Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Landkreis fehlen 500 Plätze für Flüchtlinge

In Teltow entsteht Notunterkunft – Tag der offenen Tür in Neuseddin Landkreis fehlen 500 Plätze für Flüchtlinge

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark fehlen derzeit knapp 500 Plätze, um alle angekündigten Flüchtlinge aufnehmen zu können. In Teltow soll nun eine frühere Berufsschule als Notunterkunft dienen. In Neuseddin werden am Freitag die ersten 60 von 175 Flüchtlingen erwartet. Sie ziehen in Low-Cost-Häuser, die sich Neuseddiner bei einem Tag der offenen Tür anschauten.

Neuseddin 52.2826988 12.9761571
Google Map of 52.2826988,12.9761571
Neuseddin Mehr Infos
Nächster Artikel
Zwei Frauen halten die Fahne hoch

Besichtigung der Low-Cost-Häuser in Neuseddin.

Quelle: Christel Köster

Neuseddin/Teltow. Schneller als erwartet wird die angekündigte Notunterkunft für Flüchtlinge in der Teltower Warthestraße bezogen. In der ehemaligen Berufsschule des einstigen Geräte- und Reglerwerkes Teltow sollen bereits nächste Woche 150 Asylbewerber untergebracht werden, sagte Heinz Wachowski am Rande eines Pressetermins in Neuseddin. Er kümmert sich beim Landkreis um Logistik-Fragen. Für die Nutzung der Ex-Berufsschule gibt es allerdings keine Dauergenehmigung. Sie darf aus Brandschutzgründen maximal ein Jahr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, sagte Kreissprecherin Andrea Metzler.

Umzugswagen sind da

Umzugswagen sind da: Die ersten Einrichtungsgegenstände wurden am Dienstag am Neuseddiner Breitenbachplatz angeliefert.

Quelle: Christel Köster

Die Lage in Potsdam-Mittelmark ist dramatisch. Laut Wachowski fehlen momentan knapp 500 Plätze, um alle 2000 angekündigten Flüchtlinge aufnehmen zu können. „Offiziell gehen wir für dieses Jahr noch von gut 2000 Asylbewerber aus. Es könnten am Ende auch 2500 werden“, sagte Metzler. In Neuseddin treffen voraussichtlich am Freitag die ersten 60 Flüchtlinge ein, die auf dem Privat-Grundstück am Breitenbachplatz in Low-Cost-Häusern wohnen werden. Aus welchen Ländern die Asylbewerber stammen, ist noch nicht bekannt. „Wer kommt und wann genau, erfahren wir frühestens am Donnerstagnachmittag per E-Mail“, sagte Wachowski.

Die Neuseddinerin Ingrid Cramer schaut sich in einem Low-Cost-Haus um, in dem fünf Menschen wohnen können

Die Neuseddinerin Ingrid Cramer schaut sich in einem Low-Cost-Haus um, in dem fünf Menschen wohnen können. Zur Ausstattung gehören pro 32 Quadratmeter großem Mini-Haus fünf Betten, fünf Schränke und ein Tisch.

Quelle: Christel Köster

In den kleinen Unterkünften am Breitenbachplatz wird immer noch kräftig gewerkelt. Sie müssen zum großen Teil noch eingerichtet werden. Bis kommenden Montag sollen alle 35 Low-Cost-Häuser bezugsfertig sein. Maximal 175 Menschen – pro Mini-Haus fünf – können dann am Neuseddiner Standort aufgenommen werden. In einem Jahr sollen sie dann am gleichen Standort ein paar Meter weiter in das frühere Ambulatorium ziehen, das derzeit umgebaut und saniert wird. Geplant ist laut Metzler, dass die Low-Cost-Häuser nach dem Einzug der Flüchtlinge in das Ex-Ärztehaus an einen anderen Standort verlegt werden. „Aber wenn wir nächstes Jahr im Landkreis 4000 Asylbewerber aufnehmen müssen, können solche Pläne hinfällig sein“, sagte sie.

Flüchtlingsstandorte in Potsdam-Mittelmark

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat derzeit in sieben Kommunen Flüchtlingsheime eingerichtet: In Bad Belzig, Schäpe, Beelitz-Heilstätten, Brück und Götz sowie jeweils zwei in Teltow und Stahnsdorf.

Es gibt zudem zwei nur vorübergehend nutzbare Notunterkünfte: Im Ferienlager Hohenspringe sowie in einem Gebäude des Arbeits- und Ausbildungsfördervereins Kuhlowitz. Eine dritte Notunterkunft wird nächste Woche in der Teltower Warthestraße bezogen.

Außerdem hat der Kreis 45 Wohnungen für Asylbewerber angemietet.

Im Neuseddiner Ex-Ärztehaus, das Carsten Schwiering mit einem Architektenkollegen 2015 gekauft hat, entstehen bis Herbst 2016 etwa 27 Wohnungen. Zunächst für viereinhalb Jahre soll das Haus als Flüchtlingsunterkunft dienen.

 

Wie es sich in Low-Cost-Häusern lebt, davon konnten sich die Neuseddiner am Dienstagnachmittag in einer bereits eingerichteten Unterkunft bei einem Tag der offenen Tür ein Bild machen. Eingeladen hatte die Willkommens-AG des Ortes, viele nahmen die Einladung an. „Wenn ich die Fernsehbilder sehe, wie die Flüchtlinge im Dreck laufen – dann haben sie es in diesen Unterkünften doch erst einmal gut“, sagte Ute Nemitz. In den 32-Quadratmeter-Häuschen stehen für jeweils fünf Menschen fünf Betten, fünf Schränke und ein Tisch bereit. Pro Flüchtling sind es sechs Quadratmeter Wohnfläche. „Unsere Vorfahren mussten auch flüchten und waren froh, dass sie woanders Aufnahme fanden. Man fragt sich derzeit aber schon: Wie soll das weitergehen?“, so Ute Nemitz. Für Griseldis Andert kann Neuseddin 175 Flüchtlinge aufnehmen, mehr aber nicht. „Wir haben im Ort nur eine Ärztin und eine Einkaufstelle“, sagte sie.

Von Jens Steglich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg