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Potsdam-Mittelmark Landkreis braucht wieder Geburtsstation
Lokales Potsdam-Mittelmark Landkreis braucht wieder Geburtsstation
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20:55 07.09.2016
Emily-Sophie aus Fichtenwalde war das letzte Baby, das im vorigen Jahr in der Geburtsstation des Krankenhauses in Bad Belzig zur Welt kam. Wird es dort irgendwann wieder neue Geburten geben? Quelle: Archiv
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Teltow

Drei der fünf Kandidaten im derzeitigen Landratswahlkampf halten es für notwendig, im Landkreis Potsdam-Mittelmark wieder eine Geburtsstation – vielleicht sogar in Bad Belzig – einzurichten. Auf einem Wahlforum des FDP-Stadtverbandes am Dienstag in Teltow sagte der CDU-Bewerber Franz-Herbert Schäfer: „Die Verantwortlichen haben es sich nicht leicht gemacht, die Station in Bad Belzig zu schließen. Ich bin sicher, dass es Möglichkeiten gibt, wieder eine Entbindungshilfe aufzumachen.“ Auch der Kleinmachnower Rechtsanwalt Andreas Schramm, den die Piraten ins Rennen schicken, hält es für einen Fehler, die Station aufgegeben zu haben. Die Bad-Belziger Geburtshilfe war zum 1. April 2015 wegen mangelnder Nachfrage und fehlendem Fachpersonal geschlossen worden. Doch der Landkreis brauche eine Geburtsstation, unterstrich Sven Schröder von der AfD. Seit der Schließung ist die Zahl der Hausgeburten im Fläming deutlich gestiegen, heißt es. Schröder indes behauptet, das „Schwester-Agnes-Prinzip“ funktioniere im ländlichen Raum nicht. Für ihn müssten in diesen Gebieten Vorsorgezentren geschaffen werden.

Eine bessere medizinische Infrastruktur hält auch CDU-Mann Schäfer für erforderlich. Er habe eine Rettungsstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe besucht und sehe, dass der Landkreis in der Daseinsvorsorge gut aufgestellt ist, sagte er im Forum. Doch der Private sei nicht immer der Bessere, brachte Schäfer eine Erfahrung aus dem Ruhrgebiet mit. Unterstützung erhielt er von dem Landratskandidaten der Linken, Klaus-Jürgen Warnick, der davor warnt, über die Gesundheitsvorsorge nach marktwirtschaftlichen Kriterien zu entscheiden. Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) bestätigte, dass der Rettungsdienst eine staatliche Aufgabe sei. Dabei bediene sich die Kreisverwaltung aber privater Dienstleister. „Das hat sich als die effektivste Form erwiesen.“

Ähnlich unterschiedlich bewerten die Landratskandidaten die Frage nach staatlichen oder privaten Bildungsträgern. Aktuelles Beispiel ist die dringend benötigte zweite Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (TKS). Nach Blasigs Worten musste die Maxim-Gorki-Gesamtschule Kleinmachnow – die bisher einzige in der TKS-Region – wegen Platzmangels rund 60 Bewerber für das neue Schuljahr ablehnen. Franz Herbert Schäfer hat selbst seine Söhne auf Privatschulen und sieht diese als eine Bereicherung der Schullandschaft an. Dennoch dürfe sich die öffentliche Hand nicht aus ihrem Bildungsauftrag heraushalten, meint er. Pirat Andreas Schramm empfindet es wegen des langen Fahrweges als unbefriedigend, seine Kinder nach Potsdam schicken zu müssen. Er positioniert sich klar zur staatlichen Schule. „Die Kreisverwaltung muss da für Räume sorgen. Übergangslösungen werden schnell zu endgültigen Lösungen“, warnt er. Blasig hatte zuvor erneut bekräftigt, das Angebot einer zweizügigen Gesamtschule der Hoffbauer-Stiftung sei nur eine Interimslösung, die Kreisverwaltung würde „nachsteuern.“ Im nächsten Im Haushaltsentwurf des Kreises wären finanzielle Mittel für den Ankauf und die Beräumung eines Grundstückes berücksichtigt. Der Landrat fordert erneut die Stadt Teltow auf, sich eindeutig zu einer gemeinsamen Gesamtschule mit dem Kreis oder zum Umzug der Teltower Oberschule in die alte Bürgel-Schule und zur Eröffnung einer weiteren Grundschule zu bekennen. Ursprünglich wollten der Kreis und die Stadt Teltow mit je zwei Zügen eine weitere vierzügige Gesamtschule eröffnen. Ohne Teltow sieht Blasig die Gefahr, dass bei einer zweizügigen Einrichtung und einem geschätzten Übergang von 60 Prozent an Schülern nicht die erforderliche Anzahl für eine Klassenbildung erreicht wird.

Alle fünf Landratskandidaten erneuerten im Wahlforum ihren Appell an die Bürger, auf jeden Fall von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen, um die erste direkte Landratswahl in Potsdam-Mittelmark zum Erfolg zu verhelfen.

Das Kreisgebiet bleibt in seinen Grenzen erhalten

Das Kreisgebiet bleibt in seinen derzeitigen Grenzen erhalten, ist Landrat Wolfgang Blasig (SPD) überzeugt. Nach Ansicht der Enquete-Kommission sei Potsdam-Mittelmark so aufgestellt, wie die Kreise nach der Reform sein sollen.

Den ersten Spatenstich für den Ringschluss sowie die Geburtsstation sieht Klaus-Jürgen Warnick (Linke) bis zum Ende der nächsten Amtszeit des neuen Landrates.

Die Schulmilch und das Schulgemüse will AfD-Mann Sven Schröder an den Schulen wieder einführen.

In der Flüchtlingsfrage würde Franz Herbert Schäfer (CDU) mit Arbeitgebern reden, um Arbeitsplätze für die Flüchtlinge zu schaffen.

Von Heinz Helwig

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