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Berufsausbildung: Sieben auf einen Streich

Güterfelde Berufsausbildung: Sieben auf einen Streich

Die L & F Metallbau GmbH in Güterfelde stellt zum September drei neue Lehrlinge ein. Dann beschäftigt der Betrieb insgesamt sieben Auszubildende. Doch viele Jugendliche überschlagen sich nicht gerade für den Metallbauberuf, sagt Geschäftsführer Uwe Friedrisszyk. Manche können sich unter dem Handwerk schon nichts mehr vorstellen, ergänzt die Handwerkskammer Potsdam.

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David Loeper ist Auszubildender im dritten Lehrjahr in der L & F Metallbau GmbH in Güterfelde. Er hat Spaß am Bauen und in seiner Lehrzeit viel dazugelernt, sagt er.

Quelle: Martin Steger

Güterfelde. David Loeper ist Metallbaulehrling im dritten Ausbildungsjahr in der L & F Metallbau GmbH in Güterfelde. Im Februar des nächsten Jahres wird der Güterfelder seine Gesellenprüfung ab- und der Prüfungskommission sein Gesellenstück vorlegen. Was Loeper abliefern muss, sagt ihm die Kommission. Ob es eine Halterung für Mülltonnen auf Parkplätzen sein wird, ob er eine Beamer-Halterung, ein Kastenschloss oder eine Lüftungsklappe zur Regulierung des Sauerstoffs an Spezialöfen herstellen muss, wird David rechtzeitig erfahren. „Es macht mir großen Spaß, etwas zu bauen. Ich habe in meiner Ausbildung auch viel dazugelernt und mir meine Zukunft erst einmal gesichert“, sagt der 22-Jährige selbstbewusst. Wenn auch er es möchte, wird ihn der Familienbetrieb übernehmen, verspricht Geschäftsführer Uwe Friedrisszyk.

Drei neue Lehrlinge werden im September ihre Ausbildung in der Metallbaufirma beginnen. Zwölf Schulabgänger hatten sich in diesem Jahr bei Uwe und Beatrice Friedrisszyk um einen Platz beworben – alles Jungen. „Wir laden jeden zum Gespräch ein, um uns einen Eindruck vom Bewerber zu verschaffen“, meint die Firmenchefin. Viele Jugendliche zeigten allerdings nicht viel Interesse am Metallberuf, was an den zögerlichen Bewerbungen ablesbar sei. Bevor Friedrisszyk einen Bewerber einstellt, muss dieser ein Praktikumsjahr im Betrieb absolvieren. „Wir haben da schon so viel erlebt...“, deutet er nur vielsagend an.

Manch ein Jugendlicher kann sich unter dem Handwerk schon nichts mehr vorstellen, bestätigt auch Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam. Bei den Berufsorientierungsveranstaltungen für die achten Klassen im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz würden einige Schüler zum ersten Mal in ihrem Leben ein Werkzeug in der Hand halten. Auch deshalb hatten Landesregierung und Handwerkskammer gemeinsam mit weiteren Partnern im Herbst 2015 die Ausbildungsoffensive „Brandenburg will Dich! – Hier hat Ausbildung eine Zukunft“ gestartet, um junge Leute stärker für einen Berufsstart in der Heimat zu gewinnen. Bei ihrem Besuch in der Metallbaufirma konnten Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) aus dem Arbeitsministerium und Bührig am Mittwoch sehen, dass die Kampagne erste Früchte trägt. Der Betrieb bildet ab dem Herbst insgesamt sieben Lehrlinge aus.

Die L & F Metallbau GmbH fertigt und montiert seit 34 Jahren Glasfassaden, -lichtdächer, -kuppeln, Fenster, Türen, Loggia- und Balkonkonstruktionen sowie Wintergärten aus thermisch getrennten Aluminium-, Stahl- und Edelstahlprofilen. „Wir bauen alles, vom Kellerfenster für Lieschen Müller bis zur Glasfassade für Geschäftshäuser“, fasst Friedrisszyk zusammen. Sein Betrieb hat am Bau des Potsdamer Stern-Centers mitgearbeitet und ist aktuell an den neuen Märkten der Bio Company beteiligt. Die Auftragsbücher sind voll, die Firma stößt schon an die Grenzen ihrer Kapazität. Darum könnte sie noch ein paar Fachkräfte gut brauchen. Doch die sind schwer zu finden, weiß der Chef.

Seit einigen Jahren erleichtert ein numerisch gesteuertes Bearbeitungszentrum die Arbeit der Metallbauer. Das Produkt wird am Computer individuell für den Kunden zusammengestellt und die Daten anschließend der Maschine übermittelt. „Der Bearbeiter muss sich aber nicht nur mit dem Computer auskennen, sondern auch ein ausgebildeter Fensterbauer sein. Nur ein Fehler – und das Fenster ist auf der Baustelle Schrott“, sagt Friedrisszyk.

Von Heinz Helwig

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