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Landkreis verweigert Seniorenwohnungen

Potsdam-Mittelmark Landkreis verweigert Seniorenwohnungen

In Werder (Potsdam-Mittelmark) möchte eine Familie Seniorenwohnungen bauen – auf einer Industriebrache. Die Stadt ist dafür, der Landkreis dagegen. Und hat dafür eine überraschende Begründung. Nun klagen die Bauherren.

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 Die Marnolds sind entsetzt über die Absage vom Kreis.
 

Quelle: Greiner

Werder.  Familie Marnold kann die Absage des Kreises zu ihrem Vorhaben von neuen Seniorenwohnungen im Zentrum von Werder noch immer nicht fassen. „Wir haben unseren Besitz in Münster aufgegeben, uns für das schöne Werder entschieden und wollen hier auch investieren, doch die Baubehörde des Kreises schickte uns einen ablehnenden Vorbescheid“, sagt Werner Marnold.

Nach einem Widerspruch der Familie haben die Marnolds jetzt Klage beim Verwaltungsgericht Potsdam gegen den Kreis und den Bescheid eingereicht und wollen dessen Rücknahme erreichen. „Der Kreis kann doch unmöglich wollen, dass wir auf der Industriebrache einer alten Möbelfabrik in der Brandenburger Straße mitten in der Stadt wieder Häuser für Gewerbe sanieren, obwohl Seniorenwohnungen dringend gebraucht werden“, sagt Sohn Kevin Marnold. Seine Familie hatte das Grundstück der einstigen Möbelfabrik Sanetra vor Jahren erworben, um es neu zu gestalten, passend zum Wohnumfeld. Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) begrüßt auch den Bau von Seniorenwohnungen zentrumsnah, wie sie der MAZ auf Nachfrage bestätigt. Die Stadt hat zum Vorhaben der Marnolds bereits ihr Einvernehmen erteilt.

 Doch die Kreisbaubehörde sieht das anders. Für sie „beeinträchtigt“ das Vorhaben der Marnolds „öffentliche Belange“ und im Ergebnis sei es „planungsrechtlich unzulässig“, heißt es in der Absage zum Vorbescheid. „Die geplanten Wohngebäude greifen in den innerstädtischen Grünzug ein.“ Doch die Brache ist ein Schandfleck mitten im Wohnumfeld, hält Sylvana Marnold dagegen. Die Familie zeigt sich enttäuscht über den Landrat Wolfgang Blasig (SPD). „Wieso spricht ein Landrat nicht mit den Betroffenen?“ sagt Werner Marnold. Der Landrat verweist auf Nachfrage der MAZ darauf, dass es in seinem Sekretariat keine Anfrage der Familie zu einem Termin gab. „Dem Ausgang dieses gerichtlichen Verfahrens will ich nicht vorgreifen, möchte jedoch anmerken, dass die Entscheidung über einen Bauantrag nicht in das Ermessen der Verwaltung gestellt ist“, so der Landrat. Vielmehr sei bei Einhaltung der Bauvorschriften über die Bauvoranfrage zu entscheiden.

Von Regine Greiner

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