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Kulturscheune sucht neuen Hausherrn

Kähnsdorf Kulturscheune sucht neuen Hausherrn

Nach 19 Jahren will sich die Seddinerin Marianne Herrmann, die das Kulturzentrum in Kähnsdorf betreute, am Jahresende ins Privatleben zurückziehen. Die Gemeinde Seddiner See sucht per Ausschreibung einen neuen Kulturwart für die Kulturscheune mit Heimatstube. Doch deren Weiterführung ist anspruchsvoll und nicht an jeden ohne Weiteres übertragbar, sagt Herrmann.

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Überaus beliebt sind die Freiluftveranstaltungen im Garten des Kulturzentrums in Kähnsdorf, die in jedem Jahr zahlreiche Besucher anlocken.

Quelle: Archiv/Olaf Möldner

Kähnsdorf. Für Marianne Herrmann wird es in diesem Jahr die letzte Saison. Nach 19 Jahren Kulturarbeit in der Kulturscheune mit Heimatstube in Kähnsdorf will sich die Seddinerin zum Jahresende ins Privatleben zurückziehen. Schweren Herzens, wie die 74-Jährige eingesteht. Sie hat das heutige Kulturzentrum 1998 mit aufgebaut und 2001 eröffnet. Doch irgendwann muss man auch mal loslassen können, sagt sie.

Gern würde Marianne Herrmann den neuen Kulturwart, den die Gemeinde Seddiner See nun per Ausschreibung sucht, noch in diesem Jahr in die Vorbereitungen für die Saison 2018 einbeziehen. Ihr Nachfolger soll schon jetzt erkennen, dass sich die Kulturscheune nur mit dem Herzen und nicht allein nach seinem Entgelt auf ihrem erreichten Niveau halten lässt, sagt sie. Der künftige Hausherr in Kähnsdorf muss Tourismusmanager und Heimatkundler, Galerist und Hausmeister in einem sein.

Kulturscheune und Heimatstube sind oft Ausgangspunkt für Exkursionen in die Umgebung. Um die Besucher für die Geschichte des Hauses und des Ortes interessieren und auf Besonderheiten in der Region hinweisen zu können, muss man sich tiefgründig mit ihr befasst haben und fähig sein, sich in ihr Leben hineinzuversetzen, so Herrmann. Der Kulturwart muss mit Künstlern umgehen können, ohne sie zu bevormunden und aus der hauseigenen Erfahrung heraus für sie ein Auge darauf haben, wo welches Bild im Haus oder an welchem Platz im Garten welche Skulptur am eindrucksvollsten wirkt. Er muss selbstsicher fühlen, was in die Region passt, sich aber gleichzeitig nicht scheuen, auch Neues auszuprobieren. Wegen der idyllischen Lage am Seddiner See, aber auch wegen des Bekanntheitsgrades der Kulturscheune warten Künstler derzeit bis zu zwei Jahren darauf, in Kähnsdorf einmal ausstellen zu dürfen, erklärt Herrmann stolz.

Aber auch handwerkliches und hauswirtschaftliches Geschick sind grundlegende Voraussetzungen für die Arbeit. Veranstaltungen und Vermietungen im Gebäude sowie im Garten müssen logistisch betreut, die hygienischen Bedingungen gesichert und das Freigelände gepflegt werden, auch wenn die Gemeindearbeiter regelmäßig den Rasen mähen. Marianne Herrmann war immer froh, noch zwei Helferinnen und die Gruppe „Kunst am See“ an ihrer Seite zu haben, die sich vor allem auf dem Freigelände engagiert und die Kulturarbeit maßgeblich unterstützt.

Die Gemeindeverwaltung erwägt, die drei Säulen der Arbeit – Tourismus, Kultur und Bewirtschaftung – eventuell an verschiedene Bewerber zu vergeben. Das hält Marianne Herrmann für keine gute Idee. „Die Verantwortung für die Kulturscheune und die Heimatstube sollte schon in einer Hand bleiben“, empfiehlt aus ihrer fast zwei Jahrzehnte langen Erfahrung.

Im Lutherjahr ein Kähnsdorfer Klostergarten

Im Lutherjahr soll sich das Freigelände der Kulturscheune in Kähnsdorf in einen Klostergarten verwandeln. In ihm werden auch einige „Mönche“ lustwandeln.

Grundschüler aus Wildenbruch bauen dafür unter Anleitung das Modell eines Klosters.

Die bekannte Malerin Oda Schielicke gestaltet mit Kindern eine Ausstellung zum Lutherjahr mit dem Titel: „Luther zwischen Himmel und Hölle“.

Seit der Eröffnung der Kähnsdorfer Kulturscheune fanden dort insgesamt 130 Ausstellungen statt. Jährlich organisierten Marianne Herrmann und ihr Team in der Saison durchschnittlich fünf Ausstellungen und sieben Veranstaltungen.

Die jeweilige Saison geht immer von März bis Oktober. In den Anfangsjahren hatte die Kulturscheune auch im Winter geöffnet. Aus Mangel an Besuchern wurde der Saison betrieb eingeführt.

Die Vorbereitungen für die Saison des nächsten Jahres brauchen in der Regel ein halbes Jahr, bis im September des vorhergehenden Jahres das Programm steht.

Von Heinz Helwig

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