Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Landeskunde mit Paiman
Lokales Potsdam-Mittelmark Landeskunde mit Paiman
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 08.04.2016
Paimans (r.) Ziel nach Landeskunde und OSZ Werder ist der Einstieg in die IT-Branche, andere Flüchtlinge testen noch ihr Können. Quelle: Greiner
Werder

Für den ehrgeizigen Paiman aus Afghanistan steht fest, er will unbedingt in der IT-Branche arbeiten. Sein Nachbar im Klassenraum des Oberstufenzentrums Werder ist noch unschlüssig. „Jetzt will ich hier an der Schule erstmal viel lernen, Deutsch, Mathe und Landeskunde“, sagt Mohmoud. Ahmed träumt vom Job als Elektriker oder Techniker. Doch vorerst steht für die acht alleinreisenden Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 18 Jahre aus Syrien, Afghanistan, Marokko und Albanien vor allem Deutsch und Landeskunde auf dem Stundenplan. Sie sind unter anderen in Unterkünften in Kloster Lehnin und im Flüchtlingsheim in Caputh untergebracht.

„Die Klasse mit acht schulpflichtigen Flüchtlingen gibt es erst seit Wochenbeginn“, sagt Schulleiter Kurt Thiel. „Wir rechnen damit, dass die Klasse mit 16 Flüchtlingen bis zum Monatsende voll belegt ist.“ Laut Thiel war unter den Lehrern und Pädagogen die Bereitschaft groß, die Flüchtlinge beim Einleben und Lernen in der Schule zu unterschützen. Der Unterricht umfasst 25 Stunden die Woche und wird von Klassenlehrerin Julia Just, 33 Jahre jung und ursprünglich aus Usbekistan, laut Thiel „sehr gut geführt“. Auch wenn nicht alle gleichermaßen die deutsche Sprache beherrschen, sind alle acht Jugendlichen ehrgeizig, wollen viel lernen und machen stets aktiv mit, sagt Just. „Und das, obwohl manche Flüchtlinge schwere Schicksalsschläge in ihren Familien verkraften müssen“, sagt Axel Schmook, Abteilungsleiter Wirtschaft im Oberstufenzentrum Werder. „Neben einem differenzierten Unterricht ist für die Flüchtlinge ein hohes Maß an Normalität wichtig. Dafür sind sie, wie für die Chance zu lernen, sehr dankbar“, sagt die Klassenlehrerin Just.

Der gute Start der Flüchtlingsklasse im OSZ Werder kann laut Schulleiter Thiel aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Lehrer für den Unterricht fehlen. Die Lehrerin für Englisch und Russisch Julia Just, seit 1998 in Deutschland, mit Wurzeln in Zentralasien sei für die Flüchtlingsklasse des OSZ ein Glücksfall, sagt Thiel. Er hofft, dass der Unterricht auch mit künftig 16 Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern trotz Lehrermangel gut funktioniert.

Derweil denken Schüler des OSZ nicht nur darüber nach, wie sie die Ausbildung zum Kaufmann oder Agrartechniker bewältigen, sondern auch über Sportstunden mit den Flüchtlingen. Die Bedingungen sind gut, denn zum OSZ gehört eine moderne Turnhalle. Und weitere Nachbarn der Schule sind nicht ausgeschlossen. Der Kreis plant im einstigen Wohnheim nahe der Schule weitere Unterkünfte für Asylbewerber.

1415 Flüchtlingskinder werden unterrichtet

Das Staatliche Schulamt in der Stadt Brandenburg gibt auf Nachfrage Auskunft, dass zur Absicherung von Unterrichtsangeboten nach der Eingliederungsverordnung für Asylbewerber und Flüchtlingskinder gegenwärtig 1415 Schüler integrativ in Regelklassen unterrichtet werden.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark lernen 398 Flüchtlingskinder in verschiedenen Schulen der Region.

35 Willkommensklassen wurden darüber hinaus vorwiegend an Grund- und Oberschulen eingerichtet.

16 Vorbereitungsgruppen wurden in den Erstaufnahmeeinrichtungen Ferch, Potsdam und Wünsdorf gebildet.

76 alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge werden in ausgewählten Einrichtungen des Kreises betreut.

Von Regine Greiner

Potsdam-Mittelmark Polizeibericht vom 8. April für das Potsdamer Umland - 83-Jähriger bedroht Nachbar mit Waffe

Ein Streit unter Nachbarn im Groß-Kreutzer Ortsteil Götz am Donnerstag eskalierte: Weil der 58-jährige Nachbar Stroh in seinem Garten verbrannte und die Rauchschwaden zum Haus eines 83-Jährigen zogen, rastete dieser aus. Er bedrohte den 58-Jährigen mit einer Schusswaffe. Zum Glück entpuppte sich die Waffe lediglich als Schreckschusspistole.

08.04.2016
Potsdam-Mittelmark Für Tempo-70-Schilder am Sago-Gelände fehlt Anordnung - Bußgeldstreit: Ex-Justiziar muss nichts zahlen

Zuerst fuhr seine Frau in die Blitzer-Falle, kurze Zeit später erwischt es ihn selbst an gleicher Stelle an der B 2 am Sago-Gelände. Joachim Dyllick, bis 2012 Kreisjustiziar Potsdam-Mittelmarks, ging gegen den Bußgeldbescheid vor und förderte dabei auch Kurioses zutage. Das Amtsgericht verfügte jetzt, dass er kein Bußgeld zahlen muss – aus einem kuriosen Grund.

08.04.2016
Potsdam-Mittelmark Anwohner kooperieren für blühende Stadt - Treuenbrietzen: Erste Patin pflegt Rabatten

Blumen statt Hundehaufen sollen künftig das Bild in Rabatten entlang der Treuenbrietzener Großstraße prägen. Dort machte Stefanie Jeschke jetzt den Anfang in einem Patenschaftsprojekt mit der Stadtverwaltung. Sie stellt Pflanzen und Bauhofmitarbeiter, während die Anliegerin nun zwei Beete an der Bundesstraße 2 pflegt.

08.04.2016