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Kugelfichten passen nicht mehr

Wiesenburger Schlosspark Kugelfichten passen nicht mehr

„Ein Gartendenkmal lebt maßgeblich davon, dass stimmige Bilder erzeugt werden“, sagt Ulrich Jarke. Doch das Bild im Parterre des Schlossparkes in Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark) ist schon vor einiger Zeit aus den Fugen geraten. Deshalb steht jetzt ein erheblicher Eingriff an.

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Die Kugelfichten an den Wegrändern im Parterre werden demnächst gerodet.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. „Ein Gartendenkmal lebt maßgeblich davon, dass stimmige Bilder erzeugt werden“, sagt Ulrich Jarke. Doch das Bild im Parterre des Wiesenburger Schlossparkes ist schon vor einiger Zeit aus den Fugen geraten. Deshalb steht jetzt ein erheblicher Eingriff an. „Die zu groß gewordenen Kugelfichten an den Wegen müssen erneuert werden“, sagt der Chef der Anlage.

In den nächsten Tagen soll es losgehen. Der Häcksler ist bestellt. Die Genehmigung von der Unteren Denkmalbehörde liegt vor und die Abstimmung mit dem fachlich zuständigen Denkmalpfleger des Landes Brandenburg, Hans-Joachim Dreger, ist gelaufen. Die Rodung soll zum Monatsende erledigt sein, wenn die Vegetationsperiode amtlich beginnt.

In den kommenden Tagen geht es los

Schon vor dreieinhalb Jahren haben Ulrich Jarke und Mitstreiter das Rondell mit den so genannten Schiffchen erneuert sowie mit etwas Mut zur Lücke wieder für freie Sicht an der Balustrade vor dem Schlossteich gesorgt. Derweil die besagten 78 Koniferen ungeachtet eines regelmäßigen Rückschnittes stetig mehr Raum für sich beanspruchen. Dabei wurden sie jährlich um zehn Prozent gestutzt.

Prägende Gehölze

Der Schlosspark Wiesenburg ist rund 127 Hektar groß. Die aufwendig gestaltete Gartenanlage umfasst davon etwa 13 Hektar.

Im Jahre 1863 hat Curt Friedrich Ernst von Watzdorf die Gestaltung vorgenommen.

Auf seinen Reisen ließ sich von Watzdorf inspirieren und sammelte zahlreiche Gehölze.

Neben Bäumen aus aller Welt prägen vor allem Koniferen und Rhododendren das Bild des Schlossparkes.

Mit einem Durchmesser von mehr als zwei Metern sprengen sie als ungewollter Blickfang mittlerweile die Proportionen und ragen in die Wege hinein. So sehr sich ihr Schicksal also abzeichnete, so schwierig war es für Ulrich Jarke nunmehr den passenden Ersatz für die zu Beginn der 90er-Jahre noch in Regie von seinem Vorgänger Gunnar Lange besorgten Gehölze zu finden. Denn die 1885 ursprünglich verwendete Sorte „Clanbrasilliana“ hätte verdelt werden können. Doch die bei den Potsdamer Schlössern und Gärten gefundenen Exemplare zeigen, dass sie als Zwergkonifere ebenso ungeeignet ist. Es wird vermutet, dass Parkgründer Curt Friedrich Ernst von Watzdorf trotz des ebenfalls rasanten Entwicklungstempos dazu gegriffen hat, weil es nichts besseres gab.

Zwergkonifere ist ebenfalls ungeeignet

Die Lösung fand sich in Sachsen: Die renommierte Baumschule von Jörg Kohout in Kamenz verfügt als einzige Baumschule in Deutschland über die Fichtensorte „Dans Dwarf“. Dabei handelt es sich nach Aussage des Parkleiters um eine ähnliche immergrüne Rarität, die aber deutlich langsamer wächst. Doch die Zwergkugelfichte steht noch nicht gleich zur Verfügung, sondern müsse erst noch in der hiesigen Gärtnerei herangezogen werden, wie es jüngst im Ortsbeirat hieß. Zwar werden die Pflanzen schon dieses Frühjahr geliefert. Dann sind sie allerdings höchstens fünf bis zehn Zentimeter groß. Zu klein, um den Herausforderungen im Parkalltag, Hundeurin inklusive, zu widerstehen.

Solange dienen Ohlendorffii-Fichten als Platzhalter. Sie werden zunächst für etwa 1200 Euro durch den Parkförderverein beschafft und im März/April gesetzt. In den kommenden Jahren wachsen die Fichten dann in Bezug auf Größe und Form in die optimale Proportion hinein, so Ulrich Jarke.

Voraussichtlich 2023 wird dann die Pflanzung angelegt, die für etwa ein halbes Jahrhundert ein optimales Erscheinungsbild sichern kann.

Von René Gaffron

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