Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Land baut kurvige Bundesstraße 107 aus

Jeserig/Fläming Land baut kurvige Bundesstraße 107 aus

Die Gefahr in den sogenannten Spuklöchern wird gebannt. Besonders wegen ihrer Kurven gefährliche 107 erhält zwischen Bahnhof am Park Wiesenburg und Jeserig/Fläming (Potsdam-Mittelmark) erhält eine neue Trasse, Radweg inklusive: Baubeginn noch im ersten Halbjahr.

Voriger Artikel
Grundsteinlegung zum 100. Geburtstag
Nächster Artikel
Vier auf einen Streich

So will der Landesbetrieb den Engpass entschärfen: Interessiert begutachten die Einwohner von Jeserig/Fläming die Straßenbaupläne für die Bundesstraße 107.

Quelle: Christiane Sommer

Jeserig/Fläming. Die Piste durch die sogenannten Spuklöcher soll bald Geschichte sein. Die kurvige B 107 zwischen dem Bahnhof am Park Wiesenburg und Jeserig/Fläming wird begradigt. Das sagt Michael Jacobi von der Bauverwaltung der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Ihm zufolge sollen Ende Mai/Anfang Juni die Bagger anrollen. Baufreiheit wurde dieser Tage mit der Fällung von rund 100 Straßen- und weiteren Waldbäumen im Revier von Freiherr Carl von Lüninck geschaffen. Im Zusammenhang mit den Fällarbeiten, die bis Ende Februar abgeschlossen sein mussten, kam es bereits zu kurzfristigen Sperrungen.

Die Jeseriger sind erleichtert über den beginnenden Straßenbau. Denn seit Jahren kämpfen sie und andere Leute um eine Entschärfung der viel befahrenen Trasse und einen separaten Radweg. Es war dort immer wieder zu schweren Unfällen gekommen, teilweise mit Todesfolge. Daran änderte die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Kilometer je Stunde nichts. Ortsunkundige unterschätzten den Streckenverlauf, der im Begegnungsfall von motorisierten Verkehrsteilnehmern und Radfahrern ein zusätzliches Gefahrenpotenzial barg.

In den „Spuklöchern“ an der B107 zwischen Wiesenburg und Jeserig/Fläming gibt es immer wieder schwere Unfälle, wie hier im September 2010

In den „Spuklöchern“ an der B107 zwischen Wiesenburg und Jeserig/Fläming gibt es immer wieder schwere Unfälle, wie hier im September 2010 mit einem Lastwagen.

Quelle: Dirk Fröhlich

Das Land hat die „Spuklöcher“ als Unfallschwerpunkt eingestuft und eine Begradigung der Piste vorbereitet. Doch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises bremste das finanziell seit längerer Zeit gesicherte Vorhaben aus. Im sensiblen Feuchtbiotop am Rande gibt es schützenswerte Flora und Fauna, was schließlich zum Politikum wurde.

Denn vor Ort hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die Unterstützung von höchster Ebene erfuhr. Im Sommer 2014 radelten unter anderem der frühere Walkreisabgeordnete, Frank-Walter Steinmeier (SPD), mit den Aktivisten auf der damals freilich eigens gesperrten Strecke. um auf die Gefahren hinzuweisen. Günter Baaske (SPD), Wahlkreisabgeordneter im Landtag, oblag schließlich die letzte Moderation, nachdem vorher zahlreiche Versuche eines Interessenausgleichs fehlegschlagen waren.

Nadelöhr absehbar

Rund um Wiesenburg wird es für Kraftfahrer eng, wenn alle Bauvorhaben des Landesbetriebes Straßenwesen alle planmäßig in Angriff genommen werden.

Noch im Gang ist die Sanierung der B 107 in Ziesar.

In diesem Sommer ebenfalls vorgesehen ist der voriges Jahr verschobene Ausbau der B 246-Ortsdurchfahrt in Reetz sowie das Stück bis zur Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Nächstes Jahr ist Reetzerhütten dran. Ein Radweg parallel soll folgen.

Außerdem war die Erneuerung der B 246 zwischen Wiesenburg und Klein Glien ins Auge gefasst. Im sogenannten Zickenhaus wurden vor Jahresfrist bereits Bäume gerodet, um Platz für eine Abbiegespur nach Schmerwitz zu erhalten.

Mit dem Angebot, für das Kleingetier einen speziellen Durchlass zu erbauen, konnte nach zähen Verhandlungsrunden ein Konsens gefunden werden. 3,1 Millionen Euro sind jetzt für den Straßen- und Radwegbau. „Federführender Behörde ist der Landesbetrieb Straßenwesen“, erklärt Michael Jacobi. Aktuell läuft die Ausschreibung.

Starten soll der Bau am Kreisverkehr nahe dem Bahnübergang, wo die L 841 (nach Medewitz) von der B 107 abzweigt. Von dort aus wird die Piste auf neuen Terrain in Richtung Jeserig/Fläming in einer sogenannten Vorkopfbauweise wachsen. Zum Durchlassbauwerk auf dem sumpfigen Untergrund hieß es im Ortsbeirat: „Das ist ein Spezialbau, der großen Aufwand und viel Zeit beansprucht“.

Das wird eng

Das wird eng: Für Radfahrer ist auf der B 107 zwischen Bahnhof Wiesenburg und Jeserig/Fläming quasi kein Platz.

Quelle: Dirk Fröhlich

Im Zuge der Bauarbeiten wird ferner unter der entstehenden Trasse ein neues Mittelspannungskabel verlegt. An der Abwasserdruckleitung sind nach Aussage des Bauamtsmitarbeiters jedoch keine Verlegungen erforderlich und im Ortseingangsbereich von Jeserig/Fläming ist nur eine Straßenleuchte um einige Meter zu versetzen. Ende des kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten komplett beendet sein, so dass die alte Straße vollständig zurückgebaut werden kann.

Von Christine Sommer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg