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Amtsinhaber Blasig kämpft um seinen Job

Landratswahl in Potsdam-Mittelmark Amtsinhaber Blasig kämpft um seinen Job

Wolfgang Blasig (SPD) möchte gern Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark bleiben. Am liebsten würde er die Direktwahl schon am 25. September für sich entscheiden. Er sieht sich als Verwaltungsprofi, der gern weiterentwickeln würde, was er vor acht Jahren begonnen hat. Blasig fühlt sich fit und auch den Aufgaben der nächsten Amtszeit gewachsen.

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Landrat Wolfgang Blasig (SPD) fühlt sich auch für eine weitere Amtszeit fit und möchte gern die Entwicklung des Landkreises Potsdam-Mittelmark weiter voranbringen.

Quelle: Martin Steger

Kleinmachnow. Wolfgang Blasig (SPD) kämpft um seinen Job. Er ist seit 2009 Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark und will es auch bleiben. Der Amtsinhaber hofft, schon am 25. September die Direktwahl für sich entscheiden zu können. „Ich bin angetreten, um gleich im ersten Wahlgang zu gewinnen“, gibt er sich selbstbewusst. Über eine Stichwahl denkt Blasig noch nicht nach. Mehr Sorgen macht er sich darüber, dass das notwendige Quorum (die in Prozent festgesetzte Anzahl an abgegebenen Stimmen im Verhältnis zu allen Wahlberechtigten) nicht erreicht werden könnte. „Wer nicht wählen geht, bekommt den Kandidaten, den er nicht wollte“, appelliert er an die Mittelmärker.

Die anderen Kandidaten:

– Franz Herbert Schäfer (CDU): Metzgersohn will Landrat werden

– Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke): „Mit mir wird es keine Zwangsfusion geben“

– Sven Schröder (AfD): Politikneuling strebt Chefposten an

– Andreas Schramm (Piraten): Kandidat will sich für mehr Transparenz einsetzen

Ein Hauptthema ist für Blasig der öffentliche Nahverkehr

Er fühle sich noch „höchst fit“ und wolle die kommende Amtszeit auch voll durchziehen, hatte der 62-Jährige unlängst auf einem Wahlforum in Teltow beteuert. „Ich bin mit dem, was ich vorhabe, noch nicht fertig und will weiter an der Entwicklung des Landkreises mitarbeiten.“ Blasig scheut die 60-Stunden-Woche in seinem Job nicht. Er hat in den vergangenen acht Jahren den Landkreis von seinen Schulden befreit, die Arbeitslosigkeit in den absoluten Tiefpunkt im Land Brandenburg versenkt, bei den Familienzentren in den Gemeinden finanziell Pate gestanden und das Ehrenamt gestärkt, haben ihm seine mittelmärkischen SPD-Genossen in sein Wahlprogramm geschrieben. Jetzt will sich ihr Bewerber vor allem um einen besseren öffentlichen Nahverkehr kümmern, um Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die es ihr ermöglichen gute und gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen, um den Status der Vollbeschäftigung zu erreichen, und um mehr Unterstützung für die Landwirtschaft, die für ihn langfristig Arbeitsplätze sichert.

Bewerber fährt gern Rad und spielt Golf

Die Direktwahl zum Landrat findet am 25. September 2016 statt. Es bewerben sich Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD), Franz Herbert Schäfer (CDU), Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke), Sven Schröder (AfD) und Andreas Schramm (Piraten). Die Grünen und die FDP verzichten auf einen Kandidaten. Für die Kreistagsabgeordneten von Potsdam-Mittelmark endet die aktuelle Wahlperiode erst 2019.

Wolfgang Blasig wurde am 31. März 1954 in Moskau als Sohn sogenannter „deutscher Spezialisten“ geboren. Im Alter von drei Jahren kehrt er mit seinen Eltern nach Deutschland zurück. Der studierte Physiker ist verheiratet, hat drei Kinder und vier Enkel. Er fährt gern Rad, spielt gern Golf und möchte seine frühere Tennisleidenschaft wieder mehr aktivieren.

Der Kleinmachnower sieht sich selbst als „Verwaltungsprofi in Wahlämtern“ mit reichlich Wahlkampferfahrung. Nach drei Jahren als Hauptverwaltungsdezernent in der Gemeinde Kleinmachnow war er fünfzehn Jahre lang deren Bürgermeister. „Ich kannte immer das Amt ganz genau, für das ich mich bewarb.“ Wahlkämpfe seien jedesmal anstrengend, und er nehme andere Kandidaten stets sehr ernst, sagt er. „In Diskussionen fällt es mir mitunter schwer, ruhig zu bleiben. Es liegt mir nicht, belehrend auftreten.“ Nur wenn jemand bewusst Unwahrheiten verbreite, würde Blasig schon mal etwas forscher reagieren, sagt dieser über sich selbst.

