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Kunstmeile mit Wanderstockwald

Stahnsdorf Kunstmeile mit Wanderstockwald

Die Stahnsdorfer Kunstmeile zog am Wochenende zahlreiche Schaulustige, Kunstfreunde und Feinschmecker an. So konnten die Gäste durch einen märchenhaften Wanderstockwald spazieren oder farbenfrohe Malereien bewundern. Von Ruhe rund um die alte Dorfkirche zur Kunstschau also keine Spur.

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Klaus H.Lutz zeigte seinen Wanderstockwald und will auch künftig nach dem Wesen der gedreht gewachsenen Bäumchen suchen. Foto: Krone

Stahnsdorf. Ab Mittag war es am Samstag auf dem Dorfplatz von Stahnsdorf mit der Beschaulichkeit vorbei. Die 7. Stahnsdorfer Kunstmeile belebte das Areal rund um die 800 Jahre alte Dorfkirche, und aufragende gelbe Wimpel markierten für Besucher die jeweiligen Stationen des Kunstparcours.

Typisch für die Stahnsdorfer Interpretation des Kunstbegriffes war seine Erweiterung ins Kulinarische. Die weitläufige Umwanderung des Dorfplatzes erforderte zwingend Rastplätze, auf denen Speisen und Getränke sitzend eingenommen werden konnten. Es wurde fleißig gegrillt, man bot Backwaren sowie Getränke aller Art an, und gelegentlich geriet diese Verköstigung dann sogar zum kunstnahen Event.

Die Kaffeerösterei von Andreas Binting machte nicht nur mit diversen Kaffees auf sich aufmerksam, sondern man zeichnete sogar schokobraune Kleinkunstwerke auf die Milchschaumoberflächen. „Kaffee ist meine Leidenschaft“ verriet der Herzberger und gestand, dass etliche Liter Milch in den Ausguss geflossen seien, bevor er so perfekte Muster gestalten konnte.

Das gut Ding Weile braucht, belegte auch die „Holzinstallation“ des 1967 im schwäbischen Waiblingen geborenen Stahnsdorfer Lehrers Klaus H. Lutz. Mehr als 80 seiner an Riesenkorkenzieher erinnernden Wanderstöcke hingen an Fäden und imaginierten einen Märchenwald. Lutz hat offenbar ein Auge für die gedreht wachsenden Bäumchen entwickelt. Er sagte: „Ich befreie sie nur, ich suche nach ihrem Wesen“. Bei anderen Künstlern war Schweigen Teil ihrer Performance. Im Autohaus Breitenwischer erregte ein schneeweißer Herr, der sich „Blanko“ nannte, das Interesse des Publikums. Der pantomimisch agierende „JOHNman“ ist Doppelweltmeister „Lebende Statuen“ und animierte mit Gesten die Umstehenden, ihn zu bemalen. Nachdem die Anfangshemmschwelle überwunden war, griffen einige Besucher zum Pinsel und ganz Mutige wagten sich sogar an das Gesicht der Pantomime.

Andere Künstler gingen solche Wagnisse lieber nicht ein. Der Berliner Maler Bernd Henkel, der die asiatische Gongbi-Tuschetechnik beherrscht, erfüllte Kinderwünsche indem er auf einem Blatt Papier, mit dem Pinsel zaubernd, ein Eichhörnchen den Baum hochklettern ließ.

Erwachsenenwünsche erfüllten sich anderenorts, dafür musste man aber seine Börse öffnen. So präsentierte Claudia Jeschke als Gast der Maßschneiderei „Glückskleid“ wunderschöne nagelneue Handtaschen aus über hundert Jahre alten Stoffen. Auch ohne Kaufabsichten nutzten Etliche das schöne Wetter für einen Ausflug nach Stahnsdorf. Drei Freundinnen radelten von Potsdam zur Kunstmeile an. Als die Dokumentarin Petra Dittmer resümierte „ Ich bin begeistert vom Ambiente!“ nickten ihre Freundinnen zustimmend.

Von Lothar Krone

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