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LAG Fläming/Havel: Warten auf die Millionen

EU-Fördergeld LAG Fläming/Havel: Warten auf die Millionen

Investoren sitzen schon mehr als ein Jahr auf der Wartebank. Die LAG Fläming/Havel hat noch keinen Bewilligungsbescheid für Förderungen aus EU-Programmen erhalten. Einige Interessenten haben ihre Vorhaben inzwischen wieder aufgegeben oder ohne Zuschuss erledigt. Nun läuft jetzt die dritte Bewerbungsrunde.

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Das Herrenhaus Rogäsen soll mit Geld der Europäischen Union demnächst saniert werden.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Eine Arztpraxis und ein Architekturbüro hätten in einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in Rädigke entstehen sollen. Doch nunmehr haben sich die familiären Verhältnisse bei den Bauherren geändert, so dass Abstand von dem Vorhaben genommen wurde. Ob sie eine schon vor Monaten beantragte Zuwendung aus den Fonds der Europäischen Union für die Hüllensanierung erhalten hätten, bleibt ungewiss.

Denn die Mühlen der Bürokratie, mit denen zwischen 2014 und 2020 hierzulande etwa 20 Millionen Euro zur Verbesserung der Lebensqualität auf dem Lande verteilt werden sollen, mahlen langsamer denn je. Vor Jahresfrist hatte die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Fläming/Havel eine Vielzahl von Projekten geprüft und zunächst 15 als förderfähig eingestuft. Keines hat bislang einen Bewilligungsbescheid erhalten, geschweige denn dass seine Verwirklichung in Angriff genommen werden konnte.

Noch kein einziger positiver Bescheid

„Das Verfahren muss neuerdings erhöhte Ansprüche erfüllen“, erklärt Regionalmanager Heiko Bansen. Sowohl in der Wiesenburger LAG-Geschäftsstelle als auch bei Landesregierung Brandenburg und EU-Behörden habe das erheblich mehr Verwaltungsaufwand zur Folge, berichtet Bansen. Dass die Vorschläge der Investoren inhaltlich sehr gut sind, stehe für ihn außer Zweifel.

Das Verständnis der wartenden Antragsteller ist dennoch begrenzt. In der Uckermark gingen sie – obwohl ja kein Rechtsanspruch auf die Förderung besteht – auf die Barrikaden. Zwischen Beelitz und Bad Belzig gibt es bislang bestenfalls stillen Protest. „Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen eine positive Nachricht für die Sanierung des Herrenhauses Rogäsen gibt“, zeigt sich Bansen optimistisch, dass endlich positive Post vom Landesamt in Groß Glienecke eingeht. Seinen Angaben zufolge müssten sich jedoch die 22 Akteure in Geduld üben, die im Oktober des vergangenen Jahres als potenzielle Kandidaten für Förderungen im Gesamtumfang von drei Millionen Euro gelistet worden seien. Mit dem 15. März naht indes schon der Einsendeschluss für die dritte Bewerbungsrunde.

Nächste Frist: 15. März

Die Lokale Aktionsgruppe Fläming/Havel hat eine Regionale Entwicklungsstrategie erarbeitet. Sie gilt bis 2020 für viele Kommunen des Landkreises Potsdam-Mittelmark, außer Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Werder/Havel.

Für öffentliche und private Vorhaben, die den Zielsetzungen entsprechen, kann Geld aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER), unter anderem Leader-Programm oder Richtlinie zur Förderung der Agrarstruktur, eingesetzt werden. Die Lokale Aktionsgruppe Fläming/Havel berät Antragsteller und schlägt dem Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Groß Glienecke vor. Dieser Behörde obliegt die endgültige Entscheidung.

Für die nächste Phase stehen hierzulande 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Formblätter für die Projekte müssen bis 15. März eingereicht sein

info: LAG Fläming/Havel Wiesenburg, Schloßstraße, 033849 / 901948 ; www.flaeming-havel.de

Was für Kommunen und die meisten Vereine nicht zwingend ein Problem sein musst, stellt private Investoren durchaus vor Probleme. Dürfen doch beispielsweise Mühlen oder Ferienquartiere erst hergerichtet werden, wenn es eine Zusage gibt. Die Kostenvoranschläge, die sie eingeholt haben, um Förderanträge zu belegen, haben aber längst ihre Gültigkeit verloren. In der Regel werden die Leistungen nicht preiswerter.

Probleme für private Investoren

So ließ sich – ebenfalls in Rädigke – eine weitere Idee lediglich teilweise realisieren. Sebastian und Dorina Moritz hatten sich vorgenommen, einen E-Bike- und Fahrradverleih vorzuhalten. Der Sohn des ortsansässigen Gastronomen hatte ein ehemaliges Stallgebäude für den Zweck vorgesehen. „Es wäre eine attraktive Ergänzung unserer Angebote gewesen“, bestätigt Wirt Bernd Moritz. Die historischen Ziegel waren bereits abgedeckt, das Dach provisorisch mit Folie gesichert und im Sommer hätte es losgehen sollen. Dann wurden neue Unterlagen eingefordert und das Jahr neigte sich zu Ende. ohne dass jedoch Entscheidungen reiften.

Familie Moritz hat nun ohne Fördermittel mit der Sanierung des Bauwerkes begonnen, ehe es einzustürzen droht. Das Drahtesel-Domizil wird es vorerst allerdings wohl nicht geben.

Von Andreas Koska

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