbolik, Philosophie, dem Surrealismus und ähnlichen Themenbereichen hat sie sich als Solo-Puppenspielerin und mit verschiedenen Ensembles genähert.

Bei der Arbeit mit Tageslichtprojektoren hat sie diesen Reiz entdeckt: „Etwas Figürliches an die Wand zu bringen, war für mich der erste Schritt zur Malerei. Ein Bild an der Wand ist mehr als nur Deko, sondern kann einen ganzen Raum verändern und auch die Menschen darin. Sich darauf einzulassen ist das Spannende.“

Singen und Tanzen in der Gemeinschaft

So sehr wie die Einsamkeit mag Beate Simon allerdings auch die Gemeinschaft. Sing- und Tanzworkshops, die sie künftig verstärkt auch in der Flämingregion anbieten will, sind ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Ein erstes Singe- und Tanzcamp ist für Mitte Juli angedacht.

Auch ehrenamtlich engagiert sich Beate Simon für andere Menschen. In der Awo-Begegnungstätte auf dem Bad Belziger Trollberg hilft sie jeden Donnerstag mit, Flüchtlingen einen Raum zum Miteinander und zur Begegnung mit Menschen aus der Region zu geben. Denn: „Flüchtlinge sind wahnsinnig einsam und vom wirklichen Leben fast komplett abgeschnitten“, weiß sie aus vielen Begegnungen. „Dass das Thema Einsamkeit in meinen Bildern so präsent ist, ist da eigentlich kein Wunder.“

Von Uwe Klemens

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