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Hier wird der Kunst der Hof gemacht

Stahnsdorfer Kunstmeile Hier wird der Kunst der Hof gemacht

Rund um den Dorfplatz präsentieren sich am ersten September-Wochenende etwa 40 Künstler auf den Anlieger-Höfen. Von Malerei bis Raku-Brand, von Musik bis Lesungen wird einiges geboten in der einzigartigen Kulisse alter Gemäuer.

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Organisatoren und Künstler der Stahnsdorfer Kunstmeile.

Quelle: C. Krause

Stahnsdorf. Es ist eine muntere Truppe, die da zum 6. Mal die Stahnsdorfer Kunstmeile organisiert. Etwa 15 der rund 40 ausstellenden Künstler waren am Dienstag zur Vorstellung des Programms gekommen. Am 5. und 6. September verwandeln sich die Höfe rund um den Dorfplatz – „der schönste in der Region“, wie viele der Einheimischen sagen – wieder in eine Flaniermeile der besonderen Art: Eben in eine Kunstmeile. Denn 15 der knapp 20 Anlieger-Höfe werden am ersten September-Wochenende Künstlern aus der Region, aus Berlin, aus Mecklenburg-Vorpommern und gar aus Kalifornien den Hof (frei) machen.

In der einzigartigen Kulisse alter Gemäuer zeigen Frauen und Männer ihre Kunstwerke der verschiedenen Genres: Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Filz-, Holz-, Metall- und Juwelierkunstkunst sowie Cartoons zum Beispiel. Mancher Hof-Inhaber kredenzt zur Kunst auch noch etwas Kulinarisches, so er mag. Schon jetzt freuen sich Kinder, den Gästen ihre selbst gemachte Marmelade dort anbieten zu können. Rummelcharakter indes trägt die Kunstmeile nicht, wie „Hoffrau“ Britta Braun sagte. Sie ist die stellvertretende Vereinsvorsitzende von der „Kunstmeile Stahnsdorf". Dennoch soll auch ein kleines Rahmenprogramm für beschaulichen Kunstgenuss rund um die zweitälteste Dorfkirche Brandenburgs sorgen. Zum Beispiel mit Kabarettisten aus Potsdam, Musik von den „4 friends“ und Siegfried Renz, mit Lesungen und Tanz. Das hat Claudia Anschütz vom Organisationsteam auf dem idyllischen Hof von „Aux Delices Normands“, dem französischen Café von Didier Canet, angekündigt. Auch der Normanne gehört wie Gaby Breitenwischer vom gleichnamigen Autohaus zu den Sponsoren, „die für die Kunstmeile brennen“ und ihren Hof beziehungsweise ihr Haus für Künstler und Gäste öffnen. Immerhin kämen an einem Wochenende mehr als 1000 Besucher zur Stahnsdorfer Meile.

Der Bildhauer Bernd Anhoff aus Langerwisch schnitzt bei der Kunstmeile mit einer Kettensäge am 6

Der Bildhauer Bernd Anhoff aus Langerwisch schnitzt bei der Kunstmeile mit einer Kettensäge am 6. September die Hand mit den gekreuzten Fingern. Etwa 1,20 Meter groß soll die Skulptur dann werden.

Quelle: C. Krause

Die Gemeinschaftsausstellung aller Kreativen findet diesmal unter dem Titel „Vielfalt“ bei Breitenwischers statt. Schon am Vorabend der Kunstmeile treffen sich die Akteure unter dem Dach der Autohändler zum Kennenlernen. Sylvia Schmidt, die aus Berlin nach Stahnsdorf umgezogen und das zweite Mal bei der Kunstmeile dabei ist, lobte „die sympathische Gemeinschaft“ und dass es nicht um Konkurrenz und Kommerz gehe. Sie zeigt Bilder und liest. Egon Wrobel bringt Skulpturen mit und zwei Freunde aus den USA und Kanada, mit denen er die alte keramische Raku-Brand-Technik vorführen wird. Der Stahnsdorfer Bildhauer regte an, mehr jungen Künstlern die Meile schmackhaft zu machen und auch das künstlerische Potenzial unter den in die Region gezogenen Asylbewerbern zu heben. „Wir sollten sie hier miteinbeziehen.“ Der Reiz der Kunstmeile, so der Mittsiebziger, liege für ihn auch darin, dass man nicht zwingend verkauft, aber auf sich aufmerksam macht, Kontakte knüpft und es späterhin immer wieder Resonanz auf die eigenen Kunstwerke gebe, so Wrobel.

Bernd Blumrich, Fotograf aus Kleinmachnow, macht mit einer interessanten Arbeit die Besucher vertraut: Er nimmt quasi fotografisch die DNA von historischen Gebäuden. Etwa von der alten Bötzow-Brauerei in Berlin, bevor die alten Spuren unter neuen Verwandlungen verschütt gehen. Frauke Schmidt-Theilig aus Teltow will die alte Tankstelle an der Wilhelm-Külz-Straße verwandeln – „etwas mit Kunst und Genuss soll es werden“, versprach die Teltowerin.

Neu ist ein Quiz während der Kunstmeile, das die Gäste von Hof zu Hof begleitet, und erstmals soll auch der Dorfplatz selbst einbezogen werden: Jürgen Lipke will die Besucher dort mit „mystischen Klängen“ auf die Kunstmeile einstimmen, die ein Gewinn für Stahnsdorf ist, wie Bürgermeister Bernd Albers betonte.

Eine Meile der Kunst

Die 6. Stahnsdorfer Kunstmeile findet am 5. und 6. September ab 14 bzw. 11 Uhr auf den Höfen am Dorfplatz statt. Die Eröffnung gibt Jürgen Lipke am Samstag um 13.30 Uhr mit Malerei und Musik auf dem Dorfanger.

Etwa 40 Künstler präsentieren Arbeiten etwa der Genres Malerei, Grafik, Fotografie, Raku, Bildhauerei, Tanz, Musik, Holz- und Stoffgestaltung.

Zum Rahmenprogramm auf den Höfen gehören am 5. September, 14.30 Uhr, die Kabarettisten Gretel Schulze und Andreas Zieger mit Ausschnitten aus dem Programm „Eine Preußin ein Wort, ein Sachse ein Wörterbuch“, Musik mit „4 friends“ (16 Uhr) und eine Lesung mit Dieter Adam in der Dorfkirche (18.30 Uhr). Am Sonntag sorgt von 12 bis 14 Uhr Heiner Ranke für Musik auf Höfen. Um 15.30 Uhr gibt’s Tanz mit „Jump In“ und Sissy Walldorf liest aus „Von Bollywood bis Berberbraut“. Eintritt zur Kunstmeile ist frei.

Kontakt: www.kunstmeile-stahnsdorf.de oder telefonisch unter der Rufnummer: 03329/61 10 72.

 

Von Claudia Krause

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