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Potsdam-Mittelmark Leckerli aus Mehlwürmern
Lokales Potsdam-Mittelmark Leckerli aus Mehlwürmern
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13:47 20.02.2018
Das Team der EntoNative GmbH in Bergholz-Rehbrücke: Geschäftsführerin Ina Henkel, Sabrina Jaap und Katrin Kühn (v. l.). Quelle: Rüdiger Braun
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Bergholz-Rehbrücke.

Etwa 1,1 Millionen Euro stellen die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie weitere Privatinvestoren der EntoNative GmbH zur Verfügung. Das noch junge Unternehmen aus Bergholz-Rehbrücke stellt Hundesnacks auf der Basis von Mehlwürmern her. Mit dieser Förderung soll das Unternehmen seine Produktion sowie seinen Marketingbereich ausbauen können. 950 000 Euro finanziert die ILB über ihre Tochter BFB Brandenburg Kapital GmbH aus dem Frühphasen- und Wachstumsfonds. 150 000 Euro kommen von den Co-Investoren.

Die EntoNative GmbH war im Juni des vergangenen Jahres aus einem Forschungsprojekt am Institut für Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam hervorgegangen. Das Institut hat seinen Sitz in Bergholz-Rehbrücke. Geleitet hatte das Projekt Professor Florian J. Schweigert. Ein Team um die spätere Geschäftsführerin Ina Henkel hatte seit April 2017 an der Produktentwicklung gearbeitet. Die Idee war auf einer Studienreise in Asien geboren worden. Die Hundesnacks sind unter dem Namen „TeneTRIO“ auf dem Markt. „Mit unserem Produkt können wir einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur gesunden Ernährung von Hunden leisten. Wir freuen uns, Investoren gefunden zu haben, die unsere Vision teilen“, sagt Henkel.

Nur ein Bruchteil an Wasser, Futter und Platz

Viele Vierbeiner würden an Allergien, Übergewicht oder anderen Krankheiten leiden, die oft auf eine schlechte Ernährung zurückzuführen seien, so die Ernährungswissenschaftlerin. Die Leckerlis ihrer Firma bestehen ausschließlich aus natürlichen Zutaten. Das Unternehmen verzichtet komplett auf Fleisch und nutzt die Mehlwürmer als einzige tierische Proteinquelle. Daher seien die Snacks auch für Hunde mit Allergien geeignet. „Mit dem Fördergeld wollen wir die Mehlwurmzucht an unserem Produktionsstandort vergrößern, unsere Produkte weiterentwickeln und die Produktion ausbauen. Außerdem planen wir unseren Marketingbereich sowie den Vertrieb zu erweitern“, erklärt Henkel.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen, die die Insekten von Hause aus mitbringen würden, sei auch deren Zucht ressourcenschonender als die Produktion fleischlicher Nahrung. Für die Mehlwurmzucht brauche man lediglich einen Bruchteil an Wasser, Futter und Platz. „Zur Herstellung eines Kilogramms Rindfleisch sind mehr als 15 400 Liter Wasser notwendig. Die Zucht eines Kilogramms Mehlwürmer erfordert dagegen nur etwa 4300 Liter Wasser. Das ist nicht einmal ein Drittel“, rechnet Henkel vor.

„Wir sind überzeugt davon, dass insektenbasierte Nahrungsmittel künftig eine grundlegende Rolle in der Ernährung der Weltbevölkerung spielen werden“, betont die Geschäftsführerin. Das bekräftigt auch Forschungsleiter Schweigert. „Im verantwortlichen Umgang mit unseren Ressourcen sind wir gefordert, nach Lösungen zur Deckung des ständig wachsenden Proteinbedarfs der Menschheit zu suchen. Die Nutzung von Insekten als Proteinquelle ist demzufolge eine sehr wichtige und besonders nachhaltige Möglichkeit“.

Investitionsbank erkennt „großen Zukunftsmarkt“

Auch die ILB als förderndes Kreditinstitut sieht die Verwendung von Insekten als Proteinquelle für die menschliche und tierische Ernährung als einen „großen Zukunftsmarkt“. Mit dem erworbenen Wissen, der Weiterentwicklung von Rezepturen und Anwendungen sowie dem zusätzlichen Erwerb des produktionstechnischen Know hows habe sich das Unternehmen EntoNative strategisch in einem „aussichtsreichen Geschäftsfeld mit großem Potenzial und hohen Wachstumsraten“ positioniert, begründet ILB-Investment-Manager Thilo Neu die finanzielle Förderung durch seine Bank.

Für seine Produktentwicklung und seine Firmengründung hatte das Team um Ina Henkel zu Beginn diese Jahres den Guido-Rieger-Gründerpreis der Universität Potsdam erhalten. Der Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen zeichnete das Trio mit dem Preis „Grüne Gründerinnen Brandenburg“ aus.

Von Heinz Helwig

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