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Lager statt Ort der Begegnung

Wasserwerk in Benken Lager statt Ort der Begegnung

Etliche Arbeitsstunden für die Katz: Das alte Wasserwerk in Benken wird doch kein Mehrzweckgebäude. Die Untere Naturschutzbehörde untersagt das. Die Bürger sind enttäuscht, haben die Hoffnung aber noch nicht gänzlich verloren.

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Das alte Wasserwerk.
 

Quelle: Andreas Koska

Benken.  Enttäuschung, Niedergeschlagenheit, Resignation – so beschreibt Rita Neumann die Gefühlswelt der Benkener. Der Ortsvorsteherin selbst geht es nicht anders. Auslöser ist die Versagung der Baugenehmigung für das alte Wasserwerk, die kürzlich bekannt geworden ist.

Die Benkener wollten es zu einem Mehrzweckgebäude ausbauen. Das Gebäude wurde entkernt, der Putz abgeschlagen, rund um das Wasserwerk wurde ein Bord gesetzt und zertifiziertes Recyclingmaterial für den Bau einer Terrasse eingebracht. Es musste wieder entfernt werden. „Es handelt sich um eine unzulässige Abfallentsorgung“, so der Vorwurf der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

Bau ist „nicht möglich“

Da sich der Ort in der Trinkwasserschutzzone 2 befindet, sei dies nicht zulässig, berichtete Hartmut König. Der Bauamtsleiter der Gemeinde Wiesenburg/Mark wies außerdem darauf hin, dass das Gebäude im sogenannten Außenbereich steht und die Terrasse zu groß dimensioniert war. „Das wäre jedoch alles lösbar“, sagt er. Allerdings dürften an der Stelle keine Abwasseranlagen errichtet werden. Damit ist der Bau von Sanitärräumen und einer Teeküche im Wasserwerk nicht möglich.

Die Untere Wasserbehörde ist grundsätzlich dagegen. „Abwasser darf dort nicht anfallen“, so Hartmut König. Denn das alte Wasserwerk ist zwar außer Betrieb, der alte Brunnen aber noch in Gange.

Ortschefin Rita Neumann und Rainer Ruppe, der viel in und an dem Objekt getan hat

Ortschefin Rita Neumann und Rainer Ruppe, der viel in und an dem Objekt getan hat.

Quelle: Bärbel Kraemer

„Die Wasserqualität soll besser sein, als bei den beiden neu gebohrten Brunnen“, gab der Bauamtsleiter bekannt. In einem Umkreis von 50 Metern ist deshalb eine Schutzzone notwendig. Siglinde Ruppe versteht die Welt nicht mehr. „Dann sollen also die Männer weiterhin in die Büsche pinkeln, das ist wohl erlaubt“, entrüstete sich die Bürgerin, deren Mann Rainer fleißig mit zugepackt hatte. Der beabsichtigte Ausbau des Hauses bezog seinen Reiz daraus, dass das Wasserwerk unmittelbar am Spielplatz, der Festwiese und dem Übungsplatz der Feuerwehr liegt.

Klaus Neumann versteht das Verbot nicht. „Wenn so mit uns umgegangen wird, ist es ja kein Wunder, wenn keiner mehr Lust aufs Ehrenamt hat“, so der Feuerwehrchef, der jetzt darüber nachdenkt sein Amt niederzulegen. „Nachdem wir schon 207,5 Stunden an Arbeit investiert haben, soll das jetzt für nichts gewesen sein?“, ist Rita Neumann verunsichert. Sie wundert sich, dass in unmittelbarer Nähe Gülle und Gärreste auf das Feld ausgebracht werden. Die Arbeit hat ihrer Ansicht nach, die Dorfgemeinschaft gefestigt.

2001 in Betrieb genommen

2001 war das neue Wasserwerk in Betrieb genommen worden. Die Kommune hat das alte Gebäude übernommen. Seitdem wird es als Abstellraum genutzt. Ferner wurde vor einiger Zeit die Alarmsirene auf dem Dach installiert.

„Wir wollen das Gebäude nicht nur modernisieren und dem Dorfbild anpassen, wir wollen es als Mehrzweckgebäude für Feiern nutzen“, begründete Rita Neumann das Ansinnen. Demnach sollte am Wasserwerk der Maibaum aufgestellt werden, hier könnten sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr oder die Treckerfreunde treffen, so die Ideen, die jetzt nicht mehr greifen werden. Alle hatten gehofft, das lästige Auf- und abbauen des Festzelts und die Anmietung von Toiletten könnten entfallen.

Dabei sollte die Abwassergrube mit einem Fassungsvermögen von drei Kubikmetern ausgehoben werden und sofort nach dem Eintreffen der Baugenehmigung mit dem Umbau begonnen werden. Die einzige Nutzung die nach Ansicht der Verwaltung jetzt noch möglich scheint, ist als Lager, wofür keine Umbauten nötig wären. So wird es wohl sein, wie die Empfehlung der Feuerwehrversammlung lautet.

„Es ist ein Wahrzeichen des Dorfes und bleibt erhalten“, sagt die Dorfchefin. Nach der Enttäuschung, so hofft sie, werde sich wieder Elan einstellen.

Von Andreas Koska

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