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Potsdam-Mittelmark Lauter Knall war ein Blitzeinschlag
Lokales Potsdam-Mittelmark Lauter Knall war ein Blitzeinschlag
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19:46 26.06.2017
Blick zum vom Blitz getroffenen Scheunendach in der Chausseestraße. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Brielow

Es war ein Knall wie auf einem Sprengplatz. Wohl viele Brielower saßen in der Gewitternacht zum vergangenen Freitag senkrecht im Bett. Zuvor hatte gegen 0.30 Uhr ein ungewöhnlich lauter Donnerschlag das Dorf aufgeschreckt. Irgendwo musste der Blitz eingeschlagen sein. Was zunächst unklar blieb, hat sich in Brielow inzwischen herumgesprochen.

Vom Blitz getroffen wurde eine ehemalige Scheune auf dem Anwesen von Günter und Carola Fraederich in der Chausseestraße. Für die Meteorologen mag die Unwetternacht bereits Geschichte sein, dem Ehepaar steckt der Schreck noch immer in den Gliedern. „Wir wurden mitten aus dem Schlaf gerissen. Die Lautstärke war immens“, berichtet Günter Fraederich. Auch er hatte zunächst keine Ahnung, wo sich das Unwetter ausgetobt haben könnte. Trotzdem verschaffte sich der Brielower mit einem Handscheinwerfer einen Überblick über seinen Hof. „Da habe ich die Bescherung schon gesehen. Alles war mit Ziegeln übersät. Die weitesten Dachsteine waren bis auf die Fahrbahnen der Chausseestraße und der Hohenferchesarer Straße geflogen“, so Fraederich. Schnell wurde klar, dass der Blitz in den First des Scheunengebäudes eingeschlagen war. Die Wucht der Funkenentladung war so groß, dass alle Firststeine durch die Luft flogen, die Dachlatten angehoben, Mauerwerk weggerissen und die Verriegelung der Scheunentür demoliert wurde.

Trotz des Dachschadens hatten die Fraederichs Glück im Unglück. Der Treffer hat im Gebälk des über 100 Jahre alten Gebäudes keinen Brand ausgelöst. „Anderenfalls hätte die Lage schnell eskalieren können“, ist Torsten Richter von der Brielower Feuerwehr überzeugt. Augenzeuge Steffen Torge aus der Chausseestraße berichtet: „Blitz und Donner waren eins. Dann hat der Boden gebebt.“

Zur selben Zeit saß Klaus Kunisch im Wohnzimmer seines Hauses in der Hohenferchesarer Straße noch vor dem Fernseher. Der Nachbar von Günter Fraederich berichtete der MAZ: „Plötzlich schoss eine Stichflamme aus der Telefonanschlussdose. Ich hatte ganz schönen Schiss.“ Die Folgen des Blitzeinschlages waren in einer Reihe von Häusern entlang der Chausseestraße und der Hohenferchesarer Straße zu spüren. Es kam zu Ausfällen im Festnetz der Telekom. Der Blitz zerstörte mit seiner unvorstellbar hohen Energie in der Umgebung diverse Modems, Router und Receiver. Bei Fernsehern oder im Internet ging nichts mehr. Bis heute sind nicht alle Schäden behoben. Auch das Scheunendach bei Familie Fraederich muss nach einer Begutachtung erst noch repariert werden.

Vor zwei Jahren hatte ein Blitzeinschlag zu einem Dachstuhlbrand in Radewege geführt. Es gab beträchtlichen Sachschaden. Aber die Feuerwehren konnten das Haus retten. Die Bewohner waren damals mit dem Schrecken davongekommen.

Von Frank Bürstenbinder

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