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Kurioser Streit um Hahnenschrei geht weiter

Wie laut darf ein Hahn krähen? Kurioser Streit um Hahnenschrei geht weiter

Es ist wohl ein Gerichtsstreit der seltenen und kuriosesten Art. In Brandenburg an der Havel muss ein Gericht klären, wie laut ein Hahn krähen darf, ohne dass sich Anwohner davon belästigt fühlen. Ein erster Versuch, diese Frage zu klären, ist jetzt gescheitert. Der Geflügelzüchter kann keinen Sinn in der Gerichtsverhandlung erkennen.

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Gehören stolze Gockel bald zum alten Eisen?

Quelle: Ralf-Peter Voigt

Zitz. Wie viele Gockel dürfen in der Zitzer Dorfstraße krähen? Im Hähnestreit ist noch kein Urteil gesprochen. Der zuständige Zivilrichter beim Brandenburger Amtsgericht hat eine Entscheidung vertagt. Anfang Mai soll es die nächste Anhörung in diesem skurrilen Rechtsstreit geben. Der Versuch einer gütlichen Einigung zwischen Züchter Reno Nerling und der nach der Wende ins Dorf gezogenen Familie Geue, die sich durch das „lang anhaltende und unzumutbare Hahnengeschrei“ in der Zitzer Dorfstraße belästigt fühlt, ist am Montag gescheitert.

Bayern-Fan und Geflügelzüchter

Bayern-Fan und Geflügelzüchter: Reno Nerling.

Quelle: MAZ

Züchter ist von der Gerichtsverhandlung enttäuscht

Nerling war offenbar vorgeschlagen worden, die Zahl seiner Hähne auf maximal zwei im Auslauf zu begrenzen. „Das kann ich nicht garantieren. Schon allein beim Nachwuchs wären es mehr. Dann müsste ich meine Zucht aufgeben, das aber will ich nicht“, so der 37-Jährige zur MAZ, der nun notgedrungen die nächste Runde abwarten muss. Er sei allgemein enttäuscht, dass es überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kommen musste. „Denn wir leben nun mal auf dem Lande und dazu gehört auch, dass im Dorf die Hähne krähen.“ Weder sein Anwalt noch die Gegenpartei waren auf Anfrage für eine Stellungnahme zu erreichen.

Reno Nerling, der seit 20 Jahren im Zitzer Rassegeflügelzuchtverein und inzwischen auch im Vorstand ist, hält auf dem elterlichen Grundstück momentan elf Hühner und drei Hähne der Zwergrasse Chabo. Durch seinen Großvater Werner Schüler wuchs er mit Gefiederten auf und übernahm nach dessen Tod vor sechs Jahren die Stallanlage in der Dorfstraße. Seitdem gibt es diesen Nachbarschaftsstreit. Ein Versuch der Schlichtung über die Schiedsstelle war gescheitert. Nerling hatte sich aus seiner Sicht kompromissbereit gezeigt und unter anderem eine Rasse abgeschafft und einen elektronischen Pförtner eingebaut, damit sich die Hühnerklappen nicht vor acht Uhr morgens öffnen.

Geflügelzucht gehört schon lange zur Tradition im Ort

Selbst die Rosenauer Volksvertreter gaben dem Geflügelzüchter in diesem schier unglaublichen Fall mit einem Beschluss über die Ortsüblichkeit der Nutztierhaltung ihre Rückendeckung und dürften damit zu den Vorreitern gehören. Dezidiert hingewiesen wird auch darauf, dass sich der 1980 gegründete Rassegeflügelverein mit derzeit 17 Mitgliedern dem Erhalt und der Zucht verschiedener Geflügelrassen verschrieben hat, die Tradition aber schon viel länger im Ort existiert.

Offenbar gibt es immer mehr Großstädter, die wegen der Ruhe und Natur auf Dörfer ziehen, sich allerdings durch die gute Landluft und typischen Tiergeräusche gestört fühlen. Muhende Kühe, meckernde Ziegen oder eben krähende Hähne würde man am liebsten verbannen, aber auf frische Milch, Eier von glücklichen Hühnern und Imker-Honig möchte niemand verzichten. Denn auch Bienenzüchter können ein Lied davon singen. Erst im vergangenen Jahr fassten die Bensdorfer, Wusterwitzer und Rosenauer Kommunalpolitiker daher einen Beschluss, wonach laut Satzung „Bienen ortsüblich“ sind.

Angeregt und darauf hingewirkt, hatte der Vorsitzende des 30 Mitglieder zählenden Imkervereins Wusterwitz und Umgebung Sven Ferchland. Mit diesem Beschluss soll möglichen Beschwerden oder gar Klagen von Anwohnern, die wegen Bienenvölkern in der Nachbarschaft in Panik geraten oder sich über deren Hinterlassenschaften auf im Garten getrockneter Wäsche ärgern, vorgebeugt werden.

Von Claudia Nack

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