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Kunstklau auf Klinikfluren

Gemälde verschwanden aus Treuenbrietzener Krankenhaus Kunstklau auf Klinikfluren

Drei großformatige Gemälde sind aus dem Treuenbrietzener Johanniter-Krankenhaus gestohlen worden. Sie waren Teil einer Ausstellung auf den Fluren der Klinik. Die Klinik hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, damit die Arbeiten wieder auftauchen. 

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„La Mer est haut, la mer est bass“ heißt dieses im Original 70 x 50 Zentimeter große Bild von Ingrid Benes.

Quelle: JKH

Treuenbrietzen. Und plötzlich waren sie weg. Zunächst unbemerkt verschwanden aus einem Klinikflur im Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen drei großformatige Gemälde.Sie waren Teil der Ausstellung "Wir". Sie wurde von der Künstlergruppe "Blutorangen" im Haus 1 gestaltet.

Erst als Künstlerin Ingrid Benes aus Teltow zum geplanten Ausstellungsende jetzt ihre Werke wieder abholen wollte, fiel der dreiste Diebstahl auf. Die Eigentümerin sowie die Organisatoren der regelmäßig in öffentlichen Bereichen der Klinik veranstalteten Ausstellungen waren fassungslos. "Es ist das erste Mal, dass so etwas bei uns passiert", sagte Kliniksprecher Jörg-Peter Bensch gestern gegenüber der MAZ.

Gestohlen wurde auch das Bild „Schiffsschraube“ (80 x 60 Zentimeter).

Quelle: JKH

Bei den gestohlenen Werken handelt es sich um drei farbenfrohe Strandmotive aus Frankreich. Ein Kutter, eine Schiffsschraube und ein Segelboot sind auf den Bildern zu sehen. Sie entstanden bei Aufenthalten der Teltower Künstlerin in der Provence. Ingrid Benes verbindet viele Emotionen und Erinnerungen mit den Werken. Sie haben eine Breite von bis zu 90 Zentimetern.

"Das ist nichts, was man einfach mal so in die Tasche steckt", so der Kliniksprecher. Wie der Diebstahl unbemerkt erfolgen konnte, kann er sich nicht erklären. Allerdings befinde sich in der Nähe der Ausstellungsfläche eine Fluchttür. Sie soll eigentlich nur in Notfällen benutzt werden. "Doch sind wir als Krankenhaus ja kein Hochsicherheitstrakt", ergänzte Bensch. Der betreffende Klinikflur ist öffentlicher Durchgang auch für Patienten und Besucher, so der Sprecher.

Sein Haus sucht in dem peinlichen Fall nun die Öffentlichkeit ‒ in der Hoffnung, "dass jemand die Bilder womöglich wiedererkennt und Hinweise zu deren Verbleib geben kann", sagt Bensch. Anzeige bei der Polizei sei bereits erstattet worden. Immerhin handele es sich um einen Schaden von mehr als 1000 Euro, den die Künstlerin durch den Diebstahl verkraften muss. "Wir stehen im Kontakt mit unserer Versicherung", sagte Jörg-Peter Bensch gestern auf Nachfrage. "Auf diese Art der Anerkennung ihrer Kunst hätte die Malerin aber sicherlich gern verzichtet", so der Kliniksprecher.

Im Fläming gab es zuletzt im Bahnhof am Park Wiesenburg eine Reihe ähnlicher Kunstdiebstähle aus Ausstellungen. Dort verschwand Ende September das 65x 45 Zentimeter große Bild "Kookaburra" des international erfolgreichen Künstlers Victor Bisquolm aus Borne. Das Porträt eines australischen Vogels im Wert von 250 Euro blieb verschwunden. Zuvor kamen bereits eine Fotografie von Susanne Heise aus Bad Belzig und ein Bild von Iris Bergner aus Wiesenburg in Ausstellungen abhanden. "Die Künstler wissen um das Risiko und nehmen es in der Regel in Kauf", sagte Organisatorin Dorothee Bornath aus Wiesenburg damals der MAZ. Gleiches hofft Treuenbrietzens Kliniksprecher Jörg-Peter Bensch nun auch für die heute startende neue Ausstellung in seinem Hause.

Hinweise zum Verbleib der Bilder nehmen die Polizeiinspektion in Brandenburg/Havel unter (03381) 5600 oder die Ausstellungsorganisatoren im Treuenbrietzener Krankenhaus unter (033748)82222 sowie (033748) 82496 entgegen.

Von Thomas Wachs

Interview

"Da steckt viel Herzbut drin"

Ingrid Benes (Foto: privat) aus Teltow gehört seit 2005 der Künstlergruppe „Blutorangen“ an.
MAZ:  Frau Benes, wie haben Sie den Diebstahl empfunden?
Ingrid Benes: Ich war geschockt, als ich die leere Wand auf dem Klinikflur sah.

Hatten Sie so etwas schon einmal erlebt?
Benes: Nein, noch nie. Dabei stellen wir in der Gruppe und auch einzeln sehr viel aus.

Welche Beziehung haben Sie zu den gestohlenen Bildern?
Benes: Das Triptychon entstand bei einer Gruppenreise in die Bretagne. Ich habe Sand und Erde von dort in die Farben gemischt. Da steckt viel Herzblut drin.

Nun hängt das Werk womöglich bei einem Dieb.
Benes: Ich verkaufe meine Bilder lieber an Menschen, die ich dabei kennen lerne. Aber ein Dieb geht mir schon gegen den Strich.

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