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„Bleiberecht, überall, kein Mensch ist illegal“

Flüchtlings-Fahrrad-Tour durch Berlin und Brandenburg „Bleiberecht, überall, kein Mensch ist illegal“

Rund 60 Menschen fanden sich am Donnerstagabend vor dem Rathaus in Bad Belzig ein, um friedlich gegen die Abschiebung von Asylbewerbern zu demonstrieren. Besonders lautstark tat sich eine 30-köpfige Gruppe von Flüchtlingen hervor. Sie war aus ganz Brandenburg und aus Berlin angereist.

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Vielfältig und bunt waren die Transparente, auf denen die Flüchtlinge ihre Forderungen formulierten.

Quelle: M. Karth

Bad Belzig. Rund 60 Menschen fanden sich am Donnerstagabend vor dem Rathaus in Bad Belzig ein, um friedlich gegen die Abschiebung von Asylbewerbern zu demonstrieren. Besonders lautstark tat sich eine 30-köpfige Gruppe von Flüchtlingen hervor. Sie war aus ganz Brandenburg und aus Berlin angereist und machte mit Transparenten und Trillerpfeifen auf ihre Situation aufmerksam. Die Kundgebung war der Startschuss für die „Refugee Bike Tour“, eine Fahrrad-Tour, die in den nächsten Tagen durch die beiden Bundesländer führen und die Flüchtlinge besser vernetzen soll.

Die Ziele der Demonstranten waren klar formuliert. „No border, no nation, stop deportation“, skandierten sie („Keine Grenzen, keine Nationen, beendet die Abschiebung“) und „Bleiberecht, überall, kein Mensch ist illegal.“

Asif Syed hat die Radtour mitorganisiert .

Im Zentralen Aufnahmelager in Eisenhüttenstadt hat er viele seine Mitstreiter kennengelernt. Mittlerweile ist Syed in Bad Belzig untergebracht. Seit April 2013 wartet er nun auf Asyl. In einer Rede sparte der Pakistaner nicht mit klaren Worten: „Warum wir nach Deutschland kommen? Weil es so ,kleine‘ Gründe gibt wie: Unser Leben ist bedroht – durch die Polizei oder die Politik in unserem Land.“
Wie die anderen Flüchtlinge hofft er, in Deutschland zuallererst als Mensch und nicht als Fremder gesehen zu werden. Allein die Tatsache, dass die Asylsuchenden nur am Rande der Stadt untergebracht würden, sei ein Indiz, dass sie nicht erwünscht seien. Dabei seien es auch Waffen aus Europa und den USA, die die Konflikte in ihren Heimatländern befeuern würden.

Neben den Flüchtlingen waren etwa 30 Menschen vor Ort, die sich mit dem Protest solidarisierten oder ihn neugierig verfolgten. Der Belziger Burkhard Pranke zum Beispiel. „Deutschland hat eine ganz besondere Verpflichtung gegenüber Flüchtlingen“, findet Pranke. „Das wird gern vergessen. Die Flüchtlinge kommen auch aus Ländern, in denen die Politik von Deutschland mit dazu geführt hat, dass die Verhältnisse untragbar sind.“
Ruth Koschel war aus Neugier vorbeigekommen. „Ich wollte schauen, welche Leute sich hier auf den Weg machen“, sagte die Bad Belzigerin. „Ich finde es wunderbar, dass sie sich auf diesem Wege dafür einsetzen.“

Angenmeldete Kundgebung des Belziger Forums

Benjamin Stamer, Vorsitzender des Belziger Forums, hatte die Kundgebung angemeldet. Er freute sich über die Unterstützung von Seiten der evangelischen Kirche für die Tour-Teilnehmer. „Es ist eine tolle Kooperation zwischen Belziger Forum und evangelischer Kirche entstanden. Die Teilnehmer haben ihre Nachtstätte im Wächtlerhaus gefunden“, sagte Stamer.
Bevor die Demonstranten dort hingingen, um sich für die bevorstehende fünftägige Radtour auszuruhen, fand die Kundgebung vor dem Rathaus ihren Abschluss mit selbst gesungenen Liedern.

Von Mischa Karth

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