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Potsdam-Mittelmark Langfinger? Bücher-Zelle ist plötzlich halb leer
Lokales Potsdam-Mittelmark Langfinger? Bücher-Zelle ist plötzlich halb leer
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08:20 05.08.2016
Verschwundene Bücher: Die ehemalige Bibliothekarin Ute-Ilse Thilo steht vor „ihrer“ FRIDA. Die Regale sind in den letzten Wochen sichtlich leerer geworden Quelle: Johanna Uminiski
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Borkwalde

Entspannt liegen dieser Tage viele Menschen aus dem Hohen Fläming an fernen Stränden oder im vertrauten Garten, lassen sich von der Sonne verwöhnen und lesen ein spannendes Buch, wofür sie im Alltag kaum Zeit finden. Das hofft jedenfalls Ute-Ilse Thilo vom Kulturverein „Zauche“ und dafür hat sie einige deutliche Hinweise ausgerechnet in ihrer heimatlichen Umgebung ausgemacht.

Obendrein kann die ehemalige Bibliothekarin, die nach wie vor bestens im Lesestoff steht, ein paar Tipps für die richtige Auswahl der Freizeitliteratur geben. Packende Krimis sind ihrer Aussage nach in diesem Sommer der Renner. „Ich empfehle leichte Geschichten von der Amerikanerin Dona Leon und der deutschen Schriftstellerin Rita Falk“, sagt sie. Doch auch packende Liebesromane von der Amerikanerin Nora Roberts und der deutschen Autorin Gabriele Engelmann sind begehrt. Toll seien Bücher der britischen Journalistin, Schriftstellerin und Drehbuchautorin Jojo Moyes, sagt die Borkwalderin. „Deren Werke sind im Moment sehr gefragt.“

Ute Ilse Thilo taucht selbst aktuell in einen besonderen Roman ein: „Ich lese gerade Kuckucksnest von Hera Lind“, sagt die 72-Jährige. Auf ziemlich humoristische Art und Weise werden in dem Roman die Probleme eines Ehepaars beschrieben, das zwei Kinder adoptiert hat. „Gerade junge Leute können sich in diese Probleme bestimmt gut hineinversetzen.“

In Zeiten, da immer mehr Fernseh- und Videokanäle für Information und Unterhaltung genutzt werden, engagiert sich die Senioren in der Waldgemeinde dafür, dass die traditionelle Lektüre nicht komplett ad acta kommt. So hat die Seniorin mit Gleichgesinnten die Veranstaltung „Borkwalde liest ein Buch“ ins Leben gerufen. „Die Bücher, die man liest, müssen nicht hochtrabend sein – wichtig ist, dass man sich mit der Sprache beschäftigt und weiterbildet.“ Vor drei Jahren wurde diese Reihe ins Leben gerufen und wird alljährlich im Winter von den lesewütigen Borkheidern und Borkwaldern sehr gut angenommen. Die Vorbereitungen beginnen meist im Herbst. „Anfang des Jahres findet der Auftakt statt, danach folgen über zwei, drei Monate hinweg verschieden Veranstaltungen, bei denen die Protagonisten über das gemeinsame Thema ins Gespräch kommen“, sagt die Rentnerin.

Bring ein Buch, nimm ein Buch

Frida hat Anfang des Jahres bereits ihren dritten Geburtstag gefeiert.

Die Idee zur Telefonzelle hatte Ute-Ilsa Thilo aus Borkwalde, die vor fünf Jahren auf die amerikanische Organisation „bookcrossing“ gestoßen iwar

Deren Protagonisten sind der Meinung, dass Bücher nicht im Regal verstauben dürfen, sondern allen Interessierten in der ganzen Welt zur Verfügung gestellt werden sollen.

Eine ausrangierte Telefonzelle der Telekom holte Ute-Ilse Thilo nach Borkwalde.

Am 2. Advent 2013 wurde Frida eingeweiht. Das Motto lautet: „Bring ein Buch, nimm ein Buch und gib es weiter“.

Doch auf eine Sache ist die Ute-Ilse Thilo ganz besonders stolz: Frida – die freie individuelle Dauer-Ausleihe; die bunte ehemalige Telefonzelle am Kreisverkehr, die mit Büchern gefüllt ist. Normalerweise. Aber seit einiger Zeit beobachtet nicht nur die ehemalige Bibliothekarin mit Besorgnis, dass das Frida an inneren Werten eingebüßt hat. „Ein Schwund ist normal. Aber da ist jetzt schon ein bedenklicher Ausnahmezustand erreicht.“ Die Bücher in den Regalen stehen normalerweise doppelreihig und selbst auf dem Fußboden befanden sich noch Stapel, sagt die 72-Jährige. „Ich glaube selbst angesichts der angebrochenen Ferienzeit nicht, dass massiv der Lesehunger in der Waldgemeinde ausgebrochen ist.“

Eine vorsichtige Vermutung äußer die Enthusiastin. „Ich möchte niemanden verdächtigen. Aber es könnte ein Antiquar beispielsweise sein, der die Bücher zum Flohmarkt bringt.“ Doch sicher sei das natürlich nicht. Vielleicht sollte jemand ein besonderes Auge auf „Frida“ werfen und melden, wenn einem etwas komisch vorkomme, so Thilo. Jetzt heißt es aber erst einmal: die Regale in der Glaskabine wieder mit Lektüren füllen. „Ich stelle jetzt wieder Bücher von mir rein.“ Wenn sie wieder verschwinden, würde Ute-Ilse Thilo zunächst einen Hinweiszettel an die Telefonzelle hängen. „Wenn das nicht hilft, dann schließe ich die Telefonzelle ab“. Das wäre sehr schade, denn damit wäre die Idee – Bücher frei zugänglich weiterzureichen – zerstört.

Von Johanna Uminski

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