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Landkreis bremst Kommunen aus

Pflegestützpunkt in der Region Teltow Landkreis bremst Kommunen aus

Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf wollen eine Pflegestation in die Region holen, stoßen dabei aber auf viele Hindernisse. Jetzt hat der Landkreis darauf hingewiesen, dass nicht die Kommunen, sondern Kranken- und Pflegekassen zuständig seien. Doch das wollen die drei Nachbargemeinden nicht einfach hinnehmen.

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Rund 60 000 Menschen leben in der Teltower Region. Viele davon sind Senioren. Ein Pflegstützpunkt würde gerade ihnen Beratung anbieten.

Quelle: dpa

Region Teltow. Einen Pflegestützpunkt in der Region möchte Stahnsdorf initiieren und suchte dabei im Regionalausschuss die Unterstützung der Nachbarkommunen Teltow und Kleinmachnow. Eine entsprechende Einrichtung würde kostenlos neutrale Informationen aus einer Hand um das Thema Pflege bieten und eine Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige, Helfer und Interessierte sein. Beraten wird dabei über das aktuelle Gesundheitssystem, Leistungsansprüche oder Betreuungsangebote. Unter dem Motto „ambulant vor stationär“ und „Rehabilitation vor Pflege“ werden Heimunterbringungen möglichst lange verhindert und auf ehrenamtliche Angebote hingewiesen, um auch pflegende Angehörige zu entlasten.

In Werder und Beelitz gibt es solche Stationen

Laut einer Anfrage des Stahnsdorfer Gemeindevertreters Christian Kümpel (FDP) an den Landkreis Potsdam-Mittelmark wurden im Land Brandenburg gemeinsam mit den Pflege- und Krankenkassen in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt jeweils ein Pflegestützpunkt eingerichtet – für den Landkreis Potsdam-Mittelmark befindet sich dieser in Werder, mit einer Außenstelle in Beelitz. Da sich Bürger und Bürgerinnen aber grundsätzlich unabhängig vom Wohnort beraten lassen können, sei es Bewohnern der TKS-Region auch möglich, sich etwa im Pflegestützpunkt Potsdam beraten zu lassen. Auch telefonische Beratungen und Hausbesuche seien möglich.

Zum Anliegen der Gemeinde Stahnsdorf, in der Region einen eigenen Stützpunkt zu erhalten, wird in dem Schreiben, das von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) unterzeichnet ist, darauf hingewiesen, dass die Kommunen selbst nicht die Kompetenz hätten, Pflegestützpunkte zu errichten. Dies obliege den Pflege- und Krankenkassen, die Finanzierung erfolge durch die Pflegekassen und den Landkreis. „Die Pflege- und Krankenkasse hat bereits mehrfach deutlich signalisiert, dass es keine weiteren Pflegestützpunkte im Land Brandenburg geben wird“, heißt es weiter.

Abgeordnete und Bürgermeister wollen am Ball bleiben

Heiko Spleet (SPD Stahnsdorf) zeigte sich fassungslos über die Antwort des Landkreises und betonte: „Nicht das Landratsamt ist zuständig, sondern die oberste Landesbehörde, also das Brandenburgische Sozialministerium.“ Er plädierte an die Bürgermeister, weiterzumachen. „Wir sind hier eine sehr einwohnerstarke Region“, erinnerte er. Und auch wenn der Landkreis ein Initiativrecht habe, so sei nirgends festgelegt, dass es den Kommunen untersagt wäre, ihr Interesse zu bekunden, erklärte er gegenüber der MAZ. Nun sei es entscheidend, dass die drei TKS-Kommunen geschlossen beim Ministerium vorstellig würden und signalisierten, dass in der Region Bedarf bestehe. Es sei auch nicht die Absicht der Gemeinden, den Stützpunkt selbst zu betreiben, sondern nur, ihn zu initiieren, wurde von Michael Grunwaldt (BfB Stahnsdorf) betont. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) erklärte, dass es in seiner Stadt zwar einen Beratungspunkt gebe, der jedoch von einer großen Versicherung sei – „und nicht jeder ist dort versichert. Um einen unabhängigen Pflegestützpunkt sollten wir uns auf jeden Fall weiter kümmern“.

Von Konstanze Kobel-Höller

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