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Potsdam-Mittelmark Landrat Blasig geht auf die Bürgermeister zu
Lokales Potsdam-Mittelmark Landrat Blasig geht auf die Bürgermeister zu
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13:54 28.09.2018
Landrat Wolfgang Blasig will den Kreistag nun doch erst im Dezember über die Zukunft der Verwaltungssitze abstimmen lassen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) schaltet einen Gang runter. Überraschend hat der Verwaltungschef die Masterplan-Vorlage zur Konzentration der Verwaltungsstandorte von der Tagesordnung des Kreisausschusses genommen. Er brauche mehr Zeit, um die vielen Fragen zur anstehenden Grundsatzentscheidung zu beantworten, sagte Blasig am Donnerstagabend vor dem im Landratsamt tagenden Gremium.

Damit wird es auch auf der Sitzung des nächsten Kreistages am 11. Oktober keine Abstimmung über den Bau eines zentralen Kreishauses in Beelitz-Heilstätten geben. Nun soll der Kreistag erst im Dezember die Weichen für eine Zusammenlegung der allermeisten Kreisbehörden unter einem Dach stellen.

Bürgermeister werden gehört

Mit diesem Umdenken geht Landrat Blasig unter anderem auf die hauptamtlichen Bürgermeister und Amtsdirektoren in Potsdam-Mittelmark zu, für die das letzte Wort über eine Fusion der bislang auf vier Standorte verstreuten Verwaltung noch nicht gesprochen ist. Die in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Kommunalvertreter hatten Blasig unlängst aufgefordert eine Abstimmung über einen Neubau in Beelitz-Heilstätten zu verschieben. Noch vor zwei Wochen hatte der Landrat im Wirtschaftsausschuss dieses Ansinnen als Eingriff in die Souveränität des Kreistages zurückgewiesen. Doch auch auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Bad Belzig hatte Blasig den Widerstand der Kritiker zu spüren bekommen.

Das Landratsamt muss zur Zukunft der Verwaltungssitze noch viele Fragen beantworten. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Zeit bis Dezember will der Verwaltungschef auch dafür nutzen, um den Fraktionen im Kreistag noch intensiver Rede und Antwort zu stehen. Er rief im Kreisausschuss dazu auf, die Fragen zu bündeln. Erstmals schloss Blasig am Donnerstag Änderungen oder Ergänzungen an dem von einer externen Beraterfirma erstellten Masterplan nicht aus.

Bislang sieht die favorisierte Variante so aus: Bau eines rund 107 Millionen Euro teuren zentralen Verwaltungssitzes für etwa 1000 Büroarbeitsplätze auf einem kreiseigenen Grundstück in Beelitz-Heilstätten. In der Fläche sollen Service-Punkte in den Mittelzentren des Kreises sowie in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel verbleiben. Das historische Landratsamt in der Niemöllerstraße bleibt im Besitz des Landkreises und Tagungsort des Kreistages.

Kreisumlage bleibt Thema

Widerstand kommt vor allem von den Kommunalpolitikern aus dem Süden des Landkreises und der Kreisstadt selbst. So fordert Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang den Erhalt von über 300 Bürojobs, die bei einem Neubau nach Beelitz-Heilstätten umziehen müssten. In der Stadt liegen Unterschriften für den Erhalt der Verwaltung in Bad Belzig aus. Sollte es zu einem Neubau in Beelitz-Heilstätten kommen, wird mit dem Einzug der ersten Behörden in etwa fünf Jahren gerechnet.

Welchen Ersatz der Landkreis der Region für den Rückzug zum Beispiel aus dem großen Bürokomplex im Papendorfer Weg bietet, wird wohl ebenso Inhalt der Gespräche mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren sein, wie deren im Raum stehende Forderung nach einer Senkung der Kreisumlage um 3,9 Prozent. „Ich bin sicher, dass es bei den anstehenden Beratungen auch um die Kreisumlage gehen wird“, sagte Vize-Landrat Christian Stein (CDU) der MAZ.

Von Frank Bürstenbinder

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