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Potsdam-Mittelmark Künstliche DNA schreckt Kriminelle ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Künstliche DNA schreckt Kriminelle ab
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02:15 08.10.2015
Polizeiobermeisterin Karin Mollenhauer erklärt in Borkheide einen abschließbaren Fenstergriff. Quelle: Andreas Koska
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Borkheide

Diese Erkenntnis ist bitter: „Wenn die Diebe wollen, kommen sie immer rein“. Das erfuhr Elke Müller (Name von der Redaktion geändert) von der Kriminalpolizei. Dreimal war in das Haus der 55-Jährigen in Leverkusen eingebrochen. Das belastete die Müllers so sehr, dass sich das Ehepaar nach einem friedlicheren Wohnplatz umschaute und glaubte, ihn in Borkheide gefunden zu haben. Doch weit gefehlt. 2014 suchten Einbrecher auch das neue Domizil heim und verwüsteten das Haus. „Es ist wie ein Fluch, so etwas geht an die Psyche, wie fühlen uns schlecht“, sagt Elke Müller bei einer Veranstaltung in Borkheide. Jetzt sei immer jemand im Haus. Deshalb kam sie auch allein zu einer Präventionsveranstaltung der Polizei in die Mensa der Hans-Grade-Schule in Borkheide.

Jens Mehlhase aus Borkwalde testet ein Sicherungssystem für Fenster. Quelle: Andreas Koska

Dabei hatten die Müllers aus den bitteren Erfahrungen ihre Lehren gezogen. Eine Inventarliste ist angefertigt, wertvolle Gegenstände sind fotografiert. Alle empfohlenen Sicherungen wurden am Haus angebracht und auch ein Hund läuft durch den Garten. „Ich weiß nicht, was wir noch machen sollen“, fragt sich Elke Müller. Vielleicht hörte sie deshalb besonders gut zu, als Siegfried Kietz die künstliche DNA erklärte. Der Polizeihauptkommissar berichtet, dass diese Methode der Markierung vor drei Jahren nun auch in Brandenburg eingeführt worden ist. „Es sind Erfolge nachweisbar, manchmal lassen die Täter von vorneherein die Finger von den Sachen und brechen ihr Vorhaben ab, wenn sie schon die Hinweisaufkleber auf künstliche DNA sehen“, berichtet der Polizist.

Neue Markierungsmethode

Ben Salzer ist aus Borkwalde gekommen, um sich zu informieren. „Bisher ist nichts passiert, wir haben einen wachsamen Nachbarn und einen Hund“, erzählt er. „Trotzdem werden ich mir jetzt ein DNA-Kit holen“, sagt der Amerikaner nach dem Vortrag. Ähnlich reagiert Holger Meyer. Der Pilot will ebenfalls auf die neue Markierungsmethode zurückgreifen. Die rund 30 zur Sicherheitsberatung erschienenen Bürger ließen sich von Siegfried Kietz und seiner Polizei- Kollegin Karin Mollenhauer an Beispielen diverse Sicherungen für Schließmechanismen besonders für Fensterrahmen demonstrieren. Doch schien am Ende nur die DNA-Methode wirklich zu überzeugen.

Schutz mit künstlicher DNA

Bundesweit gab es 2014 insgesamt 2,44 Millionen Einbrüche und Diebstähle. Davon ereigneten sich 152 123 im Land Brandenburg.

Eingebrochen wird vor allem in der dunklen Jahreszeit zwischen November und Februar. Rund 40 Prozent der Einbrüche geschehen am Tage. Die Schwerpunktzeiten liegen zwischen 12 und 20 Uhr.

Rund 50 Prozent der Einbrüche erfolgen über die Terrassentür, weitere 30 Prozent durch Fenster.

Die „künstliche DNA“ ist eine synthetische Flüssigkeit. Man bringt sie wie einen Lack auf Gegenstände auf. Die Flüssigkeit enthält einen einzigartigen DNA-Code. Zusätzlich sind darin mikroskopisch kleine Kunststoffplättchen, in die ein Zahlencode eingraviert ist.

Die Daten werden in einem Zentralarchiv erfasst. Dadurch ist im Falle eines Diebstahls und anschließendem Weiterverkauf von Diebesgut die Zuordnung zum wahren Eigentümer immer möglich.

Die weitläufigen Waldgemeinden gelten laut Statistik der Polizei nicht als Hochburgen der Einbruchskriminalität. In Borkwalde gab es 2013 einen Fall und im Vorjahr zwei. In Borkheide dagegen soll es sieben Hauseinbrüche im Jahre 2013 und nur einen im Folgejahr 2014 gegeben haben. „Das war der bei uns“, sagt Elke Müller. Doch zweifelt die Hausbesitzerin die Statistik an. „Denn als im Vorjahr in unser Haus eingebrochen wurde, ist gleichzeitig auch in das Nachbarhaus eingebrochen worden“, erinnert sich die Borkheiderin. „Also gab es zwei Fälle“, sagt Elke Müller.

Polizist Siegfried Kietz führt das Kennzeichnen mit der DNA-Ampulle vor. Quelle: Andreas Koska

Allgemein sank die Zahl der Wohnungs- und Hauseinbrüche im Fläming. Wurden 2013 in der Stadt Brück noch acht Einbrüche registriert, waren es drei im Jahr 2014. In Treuenbrietzen gingen die Delikte von 18 auf vier zurück, in Bad Belzig von 15 auf zehn, in Niemegk von sieben auf zwei. Geringfügige Steigerungen gab es nur in Linthe von zwei auf vier Einbrüche und in Görzke von null auf einen sowie in der Gemeinde Mühlenfließ von einem auf zwei Einbrüche. Womöglich trugen Informationsabende der Polizei, wie der jüngste in Borkheide, dazu bei.

Von Andreas Koska

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