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Blasig will Nahverkehr stärken

Nuthetal Blasig will Nahverkehr stärken

Landratskandidat Wolfgang Blasig (SPD) will den Regionalverkehr stärken und zum sozialen Wohnungsbau zurückkehren. Das erklärte der Amtsinhaber in einem Bürgergespräch am Mittwoch in Bergholz-Rehbrücke. Mit einem zweiten Kreisbudget soll vor allem der Wohnungsbau für Flüchtlinge und ALG-II-Bezieher gefördert werden.

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Asylbewerber gärtnern gegen die Langeweile

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) im Gespräch mit Nuthetaler Bürgern.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Bergholz-Rehbrücke. „Ich hätte nie gedacht, dass mein Amt so begehrt ist“, spielte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) beim Bürgergespräch am Mittwoch im Mehrgenerationenhaus Nuthetal in Bergholz-Rehbrücke auf seine vier Mitbewerber im Wahlkampf um den Chefposten in der Kreisverwaltung an. Als Amtsinhaber und erneuter Kandidat habe er es nicht leicht, müsse sich zurücknehmen und werde nicht auf „rüde Attacken“ reagieren, sagte Blasig.

Franz Herbert Schäfer aus Schenkenberg (CDU), Klaus-Jürgen Warnick aus Kleinmachnow (Linke), Andreas Schramm aus Teltow (Piraten) und Sven Schröder aus Borkheide (AfD) werben mit Alternativen zum Führungsstil des amtierenden Landrates um die Gunst des Wählers. Erstmals soll der neue Landrat am 25. September direkt gewählt werden.

Blasig sieht den Schienen- und den öffentlichen Personennahverkehr sowie den sozialen Wohnungsbau als wichtige Aufgaben in den nächsten Jahren. Zwar sei kaum ein anderer Landkreis dermaßen eng an ein Autobahnnetz gebunden, aber der belastende Güterverkehr zum Beispiel auf der A 10 offenbare die symptomatischen Fehleinschätzungen der Vergangenheit, alles auf die Straße zu setzen.

Auch müssen Regionallinien gestärkt und Taktzeiten verbessert werden, lautet das Credo des Landrates. „Schließlich sind wir ein touristischer Landkreis.“ Erste Gespräche dazu gäbe es mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Die Verbindungen zwischen Potsdam-Mittelmark und Berlin würden besser funktionieren als zwischen dem Landkreis und der Landeshauptstadt Potsdam, sagte Blasig. Bisher habe der Wille in den Geschäftsführungen gefehlt, die sich offensichtlich eher als Konkurrenten sahen. Um den gebietsübergreifenden Verkehr sei es auch am Donnerstag in einem Gespräch im Potsdamer Rathaus gegangen.

Die Flüchtlingskrise zeige deutlich, wie falsch es war, sich vom sozialen Wohnungsbau zu verabschieden, erklärte Blasig. Darum wolle das Landratsamt ein zweites Kreisbudget auflegen, mit dem vor allem der Wohnungsbau für Flüchtlinge und für ALG-II-Bezieher gefördert werden soll. Unzufrieden ist der Landrat in diesem Zusammenhang mit der jüngsten Entwicklung der Gemeindlichen Wohnungsgesellschaft (Gewog) in Kleinmachnow. Sie konzentriere sich zu sehr auf die „Insel rund um den Rathausmarkt“, als auf ihren starken Partner in der Gemeinde Nuthetal oder vielleicht auch bald in Michendorf.

Den Umbau eines früheren Baumarktes in Bergholz-Rehbrücke zu einer Flüchtlingsunterkunft habe der Kreis nicht genehmeigen können, weil der Eigentümer die Brandschutzauflagen nicht erfüllen konnte, informierte Blasig. In Beelitz-Schönefeld sei der Kreis gerade dabei, die Asylunterkunft wieder aufzulösen.

Von Heinz Helwig

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