Darum steht Blasig der Direktwahl skeptisch gegenüber

Eigentlich war er gegen die Direktwahl des Landrates. „Das begünstigt den Amtsinhaber.“ Öffentliche Auftritte in der Zeit davor sind für ihn Gratwanderungen zwischen Job und Wahlkampf. „Gerade kleinere Initiativen erwarten dann oft einen Besuch.“ Aber Übergaben von neuen Straßen und Gebäuden mit dem unvermeidlichen Durchschneiden eines Bandes, die absichtlich in die Wahlkampfzeit gelegt werden, seien mit ihm nicht zu machen, wehrt Blasig ab.

Dabei hat auch er die viel zitierte Bürgernähe in sein Strategiepapier aufgenommen, die seine Herausforderer als einen Mangel gegen ihn verwenden. Es ärgert ihn, dass sie Bürgernähe ausschließlich auf Vor-Ort-Präsenz reduzieren und ihm vorwerfen, sich im Altkreis Brandenburg gern von seinem Vize Christian Stein (CDU) vertreten zu lassen. „Wir haben vereinbart, gerade Abendtermine auch nach Wohnortnähe zu besetzen, um den persönlichen Aufwand nicht unnötig zu strapazieren“, erklärt Blasig. Stein wohnt in Pritzerbe.

Kritiker sagen, dass Blasig Problemen aus dem Weg gehe

Die modernen Antragsmöglichkeiten im Onlineverfahren, die bürgerfreundlichen Erreichbarkeiten und Sprechzeiten der Behörden oder die beschleunigten Entscheidungsprozesse gehören ebenso zu einer Bürgernähe dazu, zählt der Landrat auf. Er hat Verständnis, dass die Mittelmärker die Zwänge von Genehmigungsbehörden nicht immer nachvollziehen können. „Darum muss die Verwaltung transparent arbeiten, ohne gleichzeitig im Glashaus zu sitzen.“ Dass ihm seine Mitbewerber unterstellen, keine Stimmungen aufnehmen zu können, quittiert Blasig mit einem „liebevollen Lächeln“. „Gerade das ist meine Stärke“, behauptet er und dass ihm dabei seine frühere Bürgermeistertätigkeit zugute komme.

Seine Weggefährten haben ihn unterschiedlich in Erinnerung. Er sei ein gewissenhafter, mutiger Mensch, sagen die einen. Er gehe Problemen aus dem Weg und verlasse sich auf seine guten Leute, meinen die anderen. Blasig sei ein hervorragender Rhetoriker, der aus dem Stand launige Reden haltern könne. Tatsächlich ist der Intellektuelle für seine süffisanten Antworten bekannt, die er gern mit philosophischen Erkenntnissen berühmter Leute anreichert.

Wie es im Falle einer Niederlage für ihn weitergeht, weiß Blasig noch nicht

Die Kreisgebietsreform werde Potsdam-Mittelmark kaum treffen, ist Wolfgang Blasig überzeugt. Der Landkreis sei schon jetzt so aufgestellt, wie es die Kriterien vorgeben. Brandenburg an der Havel werde auch mit der Reform ein Oberzentrum bleiben. Eine Eingliederung in den Landkreis wäre eine ungeheure finanzielle Herausforderung, die Blasig allerdings für unwahrscheinlich hält. Zur Potsdamer Verwaltungsspitze habe er ein gutes Verhältnis, auch wenn die Stadt führ ihre „Nabelschau“ schon republiksbekannt sei. Nur bei den Stadtverordneten kann Blasig keine durchgängige Politik erkennen.

Mit seiner politischen Zukunft im Fall einer Niederlage will sich der Amtsinhaber noch nicht beschäftigen. Ein Tagesablauf vor dem Fernseher mit Koch- oder Gerichtsshows kann er sich aber nicht vorstellen. „Persönlich würde die Welt für mich nicht untergehen.“ Dann hätte er jedoch für seine Familie mehr als nur den einen Tag in der Woche Zeit, den er sich fest in seinem Terminkalender einträgt.

Von Heinz Helwig

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