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Potsdam-Mittelmark Deutscher Rock & Pop Preis für Sohn vom Stiftsvorsteher
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13:15 14.01.2019
Wolfgang Nicklaus kehrt mehrmals im Jahr an die Stätte seiner Kindheit und Jugend zurück. Sein Vater Werner war einst Stiftsvorsteher in Lehnin. Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Als Wolfgang Nicklaus den Deutschen Rock & Pop Preis 2018 in den Händen hält, erinnert er sich an drei Menschen, denen er so viel zu verdanken hat. Voran sein Vater Werner, Lehniner Stiftsvorsteher von 1966 bis 1992, der seine Kindern vorlebte, wie man auch in schwierigen Zeiten aufrecht und lebensfroh durchs Leben geht. Die Mutter Friederike: Als Musiklehrerin achtete sie peinlich auf die Einhaltung der kalendertäglichen Klavierübungen ihres Sohnes. Und drittens wäre da Ernst Damus. Der verdienstvolle Brandenburger Stadtkantor erteilte dem jungen Wolfgang mehrmals in der Woche Unterricht.

Für Nachwuchs und Profis

2018 wurden zum 36. Mal über 125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten musikalischen Bereiche an herausragende Nachwuchskünstler und professionelle Musikgruppen und Einzelkünstler mit Tonträgervertrag verliehen.

Preisträger Wolfgang Nicklaus, ist der Sohn von Werner Nicklaus, der von 1966 bis 1992 Stiftsvorsteher in Lehnin war. Zuvor war er ab 1953 Pfarrer in Pritzerbe. Sohn Wolfgang absolvierte bis zum Umzug nach Lehnin die ersten drei Schulklassen in Pritzerbe.

Seit 2017 arbeitet der heute in Reinbek bei Hamburg lebende Wolfgang Nicklaus mit der Agentur MMM-Artist-Management zusammen. Seine prämierte CD können Interessenten im Web unter wolfgang-nicklaus.de bestellen.

Das alles ist lange her. Mit sechs Jahren fing Wolfgang Nicklaus an Musik zu machen. Mit 62 räumte er den dritten Preis in der Kategorie „Bestes CD-Album des Jahres 2018 – deutschsprachig“ ab. Drei Monate lang hat die Jury des Deutschen Rock & Pop Preises tausende Bewerbungen gesichtet. Nach der Freude über die Nominierung folgte der Jubel in der nordrhein-westfälischen Siegerlandhalle, als der heute in Reinbek bei Hamburg lebende Singer-Songwriter auf die Bühne gerufen wurde.

Zwölf Lieder eingespielt

„Mein Leben“ hat Wolfgang Nicklaus seine CD genannt, auf die er zwölf Lieder einspielte. Darin singt er von Freiheit, Sehnsüchten, Liebe und Zusammenhalt – alles selbst komponiert und getextet. Eine Liebeserklärung an seine zweite Ehefrau ist der Titel „Du bist mein Seelenwärmer“, der stellvertretend für die Gefühlswelt eines Mannes steht, der sich etwas jungenhaftes in seinem Leben bewahrt hat. Dabei war der Weg des in Pritzerbe und Lehnin aufgewachsenen Preisträgers alles andere als einfach.

Auf diesem Klavier spielte Wolfgang Nicklaus schon als Kind. Das Instrument stammt noch von seinem Großvater, der Kirchenmusikdirektor in Templin war. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als vor knapp 30 Jahren die Mauer fiel, saß Wolfgang Nicklaus staunend vor dem Fernseher – im Westen. 1981 hatte ihn die DDR in die Bundesrepublik abgeschoben. Wegen „staatsfeindlicher Hetze“ machte er Bekanntschaft mit dem Stasi-Untersuchungsgefängnis in der Potsdamer Lindenstraße und danach wie viele politische Gefangene mit dem Cottbuser Zuchthaus. Nach eineinhalb Jahren kam er auf politischen Druck hin frei. „In meiner alten Band spielen konnte ich nicht mehr. Die Musikerlizenz hatten mir die Behörden vor der Inhaftierung auf Lebenszeit entzogen“, berichtet Nicklaus. Sein Vergehen: Während der NVA-Zeit hatte er auf der Stube von der deutschen Einheit geschwärmt – und wurde verpfiffen.

Wolfgang Nicklaus bei der Preisverleihung in der Siegerlandhalle. Quelle: privat

Nach der Entlassung schlug sich Nicklaus ein Jahr lang als Hilfshandwerker im Lehniner Stift durch. Dann passierte es ganz schnell. „Innerhalb einer Woche musste ich meine Sachen packen und alle Formalitäten erledigen. Dann ging es mit dem Zug über Gießen in den Westen“, erinnert er sich. Dort besann sich Nicklaus, der eigentlich den Beruf eines Zootechnikers mit Abitur erlernt hatte, auf sein musikalisches Handwerk. Mit einem Studium für Komposition und Klavierpädagogik an der Lübecker Musikhochschule schuf er die Basis für seine spätere Karriere als Komponist, Arrangeur, Sänger und Liedermacher.

Im Keller seines Hauses in Reinbek hat sich Nicklaus ein Tonstudio aufgebaut und seine Musikschule eingerichtet. Der gebürtige Brandenburg ist längst so gut in seinem Beruf angekommen, dass er von seiner Selbstständigkeit leben kann. Er gibt allen Altersklassen Klavierunterricht und bereitet junge Leute auf ihr Studium vor. Auch übernimmt er an der Reinbeker Orgel gern mal den Vertretungsdienst. Unterstützung bekommen von ihm Tochter Cornelia (30) und Sohn Tim (30), die ihren eigenen musikalischen Wege gehen.

Immer wieder in Lehnin

Nach Lehnin zieht es Nicklaus vier bis fünf Mal im Jahr, vor allem um seine auf dem Klostergelände lebende Stiefmutter Margarete Nicklaus zu besuchen. Und dann sind da noch jede Menge Erinnerungen, zum Beispiel an die Zeit mit der P & N Company. Nicklaus saß am Keyboard seiner Band, die jedes Wochenende in Lehnin und den Nachbardörfern zum Schwof aufspielte. Als junger Musiker konnte er nicht ahnen, dass er eines Tages vor 2500 Menschen einen Preis entgegennehmen würde, dessen Geschichte bis nach Lehnin zurückreicht.

Von Frank Bürstenbinder

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