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Landrat will Werder dicht machen

Blasig (SPD) sorgt für Entsetzen Landrat will Werder dicht machen

Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hat laut gedacht: Mit der Funktionalreform soll der Kreis die teuer angemietete, aber dann zu kleine Außenstelle in Werder aufgeben und einen Bürokomplex außerhalb der Stadt bauen. In dieser „Idee“ sieht Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) eine Missachtung der zweitgrößten Stadt im Landkreis.

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Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hat vorgeschlagen, nach der Funktionalreform 2019 den Verwaltungssitz in Werder aufzugeben.

Quelle: Archiv/Frank Bürstenbinder

Werder. Ihre Außenstelle in Werder soll die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark nach Inkrafttreten der Funktionalreform 2019 aufgeben. Das schlug Landrat Wolfgang Blasig (SPD) dieser Tage in seiner Jahrespressekonferenz in Bad Belzig vor. In dem Gebäudekomplex Am Gutshof 1-7 befinden sich mehrere soziale Dienste, die Verkehrsbehörde des Kreises sowie die Kfz-Zulassungsstelle.

Mit der Funktionalreform wird die Kreisverwaltung auch bisherige Aufgaben des Landes übernehmen. Dafür braucht das Landratsamt nach eigenen Angaben allerdings mehr als 200 zusätzliche Mitarbeiter. „Die müssen ordentlich untergebracht werden“, zitiert Kreissprecherin Andrea Metzler ihren Verwaltungschef. Blasig war am Freitag für die MAZ nicht erreichbar. In den Objekten an den verschiedenen Standorten sei aber schon „alles dicht“, so Metzler. Deshalb überlege der Landrat, sich von seinen angemieteten Verwaltungssitzen in Werder und in Brandenburg an der Havel zu trennen und selbst einen Bürokomplex zu bauen.

Trotz der Reform will Blasig auch künftig an vier Verwaltungsstandorten in Bad Belzig, Teltow, Brandenburg an der Havel und im Raum Werder festhalten. Doch die Miete für das Objekt im Gutshof in der Blütenstadt sei enorm hoch. Außerdem gäbe es kaum Parkplätze direkt am und keinen barrierefreien Zugang zum Verwaltungssitz, merkt die Kreissprecherin an. Der Landrat will jedoch noch mit der Stadtverwaltung reden, ob die vielleicht eine Idee habe, auf welchen Flächen ein Verwaltungsneubau entstehen könnte. Aber freies Bauland in Werder sei kaum noch zu haben und außerdem teuer, so Blasig.

Dennoch will er eine Außenstelle im Mittelzentrum Werder-Beelitz belassen. In Beelitz-Heilstätten nutzt der Kreistag bereits das kreiseigene Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) für Ausschusssitzungen. Daneben gäbe es noch freie Bauflächen, die jedoch in Privatbesitz sind. Unabhängig vom Ausgang der Landratswahl im September des nächsten Jahres plädiert Blasig dafür, an Bad Belzig als Kreisstadt festzuhalten. Seine Überlegungen hätten jedoch nichts mit dieser Wahl zu tun, beteuert er. Die Entscheidungen treffe letztendlich der Kreistag. Im nächsten Jahr will Blasig konkrete Pläne für seine Idee vorlegen.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) ist über Blasigs Vorstoß ohne Absprache mit der Stadtverwaltung entsetzt. „Es ist beschämend, die zweitgrößte Stadt des Landkreises, die elf Millionen Euro Kreisumlage zahlt, über solche wichtigen Veränderungen nicht zu informieren“, sagt Saß. Sie habe mit dem Vorsitzenden des Kreistages und Ex-Bürgermeister von Werder, Werner Große (CDU), gesprochen. Auch der wisse noch nichts von Blasigs Plänen. Sollte der Landrat seine Vorstellungen wirklich durchsetzen wollen, will Saß die Werderaner Kreistagsmitglieder auffordern, sich dagegen entschieden zu wehren.

Noch weiter geht der CDU-Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung Hermann Bobka. Er erinnert die Werderaner daran, im nächsten Jahr den amtierenden Landrat nicht unbedingt wieder wählen zu müssen. Sollte die Landesregierung mit Zwangsfusionierungen neue Kreise und Kreisstädte bilden wollen, soll Werder neue Kreisstadt werden, fordert Bobka.

Rückzug des Kreises ist für die Stadt verkraftbar

Neben dem Hauptsitz in Bad Belzig unterhält das Landratsamt Außenstellen in Teltow, Werder und Brandenburg an der Havel. Im Technologiezentrum Teltow in der Potsdamer Straße sitzt beispielsweise die Bauaufsicht des Landkreises. Der Bereich Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für Potsdam-Mittelmark ist in Brandenburg an der Havel untergebracht.

Vor knapp drei Jahren hatte Landrat Wolfgang Blasig und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (beide SPD) Anfang 2013 in der Außenstelle Werder des Landratsamtes einen Kooperationsvertrag für eine gemeinsame Kfz-Zulassungsstelle Potsdam und Potsdam-Mittelmark unterzeichnet.

Einen Rückzug der Kreisverwaltung aus der Blütenstadt werde Werder sicher verkraften, ist Landrat Wolfgang Blasig überzeugt.

Die Kreismitte zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West sieht der Landrat in Beelitz-Heilstätten.

Mit der Verwaltungsstrukturreform sollen die bislang 14 Landkreise in künftig sieben bis zehn Landkreisen zusammengefasst werden. Das war von der Enquete-Kommission empfohlen worden.

Von Heinz Helwig

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