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Potsdam-Mittelmark Landschaftsförderverein trauert um Karl Decruppe
Lokales Potsdam-Mittelmark Landschaftsförderverein trauert um Karl Decruppe
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20:00 17.10.2013
Immer für den Naturschutz aktiv - Karl Decruppe. Quelle: Privat
Stücken

Doch ihr Verehrer hat am 11. Oktober den Kampf gegen eine heimtückische Krankheit verloren. Damit hat der Naturpark Fläming seinen Leiter verloren und der Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung seinen Mitbegründer und ehrgeizigen Vorsitzenden.

Als der Student und leidenschaftliche Tierfotograf aus der Metropole die Landschaft an Nuthe und Nieplitz das erste Mal mit dem damaligen heimischen Oberförster Manfred Kroop kennenlernte, war es um ihn geschehen. Kein Tag verging, an dem er nicht an die grüne Kostbarkeit unweit von Berlin dachte, die er beschützen wollte und musste, bevor Baulöwen dort Hotels, Golfplätze oder Villen wie Pilze aus dem Boden schießen lassen. Bis heute haben Naturfreunde die begeisterten Worte Decruppes über die Kulturlandschaft nicht vergessen: "Man braucht nur 35 Minuten vom Funkturm in Berlin bis zur einzigartigen Landschaft, wo du dir den Seeadler angucken kannst. Das ist in Mitteleuropa einmalig."

Schon im September 1990 entwickelte Decruppe Pläne für ein Naturschutzgroßprojekt. Der Bund signalisierte Unterstützung. Kroop und Decruppe treiben die Gründung eines Fördervereins voran. Im Frühjahr 1991 ist es soweit, der Verein und sein Geschäftsführer Karl Decruppe nehmen ihre Arbeit auf. Damit war erstmalig in der Geschichte der Naturschutzgroßprojekte ein Verein Träger der Vorhaben.

Decruppe und seinen Mitstreitern gelingt es, in den folgenden Jahren im Speckgürtel Berlins eine dünn besiedelte, mit großartiger Natur ausgestattete Kulturlandschaft zu bewahren und zugleich für Naturfreunde erlebbar zu machen. Das Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung gehörte zu den ersten fünf Naturschutzgebieten im Land Brandenburg. Allein in den ersten zehn Jahren fließen Fördergelder von Bund und Land in Höhe von fast 15 Millionen Euro in die Entwicklung des grünen Schatzes. Geld, das der Entwicklung der gesamten Region zugute kommt. So hatten es sich Decruppe, die Förderer, mitwirkende Kreise und Landwirte gewünscht. Natürlich gab es bei Investoren und Landwirten auch Widerstände gegen die Vorhaben der Naturschützer. "Der Landwirtschaft wäre ohne das Naturschutzgroßprojekt allein durch Pferdehaltung vor den Toren Berlins mehr Flächen entzogen worden, als durch den Naturschutz", hielt Decruppe dagegen. Für den Mitbegründer des Fördervereins wird das Aufgabenpaket 1995 riesig, denn Decruppe wechselt hauptberuflich in die damalige Landesanstalt für Großschutzgebiete, wird Aufbauleiter für den Naturpark Nuthe-Nieplitz-Auen und ab 1997 Abteilungsleiter / Aufbauleiter Naturparke. Ab 2002 kümmert er sich bis zu seiner schweren Krebserkrankung intensiv um den Naturpark Hoher Fläming. "Mit seinem Einsatz für die Entwicklung der Nuthe-Nieplitz-Region hat er die Ausrichtung des Fördervereins in den Anfangsjahren als Geschäftsführer und seit 2007 als Vorstandsvorsitzender maßgeblich geprägt", sagt Peter Koch vom Förderverein. "Die nachhaltige Entwicklung und die Erhaltung der Artenvielfalt lagen ihm besonders am Herzen."

Nach Einschätzung des Landesamtes für Umwelt im Land Brandenburg ist es dem Engagement Decruppes "ganz wesentlich mitzuverdanken, dass nach dem Mauerfall, noch vor der Einweihung des Naturparks Nuthe-Nieplitz, das erste Naturschutzgroßprojekt der neuen Bundesländer in der Nuthe-Nieplitz-Niederung begonnen werden konnte. "Seine Bereitschaft, neue Wege zu gehen und die Sorgen und Bedürfnisse anderer Menschen zu berücksichtigen, seine Geradlinigkeit und Menschlichkeit haben bei allen, die mit ihm zu tun hatten, einen tiefen Eindruck hinterlassen", sagt Jörg Götting vom Landesumweltamt.

Von Regine Greiner

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