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Lebensretter für eine kleine Australierin

Freiwillige Feuerwehr Werder Lebensretter für eine kleine Australierin

Ronny Seiler, Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Werder (Potsdam-Mittelmark), hat die Brandschutzuniform gegen ein Krankenhaushemd getauscht: Vor zwei Wochen hat er für seinen genetischen Zwilling – ein 12-jähriges Mädchen aus Australien - sein Knochenmark gespendet.

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Der zweifache Vater Ronny Seiler (35) ist im Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Werder. Kürzlich hat er sein Knochenmark gespendet.

Quelle: Julian Stähle

Werder. Leben retten ist sein Leben. Wenn Ronny Seiler Hilfsbedürftige aus brennenden Häusern oder aus geschrotteten Unfallautos holt, trägt der 35-Jährige die Uniform der Freiwilligen Feuerwehr Werder/Havel. Mitte Juni zog er sich für einen besonderen Einsatz ein weißes Flatterhemd über: Seiler spendete sein Knochenmark einer 12-jährigen Australierin, die an Blutkrebs erkrankt ist.

Im Sommer vor zwei Jahren hatte sich Seiler, wie etliche seiner Kameraden, in der Werderaner Wache an einer Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) beteiligt. Gesucht wurde ein Spender für einen Mittfünfziger aus Groß Kreutz. Im April bekam Seiler Post von der DKMS. „Ich kam als Spender infrage“, erzählt er, „im Oktober 2015 hatte ich schon einmal ein Päckchen mit Utensilien für die Blutabnahme in einem Labor bekommen.“ Damals stimmten die Werte von Spender und Empfänger nicht 100-prozentig überein. Diesmal passte es. „Es ist ein komisches Gefühl, dass am anderen Ende der Welt mein genetischer Zwilling lebt. Fast ist es so, als ob ich jetzt eine kleine Schwester habe“, erzählt Seiler lächelnd.

Nach einigen Untersuchungen, Informationsgesprächen und Beratungen bekam der selbstständige Hausmesstechniker einen OP-Termin. Für ihn war es die erste Operation überhaupt, das erste Mal unter Vollnarkose. „Ich hatte Respekt, eigentlich sogar richtig Bammel.“ Gut eine dreiviertel Stunde dauerte der Eingriff am Morgen. „Mittags habe ich schon wieder normal gegessen.“ Exakt 1291 Milliliter Knochenmark wurden dem Werderaner in einer auf derartige OPs spezialisierte Dresdner Klinik aus dem Beckenkamm entnommen. Schmerzen? „Es war ein Gefühl, als hätte mir jemand mit einem Stiefel hinten reingetreten. Jetzt geht’s schon wieder“, erzählt Seiler augenzwinkernd. Innerhalb von etwa zwei Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender.

Seiler ist zweifacher Vater, seine Kleine ist fünf Jahre, seine Große ist so alt wie die australische Patientin. „Klar macht man sich Gedanken, wie es wäre, wenn das eigene Kind eine solche Krankheit hätte. Furchtbar.“ Die Töchter seien stolz auf ihren Lebensretter-Papa, erzählt er in der Wache gerührt. Ein Drittel der Blutkrebspatienten finden innerhalb der eigenen Familie einen Spender. Die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger liegt im günstigsten Fall bei 1:20 000. Die DKMS hilft nach eigenen Angaben täglich 15 Menschen.

Frühestens in drei Monaten darf Seiler dem Mädchen einen Brief schreiben, anonym. Das ist Bedingung. Die Bande zwischen Spender und Patient sollen nicht zu eng werden. Und in einem Jahr wird Seiler erfahren, ob und wie die Therapie bei der kleinen Australierin angeschlagen hat. „Wenn alles gut geht, habe ich ein Leben gerettet.“

Infos, wie man sich als Spender registrieren lassen kann: www.dkms.de

Von Ricarda Nowak

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