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Kulinarischer Kalender preist Regionales an

Bad Belzig Kulinarischer Kalender preist Regionales an

Auf einer großen Karte können die Patienten der Reha-Klinik Hoher Fläming in Bad Belzig künftig nachvollziehen, woher die Produkte kommen, die ihnen täglich serviert werden. Der neue Kulinarische Kalender gibt Auskunft über die Herkunft regionaler Produkte und biete interessante Hintergrundinformationen.

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Die rote Pracht aus Groß Kreutz: Aus dem Frucht- und Frachthof kommen jedes Jahr 2300 Kilo Tomaten, die die Reha-Klinik in ihrer Küche verarbeitet.

Quelle: Julian Stähle

Bad Belzig. Auf einer großen Karte können die Patienten der Reha-Klinik Hoher Fläming in Bad Belzig künftig nachvollziehen, woher die Produkte kommen, die ihnen täglich serviert werden. Am Montag wurde das neue Informationssystem des „Kulinarischen Kalenders Brandenburg“, neben dem Waldcafé in Betrieb genommen. Nun wird auch nach außen deutlich, was hinter den Kulissen schon seit einigen Jahren im Gange ist.

„In den vergangenen zwei Jahren haben wir unsere Küche auf regionale Produkte umgestellt, das war nicht ganz leicht“, sagt Geschäftsführerin Katrin Eberhardt. Rund 20 verschiedene Produzenten beliefern inzwischen allein die Küche der Reha-Klinik. Dazu kommen noch einige Lieferanten, die ihre Produkte frei in der Klinik anbieten. „Es war teilweise schon schwierig Partner zu finden, da wir ja auch bestimmte Mengen brauchen“, sagt Eberhardt. Rund 300 Patienten essen täglich in der Reha-Klinik zu Mittag. Morgens und abends noch einmal jeweils fast genauso viele. Mit frischen regionalen Produkten zu kochen, ist auch für die große Küche eine knifflige Aufgabe.

Hintergrund

Die Reha-Klinik hat im Jahre 2012 damit begonnen, sich der Thematik der Herkunft der verarbeiteten Lebensmittel für die Patientenversorgung zu widmen.

Gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg, der AOK Nordost und dem Reha-Klinikum Rheinsberg wurde nun ein Kulinarischer Kalender initiiert.

Dieser zeigt neben den Informationen zur Herkunft der Produkte auch für jeden Monat eine Frucht und deren Anwendungs- und Zubereitungsmöglichkeiten.

Anlass für die Umstellung auf regionale Produkte und Lieferanten waren laut der Bad Belziger Klinikleitung die Lebensmittelskandale rund um Pferdefleisch und Ehec.

Die Herkunft der Produkte sollte nachvollziehbarer werden.

„Regionale Produkte bedeuten immer auch mehr Handarbeit in der Küche“, sagt Küchenchef Henning Gödecke. Der 61-Jährige sorgt bereits seit 23 Jahren für die kulinarische Versorgung der Patienten. Inzwischen leitet der Küchenchef ein Team von fünf Köchen und sieben Küchenfrauen. Hinzu kommen noch einmal 15 Mitarbeiter im Service. Trotz mehr Aufwand bei Bestellung und Verarbeitung ist Gödecke froh, so kochen zu dürfen. „Es ist viel besser als nur Tüten und Kisten aufzureißen, wie es in anderen Großküchen häufig der Fall ist“, sagt Gödecke.

Denn regionale Produkte kosten auch Geld. Und das wolle sich nicht jeder leisten. Rund 35 000 Euro gebe die Klink monatlich für Waren aus. „Das ist schon immens“, sagt der Küchenchef. Doch nur so könne die gute Qualität garantiert werden.

Küchenchef Henning Gödecke (links) und Klinik-Geschäftsführerin Katrin Eberhardt an der neuen Info-Tafel

Küchenchef Henning Gödecke (links) und Klinik-Geschäftsführerin Katrin Eberhardt an der neuen Info-Tafel.

Quelle: Danilo Hafer

„Ob die Leute hinterher sagen, dass es ihnen in einer Klinik gefallen hat oder nicht hängt neben der eigentlichen Behandlung auch sehr vom Personal und eben dem Essen ab“, sagt Landrat Wolfgang Blasig (SPD). Ihn freut es besonders, dass die regionalen Hersteller aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark nun auch auf einer Tafel verewigt sind, die viele interessante Hintergrundinformationen bietet.

Die Tafel ist nicht nur ein reines Informationsobjekt, sie soll auch Werbung machen für die Region und die Produkte. „Wenn die Menschen die Geschichte zu einem Produkt kennen, also beispielsweise wissen wer es herstellt, geben sie ach gerne ein bisschen mehr dafür aus“, so Blasig. Und Potenzial sei da. „Rund 30 bis 40 Prozent unserer Patienten kommen aus Berlin“, sagt Eberhardt.

Frisches Obst aus Werder

Die Erfahrung, dass viele Patienten gerne in die Region zurückkommen, auch wenn sie nicht mehr in der Klink behandelt werden, macht auch Joachim Lindicke. Der 62-Jährige ist eigentlich Rentner, betreibt aber nebenbei einen Obstbaubetrieb in Werder. Auch er ist auf der neuen Tafel zu finden. Denn seit drei Jahren kommt Lindicke jetzt schon regelmäßig mit seinen Waren nach Bad Belzig. „Ich bin immer von Sommer bis Herbst hier“, erklärt er.

Besonders beliebt seien bei vielen Patienten seine rund zehn verschiedenen Apfelsorten, darunter auch spezielle Äpfle für Allergiker. Doch nicht nur die Produkte sind gefragt. „Mit meinen Stand vor Ort bin ich auch immer ein Ansprechpartner für die Patienten“, sagt Joachim Lindicke. Gerne gibt er Tipps zum Einpflanzen und beantwortet allgemeine Gartenfragen. Das gehöre für ihn einfach dazu.

Von Danilo Hafer

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