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Potsdam-Mittelmark Landwirte fürchten um ihre Ernte
Lokales Potsdam-Mittelmark Landwirte fürchten um ihre Ernte
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16:56 31.05.2018
Jürgen Engel von der Agrargenossenschaft Wusterwitz hält eine mageren Roggenähre in den Händen. Quelle: Jacqueline Steiner
Wusterwitz / Wollin

Das Wetter bereitet den Landwirten ernste Probleme – mal wieder. Gehofft hatten die Bauern auf beste Wachstumsbedingungen. Aber Pustekuchen. Siegfried Sehl, Leiter für Pflanzenbau bei der Agrarunion Wollin eG, befürchtet allein im Roggen Einbußen von mehr als 100 000 Euro.

Schon der April war zu warm und zu trocken, im Mai hat sich dieses Wetter noch verfestigt. Die Sonne brennt seit Wochen, und in vielen Regionen in Potsdam-Mittelmark, wo die Böden am schwächsten sind, haben einige Betriebe im gesamten Monat noch keinen Tropfen Regen abbekommen. Die Folge: Den einen verbrennt der Roggen, bei den anderen mickert die Gerste.

Ein extrem trockener Mai mit Hitzewarnungen

Tatsächlich ist der Mai extrem verlaufen. An Hitzefrei im Mai kann sich kaum ein Schulleiter erinnern, Eisdielen und Freibäder feiern Rekordumsätze für die Jahreszeit, auch die Wetterexperten wundern sich. Der Mai war im Grunde ein vorgezogener Hochsommer, der nahtlos an den Winter angeschlossen hat. Das macht sich auch auf den Feldern bemerkbar.

Jürgen Engel von der Agrargenossenschaft Wusterwitz in einem ausgedörrten Roggenfeld. Quelle: Jacqueline Steiner

Die Wolliner Agarunion hat auf 900 Hektar Getreide angebaut. Beim Roggen befürchtet Siegfried Seehl 40 Prozent Einbußen, beim Weizen und bei der Gerste je 30Prozent: „Die Ernte wird ähnlich schlecht wie im Jahr 2003.“ Damals wurde sogar die 40-Grad-Marke geknackt. „Die Verdunstung auf der Fläche ist enorm, die Sonne mit dem andauernden Wind und kein Regen und das genau in der Hauptwachstumsphase des Getreides“, so Siegfried Sehl. Der Roggen ist teils weggebrannt, wo die Pflanzen noch grün sind, trägt die Ähre weniger Körner.

Auch der Raps hat durch Hitze und Regenmangel gelitten

Bei Jürgen Engel, dem Vorstandsvorsitzenden der Agrargenossenschaft Wusterwitz eG, sieht es kaum anders aus. „Regen käme jetzt für den Roggen zu spät“, sagt er. Auch er hat bis zu 30 Prozent Ausfälle beim Getreide. Auch der Raps habe gelitten, zwar nicht mit Trockenschäden, wohl aber „stressbedingt“. Er rechnet mit 80 0000 Euro Einnahmeverlusten.

Die Trockenheit hält an

In einem durchschnittlichen Mai allen je Quadratmeter im Land Brandenburg 54 Liter. Das besagt die Statistik ausden Jahren 1981 bis 2010 des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam. In diesem Mai waren es nach Angaben von Meteorologin Ulrike Maiwald 15 Liter. „Das ist sehr trocken!“

Von Freitag an drohen über das Wochenende Gewitter mit teils unwetterartigem Charakter. „Da wird es punktuell zu sehr hohen Niederschlägen kommen, aber das nutzt der Landwirtschaft nicht“, sagt Ulrike Maiwald.

Ab Montag, 4. Juni, kühlt es auf 25 bis 28 Grad zwar leicht ab, „aber es sieht weiter nach relativer Trockenheit aus“, sagt die Wetterexpertin aus Potsdam.

Jens Schreinicke, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark, glaubt indes nicht, dass die schlechte Ernte zu steigenden Getreidepreisen führen wird. „Auf dem Weltmarkt gibt es genug Getreide, durch höhere Preise können die Landwirte den Ernteausfall nicht kompensieren.“ Für Sonnenblume und Mais sieht Schreinicke noch Chancen. Die Pflanzen waren bisher „jung und niedrig und hatten noch nicht den großen Wasserbedarf“.

„Jeder Tropfen Regen würde uns glücklich machen, jeder Landwirt hofft und wartet auf Regen“, sagt Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Silvia Wernitz. „Für das Getreide kommt der Regen zu spät, Raps und Mais aber brauchen den Regen noch.“ Auch das Grünland – wichtig für die Gewinnung von Futter – sei zunehmend ausgetrocknet. „Es kommt bereits zu Engpässen“, so Silvia Wernitz.

Von Marion von Imhoff und Oliver Fischer

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