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Potsdam-Mittelmark Kunsträuber schlagen bei Malergenie Lüpertz zu
Lokales Potsdam-Mittelmark Kunsträuber schlagen bei Malergenie Lüpertz zu
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07:14 09.12.2015
Markus Lüpertz stellte unter anderem auch in der Potsdamer Villa Schöningen aus. Quelle: Christel Köster
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Teltow

Alexander Kynch konnte es nicht glauben. Als er am Montagmorgen gegen 11 Uhr das Atelier in Teltow (Potsdam-Mittelmark) betrat, war eines der Fenster aufgebrochen und mehrere Schlösser im Innern des Gebäudes geknackt. Kynch ahnte schon, was das zu bedeuten hatte: Kunsträuber.

Unbekannte waren am Wochenende in das Atelier des prominenten Malers und Kunstprofessor Markus Lüpertz (74) in der Teltower Kanada-Allee eingedrungen. Alexander Kynch, sein Assistent, konnte nur noch panisch registrieren, was alles fehlt.

Nachgemachte Schlüssel und aufgebrochene Schlösser

Die Diebe haben etwa 30 Bilder und zwei Bronze-Skulpturen des berühmten Künstlers mitgehen lassen, bestätigte die Polizei am Dienstag in Potsdam. Der Wert der Kunstwerke wird auf mehrere 100 000 Euro geschätzt. Die Täter müssen zum Teil sogar Nachschlüssel gehabt haben, vermutet Lüpertz-Sprecher Claus Otterheim. Und sie gingen ziemlich dreist vor. „Das Diebesgut wurde mit einem Wagen aus der Atelierhalle abgefahren“, berichtet Otterheim.

Unter den geraubten Kunstwerken befanden sich 15 unfertige Ölbilder, die noch nicht mit dem berühmten „ML“ signiert worden waren. Ob die Täter Kunstkenner waren, die gezielt nach Bildern gesucht oder die Kunstwerke nur wahllos mitgenommen haben, konnte die Polizei bislang nicht sagen. Ebenso unklar ist, ob die Kunsträuber bewusst den Zeitpunkt für ihren Einbruch wählten, an dem sich Markus Lüpertz nicht in der Region Berlin aufhielt.

Kunstdiebe haben unter anderem dieses Lüpertz-Werk gestohlen. Quelle: Polizei

Der Diebstahl trifft einen ganz Großen der Kunstszene. Lüpertz ist neben Georg Baselitz, Gerhard Richter oder Anselm Kiefer einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart – und einer der umstrittensten. Einer der gerne aneckt und provoziert. Berühmt sind vor allem seine monumentalen Skulpturen, wie zum Beispiel ein 18 Meter hoher und 13 Tonnen schwerer Herkules, den Lüpertz 2010 nach einjähriger Arbeit aus 244 Aluminiumgussteilen im Gelsenkirchener Nordsternpark aufstellen ließ. Oder die „Philosophin“, eine unbekleidete Frauenfigur, die heute im Foyer des Bundeskanzleramtes steht und als Allegorie für die „nackte Wahrheit“ gelesen werden kann.

Die undatierte Aufnahme zeigt ein Bild, das ebenfalls gestohlen wurde. Quelle: Polizei

Bekannt wurde Lüpertz bereits in den 60er-Jahren in Westdeutschland durch seinen damals für unzeitgemäß gehaltenen Malstil. Der Künstler, der sich gerne selbst als Genie inszeniert, malte nämlich gegenständlich und zum Teil in kräftigen Farben, weshalb er zum sogenannten Neoexpressionismus gezählt wurde. Er protestierte damals nach eigenem Bekunden gegen den Zeitgeist der Abstraktion. Mit Erfolg, wie man heute weiß, denn längst ist figürliche Malerei wieder in. Lüpertz legte Wert auf das klassische Handwerk des Malers, das er in den 70er-Jahren als Professor an der Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe und später an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte. Kritiker werfen ihm allerdings zum Teil einen Hang zur Selbstdarstellung und Übertreibung vor.

Lüpertz’ enge Beziehung zu Teltow

Mit Teltow verbindet Lüpertz eine enge Beziehung. Dem Wohngebiet Mühlendorf, in dem sich sein Atelier befindet, stiftete der Künstler im Sommer 2012 eine etwa zwei Meter hohe Bronze-Skulptur mit der ureigenen Lüpertzschen Bemalung und dem Namen „Athene“. Die Gemeinde, oder zumindest ihr Bürgermeister, war stolz wie Bolle: „Kunst im öffentlichen Raum hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Dass ein echter Lüpertz einen Platz im Mühlendorf schmückt, ist eine hohe Wertschätzung für unsere Stadt“, sagte SPD-Bürgermeister Thomas Schmidt damals bei der Enthüllung des Kunstwerkes.

Von Heinz Helwig

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